
Das Osterfeuer in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag gehört zu den eindrucksvollsten Momenten der christlichen Liturgie. Es steht sinnbildlich für den Sieg des Lebens über den Tod und erinnert an die Auferstehung Jesu Christi. Mit dem Entzünden des Feuers endet die Zeit der Grabesruhe – der Übergang von der Dunkelheit zum Licht wird sichtbar und erlebbar.
Auch vor der Kirche St. Cäcilia in Heusenstamm versammelten sich zahlreiche Gläubige, um diesen besonderen Augenblick gemeinsam zu begehen. In der Dunkelheit des Abends begann eine kurze Andacht, bei der Pfarrer Anton Sauer die Bedeutung des Osterfeuers in den Mittelpunkt stellte. Es sei, so betonte er, kein zerstörerisches Feuer, wie man es aus Krisengebieten oder von Naturkatastrophen kenne, sondern ein Zeichen für Licht, Wärme und neues Leben – ein göttliches Feuer, das Hoffnung schenke. In seiner Ansprache zog Sauer auch den Vergleich zum biblischen Dornbusch, der brennt und doch nicht verbrennt. Gott offenbare sich im Feuer und sei auch heute gegenwärtig – gerade in den dunklen Momenten des Lebens. In einer Phase der Stille waren die Gläubigen eingeladen, persönliches Leid und die Dunkelheiten der Welt symbolisch in dieses Feuer zu legen, verbunden mit der Hoffnung auf Wandlung und neues Licht.
Im anschließenden Gebet bat der Pfarrer um den Segen für das Feuer, das die Dunkelheit erhellen und die Botschaft der Auferstehung sichtbar machen soll. An der großen Osterkerze, die am Feuer entzündet wurde, konnten die Gläubigen später ihre eigenen Kerzen anzünden – ein Zeichen dafür, dass sich das Licht Christi weiterträgt. Gemeinsam zog die Gemeinde anschließend in die zunächst dunkle Kirche ein. Dort verbreitete sich nach und nach das Licht der vielen kleinen Kerzen – ein stilles, aber kraftvolles Bild für die Weitergabe der Hoffnung und die Botschaft von Ostern.
(Text: ah)
