Kunstvolle Verlockungen in der Nacht der Museen in Offenbach

HdS Nacht der Museen Kunstwerk Moritz Florschütz. (Foto: HFG)

Klima, Leder, Druckkunst und mehr am 25. April

Seit dem Jahr 2000 laden die Museen in Frankfurt und Offenbach einmal im Jahr zu einem besonderen Besuch. Dann öffnen sich die Türen bis 1 Uhr nachts und bitten zum Entdecken und zu besonderen Erlebnisse rund um die Exponate. Rund 60 Kulturinstitutionen in beiden Städten und Eschborn sind am Samstag, 25. April, dabei, über 300 Programmpunkte erwarten Besucherinnen und Besucher in der Zeit zwischen 19 und 1 Uhr. 17 Euro, ermäßigt 12 Euro kostet der Eintritt einmalig, dafür bekommt man auch in den Offenbacher Häusern viel geboten.


Die Nacht legt einen Filter über die Stadt. In dieser Nacht wird Offenbacher Kunst, alt und neu, zum Ereignis. OFFEN ist unser Zustand. BAR jeder Konvention gibt es Kunst, Essen, Getränke. BACH ist die Bewegung, ein Strom aus Ideen. Panta rhei. Alles fließt, alles geht. „Offen – Bar – Bach: die Frequenz der Kunst“ hat das Haus der Geschichte in der Herrnstraße die Nacht der Museen überschrieben und lädt zu Zeitreisen der besonderen Art: So führt um 19.15 Uhr Museumdirektor Dr. Jürgen Eichenauer durch „Offenbachs klassische Blütezeit“, geht es um 20.15 sowie 22.15 Uhr mit Jan Bürkle M.A. durch die bewegte 100-jährige Geschichte des Bunds Offenbacher Künstler (BOK) und um 21.15 und 23.15 Uhr mit den Kuratierenden der neuen kunstfreunde durch die gleichnamige Ausstellung. Außerdem starten um 20 Uhr die Performance Black Box Wimmel mit Moritz Florschütz und der offene Workshop „Das Bieberer Amulett–Schmuck aus der Bronzezeit“. „I played the Pinball-Wizzard“ – die Rockoper „Tommy“ von The Who ist legendär und war Anfang der 2000er Jahre in Offenbach zuhause. Geblieben sind das Veranstaltungshaus Capitol und der Flipper, der anlässlich der Nacht der Museen aus dem Depot geholt wird und zum Spielen bereitsteht: Ab 20 Uhr heißt es „Wer knackt den Highscore“?. Neben dem Flipper beherbergt das Haus der Stadtgeschichte allerlei andere Schätze, die kaum jemand besser kennt als die Kuratorin des Hauses. Um 0.15 Uhr lädt Katja M. Schneider zu einer nächtlichen Führung durch das Depot und lässt Stadtgeschichte noch einmal anders lebendig werden.

Ein paar Meter weiter, ebenfalls im Bernardbau, lädt die Druckwerkstatt ein, druckgrafische Verfahren wie Steindruck, Bleisatz, Linolschnitt und Radierung selbst auszuprobieren. Mitmachen ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht, während es gesamten abends können von 19 bis 1 Uhr Jutebeutel und T-Shirts im Buchdruck gestaltet werden. Außerdem gibt Werkstattleiter Dominik Gußmann nicht nur einen Einblick in die Geschichte des Steindrucks, sondern führt um 21.30 Uhr auch die neu eingezogene Offsetpresse „Elisabeth“ vor. Schon um 20 Uhr startet die Performance Offenbacher Druckmarathon, bei dem Künstlerinnen und Künstler die Werkstatt kooperativ bespielen und gemeinsam eine Werkserie durch verschiedene Drucktechniken wie Bleisatz und Linolschnitt produzieren. Ab 24 Uhr gibt es noch eine Stunde Live-Musik von Stefan Harth.

Um Typen, Buchstaben und Schriftgestaltung geht es im Klingspor Museum in der Herrnstraße: Dass Buch und Schrift nicht einfach nur sind, sondern sich stetig wandeln, beweist dabei auch die aktuelle Ausstellung „AAIP. Artists as Independent Publishers“, die unterschiedliche buchkünstlerische Arbeiten, die in den miteinander vernetzten Hochschulen in den letzten Semestern entstanden sind, zeigt. In stündlichen Führungen um 19.15, 20.15, 21.15, 22.15 und 23.15 Uhr werden diese vorgestellt und erläutert. Buchstaben formen Worte und um die geht es im Workshop „Wortcollagen in der Cut-up-Technik“ von 19 bis 21.30 Uhr. Wer lieber bunte Notizhefte mit Popups bastelt, ist hier von 22 bis 24 Uhr richtig.

Sprache kombiniert mit Musik beherrschen Louisa Laos und die Singer-Songwriterin Tigisi. Laos kommt ursprünglich aus Vietnam und lebt jetzt in Mainz, Tigisi ist gebürtige Frankfurterin mit eritreischen Wurzeln erzählt in ihren Liedern Geschichten über das Leben, im Klingspor Museum ab 23 Uhr.

SCAPE° – Wetter. Klima. Mensch. in der Frankfurter Straße 39 lädt zu verschiedenen Workshops rund ums Klima. So können ab 19 Uhr Besucherinnen und Besucher wahlweise gemeinsam an einem textilen Klimabild mitarbeiten oder ein kleines gewebtes Element gestalten und mitnehmen oder mit Klimafarben aus Lederresten kleine Collagen produzieren, die ebenfalls mitgenommen werden können. Wer mehr Klimakarten und Farbcodierungen erfahren möchte, kann dies jeweils stündlich ab 19.30 Uhr im Workshop erfahren, in dem diese anhand von Collagen mit alten Atlanten, Wetterkarten und Malerei erklärt werden. Für Live-Musik sorgen an diesem Abend Die.go & Omo und ein DJ-Set von Yahara, Getränke gibt es an der Wolkenbar. Und vor dem SCAPE° laden das neue Outdoor-Wohnzimmer und die Wolkenbar zum Verweilen ein.

Auch das Deutsche Ledermuseum in der Frankfurter Straße 86 sorgt während der Nacht der Museen wieder für ein unterhaltsames Programm. So zeigen Hobby Horsing-Vorführungen zwischen 19 und 21 Uhr, wie kreativ und anspruchsvoll diese Sportart ist und gibt Saskia Buschbaum von 19 bis 22 Uhr Einblicke in die professionelle Anfertigung hochwertiger Lederwaren. In der offenen Werkstatt können von 19 bis 22 Uhr kreative Accessoires gestaltet werden.

Eine besondere Herausforderung ist das Quiz über Objekte mit Pferdebezug in den Ausstellungen. Unterhaltsame Führungen, unter anderem um 20.30 Uhr in einfacher Sprache, und eine Entdeckertour für Kinder und Familien beleuchten die Sammlungspräsentation LEDER.WELT.GESCHICHTE, atmosphärisch untermalt wird der Abend mit Jazz und Pop vom Berry Blue Trio.

Tickets für die Nacht der Museen sind online und in den Museen erhältlich. Darin enthalten ist ein RMV-Ticket, das zu Fahrten am 25. April, ab 15 Uhr bis 26. April um 11 Uhr im gesamten RMV-Gebiet berechtigt.

(Text: PM Stadt Offenbach)