
Vorweg: Wer Altheim künftig als Ortsvorsteher repräsentieren wird, ist zwei Wochen nach der erstmaligen Wahl eines Ortsbeirats im Münsterer Ortsteil namentlich noch ungewiss. Den Mann oder die Frau, der oder die den rund 2.600 Altheimerinnen und Altheimern in den nächsten fünf Jahren besonders stark Gehör in der Gemeinde verschaffen soll, wird das neue Gremium erst noch wählen. Es dürfte die erste Entscheidung sein, die der Ortsbeirat in seiner konstituierenden Sitzung am 4. Mai trifft. Analysiert werden kann im Moment jedoch, wie sich zumindest im Ortsteil auf Anhieb die Kräfteverhältnisse sortiert haben, wer Stand jetzt ein Mandat im Ortsbeirat hätte – und dass nach ersten Aussagen kein Weg an einem Ortsvorsteher der Wählergemeinschaft klar! vorbeigeht.
Im neuen Ortsbeirat dabei sein wird zunächst einmal aber auf jeden Fall Cornelius Hecker. Der Jurist war der einzige Bewerber der Ein-Personen-Liste, die die SPD für die Premiere der Wahl des fünfköpfigen Altheimer Ortsbeirats eingereicht hatte. Fünf Stimmen durfte jeder Wahlberechtigte aus Altheim abgeben, mit 64,9 Prozent nahmen im Ortsteil fast zwei Drittel an dieser Abstimmung teil, die dies durften. Für Kommunalwahl-Verhältnisse ist das eine hohe Beteiligung. Im Gegensatz zu den Kandidaten der Listen von CDU und klar! räumte Hecker im Falle eines Listenkreuzes durchweg die pro Bewerber maximal möglichen drei Stimmen ab.
„Er wolle sich ganz herzlich bedanken für die große Unterstützung, die ich im Zusammenhang mit meiner Kandidatur zum Ortsbeirat in Altheim erhalten habe“, äußert sich Hecker mit einigen Tagen Abstand zum Wahltag zufrieden mit seinem Resultat. Er freue sich auf die Arbeit im Ortsbeirat und werde seinen „Beitrag zu einer konstruktiven und erfolgreichen Zusammenarbeit gerne erbringen“. Dabei hoffe er „insbesondere auch auf die Unterstützung der gesamten Einwohnerschaft“. Bei Hecker ist es praktisch ein Muss, dass er sein Mandat auch tatsächlich annimmt und in der gesamten Wahlperiode bis 2031 ausübt. Denn ein Nachrücker steht für ihn nicht bereit, und im Falle eines Ausscheidens aus dem Gremium bliebe einer von fünf Plätzen im Ortsbeirat unbesetzt.
In diesem Fall würde öfter ein Patt zwischen CDU und klar! drohen, die jeweils zwei Sitze gewonnen haben. Die Nase vorn hatte aber nicht etwa die Union, die in Münster der politische Platzhirsch ist. Die erst im Herbst 2025 gegründete und ohne den Beschluss pro Bau der Lärmschutzwände an der Bahnlinie wohl nie aus dem Boden gestampfte Wählergemeinschaft erreichte bei der Ortsbeirats-Wahl einen Anteil an den Stimmen von 44,2 Prozent. Die CDU musste sich mit 36,4 Prozent mit Platz zwei begnügen.
Stand jetzt sind für klar! Marco Stix und Peter Willweber in den Ortsbeirat gewählt. Bei der CDU schoss Sigrid Vollhardt von Listenplatz drei auf Platz eins und lag schlussendlich noch deutlich vor Spitzenkandidat Marc Theisen, der aber ebenfalls ein Mandat annehmen darf.
„Ich freue mich riesig, dass unsere CDU-Idee geklappt hat“, erinnerte Münsters CDU-Fraktionschef Thorsten Schrod daran, dass es seine Partei gewesen war, die die Einführung des Ortsbeirats überhaupt erst beantragt (und auch nach anfänglicher Ablehnung von SPD, FDP und ALMA-Die Grünen weiterverfolgt) hatte. Auch das Abschneiden der Union im Ortsteil sei „völlig okay“. Vor allem Sigrid Vollhardt habe ein „gutes Ergebnis geholt“. Aus Schrods Sicht habe klar! unterm Strich die bekannteren Namen auf der Ortsbeirats-Liste vereint. Prominente Altheimer hätte auch die CDU zu bieten gehabt, doch kandidierten von ihnen einige für die Gemeindevertretung. „Und wir haben uns bewusst dagegen entschieden, mit Kandidaten zweigleisig zu fahren.“
Anders machte es klar! – bei der Wählergemeinschaft befindet sich zum Beispiel das potenzielle neue Altheimer Ortsbeirats-Mitglied Marco Stix auch auf der ersten Nachrückerposition fürs Münsterer Gesamtparlament. Lucy Sauerwein wiederum ist zur Gemeindevertreterin gewählt worden und kandidierte auch für den Ortsbeirat, wäre in Altheim derzeit auf der zweiten Nachrückerposition. Erste Nachrückerin in Altheim wäre Regina Hermann. Die neue Gruppierung hat mit ihrem Sieg in der Ortsbeirats-Wahl (und auch ihrem sofortigen dritten Platz in der Münsterer Gemeindewahl) jedenfalls direkt dafür gesorgt, dass gegen sie recht schwer Entscheidungen zu fällen sein werden.
Für die CDU verspricht Thorsten Schrod sogar, dass man klar! aufgrund des Votums der Altheimer definitiv den Posten des Ortsvorstehers überlassen und den Kandidaten der Wählergemeinschaft im Gremium wählen werde: „Das Vorschlagsrecht liegt bei ihnen. Der politische Anstand gebietet es, dass wir den klar!-Kandidaten zum Ortsvorsteher wählen.“
(Text: jedö)

