Noch 2026 Baubeginn am Münsterer Feldkreuz?

Im Münsterer Baugebiet „Am Seerich“ wurden schon etliche Flächen bebaut, unter anderem entlang der Verlängerung der Straße Auf der Beune (hinten im Bild). Das Feldkreuz-Grundstück (vorn) harrt hingegen noch seiner Entwicklung. Nun könnte es in diesem Jahr mit der Errichtung des seit Langem geplanten Lebensmittelmarkts samt Wohnungen obendrauf losgehen. (Foto: jedö)

Supermarkt mit Wohnungen drauf: Neuer Eigentümer des Seerich-Grundstücks will wohl zügig starten

Der von Bewohnern und Gewerbetreibenden des Münsterer Neubaugebiets „Am Seerich“ seit Langem erwartete Bau eines Supermarkts samt Wohnungen auf dem Feldkreuz-Grundstück an der Altheimer Straße soll noch 2026 beginnen. Diese Neuigkeit überbringt Bürgermeister Joachim Schledt (parteilos) auf Nachfrage – und kommt deshalb überraschend, weil der neue Eigentümer dieses Areals noch immer geheim ist. Bekannt ist derweil der Bauherr der derzeit größten Seerich-Baustelle einige Meter weiter. Doch auch hier erfährt die Öffentlichkeit trotz seit Monaten sichtbarer Fortschritte aktuell noch keine Details.


Gemeint ist die Firma Jarek. Bei ihrem Gewerbeobjekt an prominenter Stelle des Gebiets – gut zu sehen von der Altheimer Straße aus und gegenüber dem aus Dieburg nach Münster gezogenen Medizintechnik-Spezialisten Osartis – nähert sich der Rohbau augenscheinlich der Fertigstellung. Der weitere Zeitplan, die vor Ort vorgesehenen Tätigkeitsschwerpunkte und die Zahl der geplanten Arbeitsplätze bleiben derzeit noch im Dunkeln. Eine Website hat das Unternehmen nicht (die Gemeinde nannte als Geschäftsinhalt mal die Blechbearbeitung), für ein Interview steht es derzeit nicht zur Verfügung.

Die Gemeinde verweist ihrerseits nur auf das, was sie in der Vergangenheit zur Jarek-Ansiedlung kommuniziert hatte: dass die Firma ihre beiden Standorte in Groß-Umstadt und Polen in Münster zusammenführen und dort neben ihrer Produktionsstätte auch ihren Firmensitz anmelden will. Der mal angedachte Landeplatz für Flugtaxis auf dem Gebäudedach, der in der Münsterer Gemeindevertretung für Aufregung gesorgt hatte, ist jedenfalls schon lange vom Tisch.

Relevanter für die breite Öffentlichkeit dürfte indes ohnehin das Vorhaben auf dem Feldkreuz-Grundstück sein. Vor sechs Jahres präsentierte die in Neu-Isenburg sitzende Schoofs Immobilien GmbH (noch flankiert vom damaligen SPD-Bürgermeister Gerald Frank) den Plan, auf diesem Stück Boden einen Lebensmittelmarkt mit 1.000 Quadratmetern Verkaufsfläche zu bauen und ihn an den Discounter Netto zu vermieten. Auf dem Gebäude sollten zudem 22 Wohnungen entstehen, im Komplex überdies eine Bäckerei mit kleinem Café und davor 84 oberirdische Stellplätze.

Ursprünglich sollte das Objekt schon im Winter 2022 fertig werden, ehe Schoofs Immobilien diesen Termin auf Herbst 2024 verschob. Im Februar 2024 stellte die GmbH beim Amtsgericht Offenbach einen Insolvenzantrag. Zwar existiert das Unternehmen weiter, führte manches Projekt aber nicht mehr fort – und gab auch das in Münster auf. Über die LBBW als Seerich-Entwicklungspartner der Gemeinde wurde der Verkauf des Areals deshalb neu abgewickelt. Seit Sommer 2025 gibt es einen neuen Eigentümer, der bis heute nicht in die Öffentlichkeit gegangen ist.

Interessant ist daher das, was Joachim Schledt zu dessen Plänen sagt: Es bleibe gemäß dem weiter rechtsgültigen Bebauungsplan beim „Lebensmittelmarkt mit Wohnungen“. Eventuell werde deren Zahl aufgrund kleinerer Grundrisse gegenüber den zuletzt von Schoofs Immobilien projektierten 22 Stück etwas steigen. Zwar liege „noch keine Baugenehmigung vor“, sagt der Bürgermeister. Er kündigt aber an: „Der neue Eigentümer hat uns gesagt, er wolle noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen.“ Schledt klingt diesbezüglich optimistisch: „Stand jetzt sieht’s gut aus!“ Größere Abweichungen vom Planungsziel für diese Teilfläche des Baugebiets sind ausgeschlossen.

(Text: jedö)