Waldzustandsbericht 2025: Darmstädter Stadtwald erholt sich leicht

(Symbolfoto: jplenio auf Pixabay)

Klimawandel bleibt Herausforderung

Der Magistrat der Stadt Darmstadt hat in seiner Sitzung vom Mittwoch, 25. Februar, den Waldzustandsbericht 2025 für den Darmstädter Stadtwald zur Kenntnis genommen. Dieser beinhaltet gute Nachrichten für alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher: Nach den extremen Trockenjahren 2018 bis 2022 erholt sich der Wald langsam. Der Bericht 2025 sowie die Berichte der Vorjahre können auf https://www.darmstadt.de/leben/umwelt/im-gruenen/schuetzenswerte-natur/walderhalt eingesehen werden.


„Die Ergebnisse des Waldzustandsberichts 2025 zeigen, dass unser eingeschlagener Weg mit dem Leitbild Wald richtig ist“, erläutert dazu Grünflächendezernent Michael Kolmer. „Der Stadtwald zeigt Resilienz, leidet aber weiterhin unter den Folgen des Klimawandels. Die Fortführung des Monitorings und des Leitbildes ist unverzichtbar – es sichert nicht nur den Wald, sondern auch ein Stück Lebensqualität der Darmstädter Bürgerschaft – heute und für kommende Generationen.“

Kiefer bleibt weiterhin stark geschädigt

Wie der Bericht zeigt, sank die mittlere Kronenverlichtung aller Bäume um 3,6 Prozentpunkte auf 35,6 Prozent – den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2020. Besonders Buchen, Eichen und andere Laubbäume wie der Bergahorn profitierten von den günstigen Witterungsbedingungen der letzten beiden Jahre. Die Kiefer bleibt jedoch weiterhin stark geschädigt, vor allem im Westwald: „Diese positive Entwicklung kommt direkt den Besucherinnern und Besuchern unserer umliegenden Wälder zugute. Gesündere Wälder bedeuten bessere Luftqualität und mehr Erholungsraum für alle“, erläutert Kolmer.

Trotz dieser Fortschritte bleibt der Schädigungsgrad im Stadtwald hoch.
Der Westwald, geprägt von sandigen, nährstoffarmen Böden und klimatisch ungünstigen Bedingungen, weist weiterhin hohe Absterberaten und starke Kronenschäden auf. Die Mortalitätsrate ist zwar rückläufig, liegt mit 0,8 Prozent aber immer noch über dem hessischen Landesdurchschnitt von 0,3 Prozent.

Die jährliche Waldzustandserhebung liefert standardisierte Datensätze, die für die Entwicklung klimaresilienter Waldbaukonzepte essenziell sind. Durch die Erfassung von Kronenzustand, Mortalität, Verjüngung und Schadensmustern können räumliche und zeitliche Trends identifiziert werden, um gezielte Gegenmaßnahmen einzuleiten. Das Monitoring dient auch der Erfolgskontrolle bereits umgesetzter Maßnahmen, wie der Reduzierung des Wildverbisses, und zeigt positive Effekte von Totholzanteilen und Wasserhalteflächen auf Biodiversität und Wasserhaushalt.

Die kooperative Forschung mit der TU Darmstadt vertieft das Verständnis für ökosystemische Wechselwirkungen. Studien belegen, dass sich im Westwald trockentolerante Arten ausbreiten, während der Ostwald eine höhere Diversität aufweist. Diese Erkenntnisse sind entscheidend, um standortangepasste Fördermaßnahmen zu entwickeln und die Resilienz der Wälder zu stärken. „Der Waldzustandsbericht 2025 unterstreicht: Der Darmstädter Stadtwald ist nicht nur ein Ökosystem, sondern ein zentraler Lebensraum für unsere Bürgerschaft. Sein Schutz und seine Pflege kommen allen zugute – heute und in Zukunft“, so Kolmer abschließend.

Hintergrund

Seit 2020 wird jährlich ein Waldzustandsbericht für den Darmstädter Stadtwald erstellt, um den Zustand der Wälder systematisch zu erfassen. Die Erhebung 2025 erfolgte im Juli und August auf Grundlage eines engmaschigen Stichprobendesigns (250 Meter mal 250 Meter), das an bundes- und landesweite Erhebungen angelehnt ist.

(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)