
Es war ab dem Beginn seiner Karriere das große Ziel – in Kürze geht es in Erfüllung: Der Eppertshäuser Monoski-Fahrer Leon Gensert hat sich für die Paralympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo qualifiziert. Sie dauern vom 6. bis 15. März und nutzen jene Wettkampfstätten in Norditalien, die kürzlich Schauplatz der Olympischen Winterspiele waren. Gensert geht zweimal auf die Piste: Am 13. März startet der 21-Jährige im Riesenslalom, am 15. März im Slalom.
Seit Herbst 2024 ist Gensert Jura-Student und auch wegen seiner sportlichen Leidenschaft zum Studium nach Innsbruck gezogen. Zuvor hatte er sein Abitur an der Dieburger Alfred-Delp-Schule gemacht – auch im Fach Sport. Als immatrikulierter Deutscher ist Gensert seit anderthalb Jahren zudem Teil der Studierenden-Nationalmannschaft, zu der auch Para-Sportler gehören. Im Januar 2025 deutete er bei den „World University Games“ mit Bronze im Super-G und im Riesenslalom bereits sein internationales Potenzial an.
Als gutes Omen für die nächsten Tage kann dienen, dass Gensert die damaligen Erfolge ebenfalls in den italienischen Alpen feierte. Den Paralympics-Startplatz hatte sich der Eppertshäuser Nationalmannschafts-Athlet allerdings erst kürzlich gesichert: Im letzten Weltcup-Rennen gelang ihm das durch einen fünften Platz. „Das ist der Moment, auf den er so lange hingearbeitet hat, der Augenblick, für den er jeden Sturz, jede intensive Trainingseinheit und jede Herausforderung in Kauf genommen hat“, sagt sein Vater Thomas Gensert, der die sportliche Leidenschaft seines Sohns von Beginn an gefördert hat.
Keine acht Jahre nach seinem Schicksalsschlag betritt Leon Gensert damit die größtmögliche Bühne für Parasportler. Im Juni 2018 waren ihm an der Münsterer Aue-Schule von einem Moment auf den anderen seine Beine eingeschlafen – und sollten ab diesem Moment nicht mehr wie gewohnt funktionieren. Den bis dato völlig gesunden Jugendlichen hatte ein extrem seltener Rückenmarks-Infarkt ereilt. Seither braucht Leon einen Rollstuhl. Die fehlende Muskulatur in den Beinen gleicht er unter anderem mit dem Rumpf aus. Der Auslöser für den Infarkt ist bis heute ein Rätsel.
Dennoch hat sich der Eppertshäuser zum Leistungssportler entwickelt. Vom anstehenden Höhepunkt, den am 13. und 15. März auch ARD und ZDF begleiten, halten Vater und Sohn alle Interessierte mit Live-Eindrücken, Backstage-Momenten und Updates direkt von der Strecke auf Instagram (#leon.gensert und #thomas.gensert) auf dem Laufenden.
(Text: jedö)
