Laienspielgruppe Nieder-Roden sorgt mit Komödie aus der Schönheitsklinik für beste Unterhaltung

Mit der turbulenten Komödie „Jubel, Trubel, Eitelkeit“ von Winnie Abel bleibt sich die Laienschauspieltruppe Nieder-Roden treu.(Foto: ah)

Es kommt nicht oft vor, dass am Ende eines Theaterabends gleich zweimal applaudiert wird. Bei der neuen Inszenierung der Laienspielgruppe Nieder-Roden war genau das der Fall: Zunächst feierte das Publikum die Darsteller mit lang anhaltendem Beifall, dann revanchierte sich das Ensemble mit herzlichem Applaus für seine Zuschauer, die diese Premiere zu einem besonderen Erlebnis machten.


Mit der turbulenten Komödie „Jubel, Trubel, Eitelkeit“ von Winnie Abel bleibt sich die Truppe treu. Wer die Aufführungen kennt, weiß, dass hier unbeschwerte und heitere Stunden garantiert sind. Entsprechend wenig überraschend war es, dass beide Vorstellungen im Bürgerhaus Nieder-Roden ausverkauft waren.Die Handlung führt mitten hinein in die schillernde Welt der Schönheitsklinik „Schwanensee“. Dorthin flüchten die beiden Heiratsschwindler Moritz Engel (Roland Lenz) und Hans Schmitt (Stefan Wodarz), nachdem ihnen Auftragskiller auf den Fersen sind. Zwischen exzentrischen Künstlern, reichen Patientinnen und einer männerhungrigen Adligen hoffen sie, unterzutauchen – und zugleich neue Opfer zu finden. Dass dabei kaum ein Plan aufgeht, versteht sich von selbst.

Im Zentrum steht der skrupellose Schönheitschirurg Robert Meister (Benjamin Mulligan-Kraft), der mit zweifelhaften Methoden seine Karriere vorantreiben will. Als ihm jedoch ein folgenschwerer Kunstfehler unterläuft und seine Fassade zunehmend bröckelt, gerät das luxuriöse Klinikleben aus den Fugen. Parallel spinnen sich zahlreiche Nebenhandlungen, die immer wieder überraschend ineinandergreifen und für reichlich Verwirrung sorgen. Das Bühnenbild überzeugt mit einem edlen Empfangs- und Aufenthaltsraum, der den mondänen Charakter der Klinik glaubhaft widerspiegelt. Von der Rezeption über die Leseecke bis hin zu den angedeuteten Behandlungsräumen entsteht eine stimmige Atmosphäre, die den idealen Rahmen für das temporeiche Geschehen bildet. Schauspielerisch zeigt sich das Ensemble in bestechender Form. Besonders Susanne Kunz-Mulligan als naive Lottomillionärin Rosa Schulze sorgt mit ihrer Mischung aus Herzlichkeit und Gutgläubigkeit für viele Lacher. Roland Lenz und Stefan Wodarz harmonieren als windige Betrüger hervorragend und treiben die Handlung mit sichtlicher Spielfreude voran. Benjamin Mulligan-Kraft gibt den selbstverliebten Arzt mit genau der richtigen Portion Arroganz. Für zahlreiche Höhepunkte sorgt Ute Spahn als schlagfertige Karin Kehrer. Mit trockenem Humor und gelegentlichen Ausflügen in die Mundart bringt sie das Publikum immer wieder zum Lachen. Auch Reinhard Brandtner als exzentrischer Künstler und Heide Hollenbach als intrigante Adlige setzen markante Akzente.

Regisseur Benjamin Mulligan-Kraft gelingt es, das hohe Tempo der Inszenierung konsequent durchzuhalten. Die Dialoge sitzen, die Pointen zünden und immer wieder kommt es zu Szenenapplaus. Manch ein Zuschauer hatte Mühe, der Handlung zu folgen, weil das Gelächter über den letzten Witz noch anhielt.So bietet die Laienspielgruppe Nieder-Roden einmal mehr genau das, was ihr Publikum erwartet: eine schwungvolle, pointenreiche Komödie, die für beste Unterhaltung sorgt – und am Ende mit verdientem, doppeltem Applaus belohnt wird.

(Text: ah)