Eppertshausen würdigt noch einmal seinen Ex-Bürgermeister Carsten Helfmann

Vor 250 Gästen im großen Saal der Bürgerhalle gehörte Parteikollege und Vize-Landrat Lutz Köhler (r.) zu den vielen, die sich bei Carsten Helfmann noch einmal bedankten und auch manch kleines Geschenk dabeihatten. (Foto: jedö)

Vor 13 Monaten, Ende Februar 2025, endete in Eppertshausen die Ära von Bürgermeister Carsten Helfmann. 22 Jahre war der Verwaltungschef bis dato im Amt gewesen, hatte seine vierte (eigentlich bis Anfang 2027 währende) Periode dann jedoch vorzeitig von der Gemeindevertretung beenden lassen, um die Geschäftsführung des Zweckverbands Abfall- und Wertstoffeinsammlung (ZAW) des Landkreises Darmstadt-Dieburg zu übernehmen. Die Frage, warum Helfmanns offizielle Verabschiedung erst ein Jahr später am Donnerstagabend im Beisein von 250 geladenen Gästen im großen Saal der Bürgerhalle stattfand, beantwortete Eppertshausens Parlamentschef Ewald Gillner rasch und simpel: „Es hat sich terminlich nicht anders ergeben.“


Obgleich in der 6.500-Einwohner-Kommune mit Stephan Brockmann längst ein anderer Christdemokrat das Ruder im Rathaus übernommen hat, ist das Werk von Carsten Helfmann in der Gemeinde noch sehr präsent. Auch weil er „Projekte angestoßen“ habe, die „bis heute wirken“, wie Gillner eine von vielen Lobeshymnen des Abends anstimmte. „In einer davon sitzen wir gerade“, nannte er den Bau der Bürgerhalle, der in Helfmanns Amtszeit fiel, als Beispiel. Die Entwicklung des Gewerbegebiets „Park45“ könnte man als zweite große Errungenschaft nennen: Dort sitzen heute viele der größten Eppertshäuser Arbeitgeber und Gewerbesteuer-Zahler. Doch auch Prozesse, die erst sukzessive augenfällig werden, hat der Bürgermeister a. D. begleitet. Dazu zählt die Modernisierung der Ortsverwaltung, in der sich Helfmann selbst als Dienstleister der Bürger begriff. Generell sei er „stets ein Bürgermeister für alle Eppertshäuser“ gewesen, lobte Gillner. Helfmann habe „Eppertshausen geprägt und weiterentwickelt“. Dazu habe er „das Herz am rechten Fleck“.

Zur offiziellen Verabschiedung kamen viele ähnliche Würdigungen zur Sprache. Ein musikalisches Danke platzierten die Männerchöre des Gesangvereins Germania und des Gesangvereins Liederkranz-Frohsinn Eppertshausen in einem gemeinsamen Kurzauftritt. Wobei die Wahl des ersten Stücks bei der Nennung des Titels für Schmunzeln sorgte: „Warum bis Du gekommen?“ Diese Frage stellt sich mit Blick auf den zum Amtsabschied dienstältesten Landkreis-Bürgermeister längst nicht mehr. Anders als zu seiner ersten Wahl, bei der der gelernte Bankkaufmann erst 29 Jahre alt gewesen und damit Hessens jüngster Rathaus-Chef geworden war. Die Skepsis, ob er der Aufgabe gewachsen sei, vermochte er nach und nach zu zerstreuen.

Carsten Helfmann selbst ergriff am Donnerstag ebenfalls das Wort. Er erläuterte, dass er bei der Amtseinführung seines Nachfolgers und ehemaligen Ersten Beigeordneten Stephan Brockmann ganz dem „Neuen“ die Bühne habe überlassen und seinen eigenen Abschied in einer gesonderten Veranstaltung habe begehen wollen. „Nun wird es wirklich Zeit, am Samstag konstituiert sich bereits die neue CDU-Fraktion“, spielte er auch kurz auf die gelaufene Kommunalwahl an. Zudem scheide er nun auch (nach ebenfalls 20-jähriger Tätigkeit) im Gruppenwasserwerk, im Ortsgericht und „vielleicht in den Sparkassen-Gremien“ aus.

Der Rest war vor allem jede Menge Dankbarkeit: „Es waren immer kurze und vertraute Wege mit den Vereinen, Kirchen, Organisationen und der Feuerwehr. Danke für die gegenseitige Unterstützung!“ Die Eppertshäuser CDU habe ihn viermal für die Wahl nominiert. In seinem Dank an die Gremien schloss Helfmann aber auch SPD und FDP ein.

(Text: jedö)