Zu wenige Hessinnen und Hessen in der Altersgruppe ab 60 Jahren sind gegen Influenza geimpft. Dies geht aus dem Arzneimittelreport der BARMER hervor. Demnach wurden im Jahr 2023 nur 36,8 Prozent der hessischen BARMER-Versicherten ab 60 Jahren gegen Grippe geimpft. Damit lag die Impfquote in Hessen vier Prozentpunkte unter dem Bundesdurchschnitt von 40,8 Prozent. Nur in Baden-Württemberg (29,7 %) und Bayern (30 %) wurde die Impfung noch seltener angenommen.
Im Jahr 2020 lag die Impfquote unter Hessinnen und Hessen ab 60 Jahren noch bei 46,1 Prozent, in den Jahren 2021 und 2022 bei 43,8 und 39,4 Prozent. Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Quote von 75 Prozent wurde in Hessen auch in der Altersgruppe ab 80 Jahren nicht erreicht. Hier erhielt nur rund jeder Zweite eine Influenza-Impfung.
„Eine Influenza-Infektion birgt für ältere oder vorerkrankte Menschen ein hohes Risiko für gefährliche Komplikationen. Um die Impfquote zu verbessern, sollte das Potential der elektronischen Patientenakte weiter genutzt werden. Der als Pflicht-Funktion der Akte definierte digitale Impfpass sollte so bald wie möglich integriert werden. Darüber hinaus können zukünftig die in der Akte vorhandenen Daten helfen, um Risikofaktoren zu identifizieren und an die wichtige Impfung zu erinnern“, sagt Martin Till, Landeschef der BARMER in Hessen.
Apothekenimpfung trägt nur marginal zur Impfquote bei
Das seit Oktober 2022 mögliche Impfangebot in Apotheken erreicht laut Auswertung der BARMER nur einen sehr geringen Anteil der Versicherten mit einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zur Grippeimpfung. Von sämtlichen Impfungen, die bundesweit unter BARMER-Versicherten ab 60 Jahren registriert wurden, gingen nur 0,5 Prozent auf Apotheken zurück, 99,5 Prozent wurden in Arztpraxen verabreicht. „Für viele Menschen ist ein Impfangebot in einer Apotheke eine niedrigschwellige und wertvolle Ergänzung zur Versorgung im Alltag. Gerade in Regionen mit einer vergleichsweise niedrigeren Arztpraxendichte können durch die Impfung in Apotheken Anfahrtswege reduziert, Arztpraxen entlastet und Terminangebote ausgebaut werden. Es wäre deshalb sinnvoll, die Apotheken bei dieser Aufgabe weiter zu unterstützen, damit das Angebot populärer wird“, sagt Till.
Wie wurden die Daten erhoben und ausgewertet?
Der Arzneimittelreport beruht auf Datenanalysen von Dr. Veronika Lappe, PMV Forschungsgruppe Uniklinik Köln. Er basiert auf anonymisierten Abrechnungsdaten der BARMER aus den Jahren 2017 bis 2023. Berücksichtigt wurden bei der BARMER-versicherte Erwachsene mit dokumentierter Influenzaimpfung in der ambulanten ärztlichen Versorgung sowie in Apotheken. Die Impfquoten wurden nach Alter, Geschlecht, Bundesland ausgewertet. In der Altersgruppe ab 60 Jahren wurden in Hessen die Daten von rund 262.000 Versicherten berücksichtigt. Quelle: bifg – BARMER Institut für Gesundheitssystemforschung.
(Text: PM BARMER Hessen)

