Wenn es Ihnen schwerfällt, mit den Fingern den Boden zu erreichen, wird oft die Oberschenkelrückseite gedehnt. Ein Klassiker. Doch was, wenn sich trotz regelmäßigem Dehnen wenig verändert?
Wie im Artikel letzte Woche über die Waden beschrieben, zeigt die Forschung: Dehnen macht die Muskulatur nicht einfach dauerhaft länger. Häufig gewöhnen wir uns nur an das Dehngefühl. Das eigentliche Problem liegt oft woanders – nämlich in fehlender Kraft und Kontrolle in genau diesem Bewegungsbereich.
Die hintere Oberschenkelmuskulatur wird im Alltag zwar genutzt, aber selten aktiv in größeren Bewegungswinkeln. Vorbeugen passiert oft passiv, nicht unter Spannung. Der Muskel kann nachgeben – aber nicht unbedingt arbeiten, wenn er lang ist.
Genau hier setzt Training an.
Statt nur zu dehnen, kann es sinnvoll sein, die Muskulatur in gedehnter Position zu belasten. So lernt der Körper, sich auch in diesen Winkeln sicher zu bewegen. Beweglichkeit entsteht nicht nur durch Nachgeben, sondern durch aktive Nutzung.
Übung: Beugen Sie sich im Stand mit steifer Wirbelsäule und Hohlkreuz langsam nach vorne, bis Spannung entsteht. Halten Sie diese Position aktiv für 30–60 Sekunden. Wichtig: nicht einfach hängen lassen, sondern bewusst Spannung im Körper halten.
Vielleicht geht es also weniger darum, die Muskulatur zu verlängern – sondern darum, sie in ihrer Länge nutzen zu können.
(Text: PM Friedrich Klucke)


