Weg an Fasaneriemauer in Groß-Gerau vorsorglich gesperrt

An der Mauerkrone der Fasanerieumrandung haben sich Steine gelöst. Die Stadt Groß-Gerau hat daher den äußeren Weg um die Fasanerie zwischen Wilhelm-Hammann-Straße und Brunecker Straße vorsorglich gesperrt. (Foto: Kreisstadt Groß-Gerau/Jörg Monzheimer)

Aufgrund einer akuten Schadensfeststellung ist ein Teilstück des Wegs, der außen an der Groß-Gerauer Fasaneriemauer vorbeiführt, vorsorglich gesperrt worden. Betroffen ist der Abschnitt zwischen der Wilhelm-Hammann-Straße und dem Ein- und Ausgang in Höhe der Brunecker Straße. Der Ein- und Ausgang an der Brunecker Straße bleibt geschlossen. Auch ein weiterer Ein- und Ausgang im betroffenen Abschnitt ist gesperrt.


Diese Entscheidung hat die Verwaltung am Freitag nach einer Begehung mit einem Statiker getroffen. Ausschlaggebend dafür waren Sicherheitsgründe. Das Amt für Straßenbau und Grünflächen bemüht sich um eine Lösung, um den Weg schnellstmöglich wieder begehbar zu machen.

Am Ein- und Ausgang zur Groß-Gerauer Fasanerie in Höhe der Brunecker Straße ist ein merklicher Schiefstand der Mauer zu beobachten. Er wurde daher vorsorglich gesperrt, ebenso wie der außen um die Fasanerie führende Weg zwischen Brunecker Straße und Wilhelm-Hammann-Straße.(Foto: Kreisstadt Groß-Gerau/Jörg Monzheimer)

Im betroffenen Abschnitt wölbt sich die rund 300 Jahre alte Mauer an einigen Stellen nach außen. Außerdem haben sich an einer Stelle mehrere Steine von der Mauerkrone gelöst. In den vergangenen Jahrzehnten waren immer wieder konservatorische Maßnahmen erfolgt. Teils wurde die Mauer mit Beton, teils mit Ziegelsteinen ergänzt und gesichert.

Die Groß-Gerauer Fasanerie, die heute ein beliebtes Naherholungsgebiet ist, war in den Jahren von 1722 bis 1726 als Jagdrevier der Landgrafen von Hessen-Darmstadt entstanden. Das etwa 30 Hektar große Parkrevier beherbergte Fasane, aber auch Dam- und Rotwild. Bis 1918 blieb die Fasanerie dem Adel vorbehalten. Für die Öffentlichkeit wurde sie erst nach dem Ersten Weltkrieg zugänglich.

Beim Bau der Umfassungsmauer fanden Steine aus dem Dornberger Schloss Verwendung. Während des Pfälzischen Erbfolgekriegs hatten französische Truppen das Schloss bei ihrem Abzug am 14. Februar 1689 in Brand gesteckt.

Bereits beim Bau des Schlosses hatte es eine frühe Form des Recyclings gegeben, denn hierfür wurde Material des römischen Kastells genutzt, das im ersten Jahrhundert nach Christus errichtet worden war. Noch heute sind in der Mauer an einigen Stellen Steine aus der Römerzeit verbaut.

(Text: PM Kreisstadt Groß-Gerau)