Beleuchtung öffentlicher Gebäudefassaden wird im Sommerhalbjahr ausgeschaltet
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt gibt bekannt, dass seit 1. April 2026 die Außenbeleuchtung aller öffentlichen Gebäude in kommunaler Zuständigkeit – mit Ausnahme des Hochzeitsturms auf der Mathildenhöhe, dem Ludwigsmonument auf dem Luisenplatz und dem Denkzeichen Güterbahnhof in der Bismarckstraße – ausgeschaltet werden. Diese Maßnahme gilt jeweils vom 1. April bis zum 30. September eines jeden Jahres und ist Bestandteil der von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Lichtleitlinie.
Künstliches Licht und die Aufhellung des Nachthimmels stören den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus und stellen für viele wildlebende Tier- und Pflanzenarten eine erhebliche Gefährdung dar. Insekten werden von Lichtquellen angezogen, verlieren ihre Orientierung und sterben im schlimmsten Fall erschöpft. Auch Vögel verlieren u.a. die Orientierung und sterben häufig durch Kollision. Fledermäuse sind lichtscheu und meiden deswegen Gebäude mit beleuchteten Fassaden als potentielle Quartiere. Viele Kleinsäuger und Amphibien schützt die Dunkelheit vor nachtaktiven Fressfeinden. „Der Schutz der Dunkelheit ist daher ein unverzichtbarer Bestandteil des Habitat- und Artenschutzes und wir haben lange unterschätzt, welchen Schaden übermäßige Beleuchtung in der Natur anrichten kann“, erklärt Umweltdezernent Michael Kolmer.
Durch die Abschaltung der Beleuchtung öffentlicher Gebäude im Sommerhalbjahr erzielt die Stadt jedoch nicht nur eine Reduzierung der nächtlichen Aufhellung, sondern auch des Energiebedarfs und des kommunalen Ausstoßes von klimarelevanten Treibhausgasen. Im Jahr werden aktuell durch die Abschaltung der Außenbeleuchtung an öffentlichen Gebäuden circa 30.000 Kilowattstunden eingespart.
„Mit dieser Maßnahme setzen wir also ein klares Signal: Darmstadt nimmt seine Verantwortung für die biologische Vielfalt ernst – und zeigt, dass Umweltschutz, Klimaschutz und wirtschaftliches Handeln Hand in Hand gehen können.“
Umweltdezernent Michael Kolmer ruft daher auch Bürgerinnen und Bürger, Gewerbetreibende, Vereine und Kirchen auf, Außenbeleuchtung, wo möglich, zu reduzieren und bestenfalls auszuschalten, um so einen Beitrag zum Arten- und Klimaschutz, aber auch für den eigenen Geldbeutel zu leisten.
Tipps zur Umsetzung enthält der vom Umweltamt herausgegebene „Lichtleitfaden“. Gedruckte Exemplare sind dort erhältlich oder können von der städtischen Homepage heruntergeladen werden: https://t1p.de/vb3xt.
(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)


