Tapinoma Magnum auf Bürgeler Friedhof sehr verbreitet

Christian Loose, Laurentiu-Dinu Coman mit dem Arbeitsgerät zur Ameisenbeseitigung, Tobias Milbrat und Pascal Kastner von der Qualitätssicherung sowie Martin Wilhelm am Hafen bei einem Einsatz gegen die invasive Ameisenart Tapinoma magnum. (Foto: Stadtwerke Offenbach)

Pflanzenrettung vom Friedhof schleppt schädliche Ameisenart ein

Es ist gut gemeint, kann aber fatale Folgen haben: Immer wieder wird beobachtet, dass sich Friedhofsbesucherinnen oder -besucher im Grünschnitt entsorgte halb verwelkte Pflanzen mit nach Hause nehmen, um sie daheim im Garten wieder aufzupäppeln. Das wurde bisher geduldet, jetzt wird dringend davon abgeraten: Auf dem Bürgeler Friedhof hat sich eine Superkolonie mit vielen Millionen Individuen der Großen Drüsenameise (Tapinoma Magnum) ausgebreitet. Wer von dort entnommene Pflanzen mit Erde im eigenen Garten eingräbt, kann sich ein Nest dieser invasiven Ameisenart nach Hause holen. Derzeit werden Schilder über den Grünschnittringen am Friedhof angebracht, die vor der Mitnahme von Pflanzen vom Friedhof warnen.


Die Ameisenart Tapinoma Magnum breitet sich derzeit in Süddeutschland aus, auch Offenbach ist betroffen. Diese Ameisenart ist sehr schädlich, weil in ihren Nestern mehrere Königinnen ununterbrochen für Nachwuchs sorgen und die vielen Tiere Gehwege, Asphalt, Terrassen unterhöhlen, zum Absacken bringen und damit schweren Schaden verursachen. Auf der Suche nach Nahrung dringen sie auch in Häuser ein oder sie bauen Nester in Briefkästen. Bevor man aber gegen alle Ameisen auf dem eigenen Grundstück vorgeht, sollte überprüft werden, ob es sich wirklich um die Große Drüsenameise handelt. Zerreibt man eines der Tiere, verströmt es einen chemischen Geruch. Auch krabbeln die Arbeiterinnen dieser Art auf sogenannten Straßen in mehreren Reihen nebeneinander, heimische Arten laufen in der Regel nur in einer Reihe hintereinander her. Heimische Ameisenarten sollten geschont werden: Wo diese vorhanden sind, siedelt sich Tapinoma magnum nicht an. Die invasive Art wurde vermutlich mit mediterranen Pflanzen und Terrassenhölzern nach Deutschland eingeschleppt.

Bereits im vergangenen Jahr hat der Stadtservice der Stadtwerke Offenbach die Bekämpfung an den beiden bekannten Vorkommen in Bürgel und auf der Hafeninsel aufgenommen. „Bisher konnte der Stadtservice die weitere Ausbreitung verhindern“, sagt Stadtkämmerer und zuständiger Dezernent Martin Wilhelm. „Wer allerdings Pflanzen vom Bürgeler Friedhof mit nach Hause nimmt, kann damit zur weiteren Verbreitung beitragen. Diese Ameisenart ist wegen der schnellen Vermehrung nicht mehr zu beseitigen, nur noch einzudämmen.“

Martin Wilhelm hat sich jetzt mit Christian Loose, stellvertretender Leiter des ESO Eigenbetriebs der Stadt Offenbach und Tobias Milbrat von der Qualitätssicherung des Stadtservice der Stadtwerke Offenbach an der Walter-Spiller-Brücke am Hafen getroffen, um die ersten Einsätze der Ameisenbekämpfung zu verfolgen. Tobias Milbrat organisiert die von Mitarbeitern des Stadtservices vorgenommene Bekämpfung der invasiven Ameisenart und ist Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger, die auf ihren Grundstücken neue Vorkommen von der Großen Drüsenameise entdecken. „Die Bekämpfung funktioniert am einfachsten und besten mit heißem Wasser“, sagt Christian Loose, stellvertretender Leiter des Eigenbetriebs. „Der Stadtservice hat dazu jetzt ein eigenes Gerät, das mittels einer Lanze das erhitzte Wasser in den Boden presst und so Nester mit vielen tausend Eiern zerstört. Mit drei Einsätzen pro Woche plus dem zusätzlichen Monitoring durch Tobias Milbrat sind wir auf einem guten Weg, die Verbreitung zu begrenzen. Ganz verschwinden wird Tapinoma magnum aber nicht mehr aus Offenbach.“

Privatleute, die jetzt auf ihrem Grundstück erstmals die Große Drüsenameise finden, wenden sich bitte an den Kundenservice der Stadtwerke Offenbach unter 069/840004-545.

(Text: PM Stadtwerke Offenbach)