
Für Leon Gensert ist im Riesenslalom im ersten und im Slalom im zweiten Lauf Schluss
Es war der Höhepunkt seiner bisherigen Sportkarriere – doch das Debüt von Leon Gensert bei den Paralympischen Winterspielen in Norditalien hätte kaum bitterer verlaufen können: Sowohl im Riesenslalom (erster Lauf) als auch im Slalom (zweiter Lauf) kam der 21-jährige Monoski-Fahrer aus Eppertshausen nicht ins Ziel. Am Abschluss-Wochenende des weltgrößten Wintersport-Ereignisses für Athleten mit körperlicher Behinderung machte dem inzwischen in Innsbruck lebenden Studenten, der seit einem Rückenmarksinfarkt an der Münsterer Aue-Schule im Juni 2018 auf den Rollstuhl angewiesen ist und 2024 sein Abitur an der Dieburger Alfred-Delp-Schule trotzdem unter anderem im Fach Sport gemacht hatte, vor allem im Riesenslalom die schwierige Witterung das Leben schwer.
Gensert, der mittlerweile für den RSC Frankfurt fährt, stürzte am Freitag des Schluss-Wochenendes in seinem Paralympics-Rennen im ersten Durchgang, war damit aber nicht alleine: 15 Monoski-Fahrer kamen im ersten Lauf nicht bis ganz unten, was auch daran lag, dass die Klasse der sitzenden Athleten als letzte dran war. „Es wäre toll gewesen, ins Ziel zu kommen oder das Ziel zu sehen, weil auch echt viele Freunde und Familie hier sind, die gehofft haben, dass ich heil unten ankomme“, sagte der Eppertshäuser gegenüber dem Deutschen Behindertensportverband. „Es war für alle extrem schwer. Ich hätte es mir für meine ersten Paralympics anders gewünscht.“
Für den Slalom am Sonntag, an dem auch die Abschlussfeierlichkeiten stattfanden, hatte Gensert bessere Chancen gewittert, da er sich in dieser Disziplin in den vorangegangenen Monaten leichter getan hatte als im Riesenslalom. Auch schlechtere Pistenverhältnisse sind seiner Einschätzung nach im Slalom ein geringeres Problem als im Riesenslalom. Im ersten Lauf schaffte es der Südhesse dann auch ins Ziel und lag nach der Hälfte des Wettkampfs auf Platz 19. Im zweiten Lauf verpasste er ein Tor und schied aus. „Natürlich fühlt sich das nicht gut an, aber es war trotzdem ein schöner Tag“, sagte Gensert. „Ich bin enttäuscht, aber es waren schon tiefe Spuren in der Piste, da bin ich hängen geblieben und einfach nicht mehr vom Ski gekommen.“
Als ihm im Ziel sein Fanclub zujubelte, war das Lachen wieder zurück. „Es war schon der Hammer, dass da so viele Leute waren, die mich angefeuert haben, ich habe es auch die ganze Zeit gehört, das war cool!“ Mit Blick nach vorn konstatierte der Eppertshäuser: „Es braucht noch viel Training. Ich nehme viel Motivation mit, um es in vier Jahren besser zu machen und mich sicherer zu fühlen.“
(Text: jedö)

