Sorgen um die Zukunft des XXL-Flohmarkts in Nieder-Roden

76 Anbieter präsentierten beim XXL-Flohmarkt im großen und kleinen Saal sowie im Foyer des Bürgerhauses ihre Waren. (Foto: ah)

Der XXL-Flohmarkt im Bürgerhaus Nieder-Roden ist seit vielen Jahren ein fester Termin im Kalender vieler Schnäppchenjäger. Doch so erfolgreich die Veranstaltung auch ist, so groß werden beim veranstaltenden Verein inzwischen die Sorgen um die Zukunft.


Wie gewohnt waren die Standplätze schnell vergeben: 76 Anbieter präsentierten im großen und kleinen Saal sowie im Foyer des Bürgerhauses ihre Waren. Vor allem bestens erhaltene Kleidungsstücke für starke Menschen sowie passende Accessoires wurden in großer Auswahl angeboten. Auch das Café war wieder gut besucht – Kaffee und Kuchen sowie Würstchen fanden reißenden Absatz.

Organisiert wird der Flohmarkt vom Verein „Starke Hilfe“, der diese Veranstaltung zweimal im Jahr auf die Beine stellt. Doch hinter den Kulissen wird die Organisation immer schwieriger. „Wir werden immer älter“, sagt Initiatorin Claudia Scheddin, die den Flohmarkt im Jahr 2000 ins Leben gerufen hat. Seit inzwischen 25 Jahren kümmern sich Mitglieder des Vereins um Planung, Aufbau, Cafébetrieb und Abbau. „Der Aufwand ist sehr groß. Wir haben sogar unseren Urlaub immer nach diesen Terminen gemacht“, erinnert sie sich. Der Verein zählt derzeit noch 23 Mitglieder, doch längst können nicht mehr alle aktiv mithelfen. „Davon sind zehn, die nicht mehr können“, so Scheddin. Große Hoffnung hatte der Verein einst auf jüngere Helfer gesetzt. „Unsere Jugend hat früher mitgeholfen, aber die sind fast alle weggezogen.“ Auch der Vereinsvorsitzende Bert Wähner bestätigt die schwierige Situation. Der Verein stehe vor einer neuen Vorstandswahl – und geeignete Kandidaten zu finden sei nicht leicht. „Viele von den Helfern, die jetzt hier sind, kommen gar nicht direkt aus Rodgau“, erklärt er. Zwar sei das für die Mitgliedschaft kein Problem, doch bei bestimmten Fördermöglichkeiten spiele der lokale Bezug eine Rolle. Grundsätzlich laufe die Vereinsarbeit zwar weiter, sagt Wähner, doch die Rahmenbedingungen seien komplizierter geworden. „Das ist eigentlich das gleiche Problem, das wir seit der Vereinsgründung haben: Man wird viel zu selten auf Fördermöglichkeiten angesprochen.“ Deshalb müsse der Verein zunehmend selbst aktiv werden und nach Unterstützung suchen.

Gleichzeitig denkt der Vorstand über neue Wege nach. Eine Idee sei, die Zusammenarbeit mit der IGEMO (Interessengemeinschaft der Ortsvereine) in Nieder-Roden zu intensivieren. „Da kriegen wir mit, wenn irgendwo etwas anliegt“, so Wähner. In Zukunft könnte sich der Verein stärker auf solche Projekte konzentrieren – vor allem dann, wenn der XXL-Flohmarkt irgendwann nicht mehr in der bisherigen Form organisiert werden kann. Ganz so weit ist es zwar noch nicht. Doch im Verein wird offen darüber gesprochen, wie es weitergeht. „Wir müssen schauen, wie sich das entwickelt“, sagt Wähner. Eine Möglichkeit sei auch, den Flohmarkt irgendwann in andere Hände zu geben und die Kräfte stärker auf die Unterstützung lokaler Projekte zu konzentrieren.

Für die Besucherinnen und Besucher bleibt der XXL-Flohmarkt zunächst jedoch das, was er seit einem Vierteljahrhundert ist: ein beliebter Treffpunkt für Schnäppchenjäger – und ein sichtbares Zeichen für ehrenamtliches Engagement in Nieder-Roden.

(Text: ah)