Moderne Technik und Rücksicht schützen Wildtiere bei der Mahd

Besonders gefährdet bei der Mahd sind Rehkitze, deren Setzzeit in den Monaten Mai und Juni liegt. (Foto: LaDaDi)

Viele Wiesen und Weiden im Landkreis dienen der hochwertigen Futtergewinnung für Pferde und Wiederkäuer. Der erste Schnitt erfolgt je nach Witterung meist zwischen Mitte April und Anfang Mai, ein späterer Schnitt ab Mitte Juni ist aus Naturschutzsicht oft vorteilhaft. Der letzte Schnitt findet im Herbst statt.


Besonders gefährdet sind Rehkitze, deren Setzzeit in den Monaten Mai und Juni liegt. Ist eine späte erste Mahd nicht möglich, kann ein früher Schnitt im April helfen, die Tiere zu schonen. Grundsätzlich ist es wichtig, die Flächen vor dem Mähen sorgfältig zu kontrollieren. Neben dem Absuchen zu Fuß kommt heute zunehmend moderne Drohnentechnik zum Einsatz. Landwirte, Jäger und freiwillige Helfer arbeiten dabei eng zusammen. „Der Einsatz von Wärmebilddrohnen hat den Wildtierschutz deutlich verbessert. Viele Rehkitze können so vor dem Mähtod bewahrt werden“, erklärt die Kreistierschutzbeauftragte Christa Wilczek. Gefundene Tiere werden vorsichtig gesichert und nach der Mahd wieder freigelassen, sodass Mutter und Jungtier schnell wieder zueinanderfinden.

Auch angepasste Bewirtschaftungsmethoden leisten einen wichtigen Beitrag: Gemäht werden sollte möglichst von innen nach außen oder in Richtung angrenzender Rückzugsräume, damit Wildtiere flüchten können. Eine Schnitthöhe von 7 bis 10 Zentimetern sowie reduzierte Mähgeschwindigkeiten helfen zusätzlich, Tiere zu schützen. Zudem erhöht ein größerer Abstand zwischen den Mähterminen die Chancen für Bodenbrüter. Gefahren gehen auch von liegen gelassenen Zäunen oder Weideresten aus, in denen sich Tiere verfangen können. Diese sollten daher konsequent entfernt werden.

Darüber hinaus sind auch Bürgerinnen und Bürger gefragt. Landwirtschaftliche Flächen sind keine Freizeit- oder Hundeauslaufgebiete. Während der Brut- und Setzzeit, in der Regel ab dem 1. März, gilt eine Leinenpflicht. Auch Katzen sollten möglichst nur eingeschränkt Freigang, vorzugsweise mit Einbruch der Dunkelheit erhalten. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Entsorgung von Hundekot: Dieser kann aus verschiedenen Gründen die Futterqualität erheblich beeinträchtigen. Hundekot sollte daher aufgenommen und in den vorgesehenen Behältern entsorgt werden. „Rücksichtnahme ist der Schlüssel: Wer seine Tiere anleint, den Kot ordnungsgemäß entsorgt und die Natur respektiert, schützt Wildtiere und unterstützt zugleich die Landwirtschaft“, so Wilczek.

Zur Orientierung dienen Hinweisschilder, die landwirtschaftliche Flächen kennzeichnen. Informationen zu ausgewiesenen Hundeauslaufflächen im Landkreis sind auf der Website der Kreistierschutzbeauftragten unter https://www.ladadi.de/umwelt-soziales/natur-bauen/veterinaerwesen-lebensmittelueberwachung/kreistierschutzbeauftragte/ abrufbar. Dort finden sich Informationen zu Lage, Größe und Nutzung der Flächen.

(Text: PM Landkreis Darmstadt-Dieburg)