Sieben Münsterer Vereine machen beim ersten „Tag der Kinderrechte“ gemeinsame Sache

Auch der Angelsportverein betreibt in Münster Jugendarbeit und hat sich am Sonntag am ersten „Tag der Kinderrechte“ auf dem DJK-Gelände beteiligt. Hoch im Kurs: das Entenangeln. (Foto: jedö)

„Im Gegensatz zu anderen Ländern sind wir schon weit“, sagt Leandra Hardt am Sonntagnachmittag auf dem Außengelände der DJK Blau-Weiß Münster. Gerade hat die Sozialarbeiterin, die dem 1.000 Mitglieder großen Mehrspartenverein seit 29 Jahren angehört und seine Kindeswohl-Beauftragte ist, die Premiere einer Veranstaltung eröffnet: Für den ersten Münsterer „Tag der Kinderrechte“ haben sich sieben Ortsvereine zusammengetan und ein buntes Programm für den Nachwuchs kreiert. Fast nebenbei vermitteln sie den Kids dabei, welche Rechte sie haben, ob im Alltag oder Vereinsleben. Gleichsam adressiert das Ereignis auch die Eltern – weil wie eingangs zitiert eine gewisse Sensibilität in Deutschland zwar schon gegeben, doch auch hierzulande noch Luft nach oben ist.


„Im Kindergarten werden Kinderrechte immer mehr thematisiert“, freut sich Hardt und schaut bei schönstem Frühlingswetter über das Gewimmel an den verschiedenen Stationen, die die Vereine aufgebaut haben. Im Lehrplan der Schulen vermisse sie das Thema hingegen noch. In den Vereinen nimmt die Bedeutung des Kinderschutzes derweil zu, doch hinsichtlich Gewalt und Missbrauch im oft engen Vertrauensverhältnis zwischen Kindern und Jugendlichen auf der einen Seite sowie Trainern und Betreuern auf der andere sind in der Implementierung von Schutzmaßnahmen auch hier noch längst nicht überall die Register gezogen.

„Mit der Veranstaltung geht es uns darum, auch den Eltern zu zeigen: Eure Kinder haben Rechte!“, bringt Hardt ein zentrales Erkenntnisziel des neuen Ereignisses auf den Punkt. Es sei zum Beispiel „okay, wenn die Kinder etwas mal nicht machen wollen“. Schließlich bedeuten Kinderrechte im Alltag, dass Jungen und Mädchen spielen, lernen sowie gesund und sicher aufwachsen, sich aber auch schlicht mal erholen dürfen. Auch dass sie ihre Meinung äußern können – und sie gehört wird – zählt dazu. Spezifische Rechte für ihre Zeit im Verein erweitern dies: Spaß haben ohne Leistungsdruck; das Ausprobieren, um Talente zu entdecken; das Recht auf Fairness; und eine Teilhabe dahingehend, dass auch Kinder das Vereinsleben mitgestalten dürfen.

All das soll dafür sorgen, dass sich die Jüngsten der Gesellschaft wohl, sicher und ernstgenommen fühlen, sie zu starken, selbstbewussten Persönlichkeiten heranwachsen. Neben der DJK unterstreichen dieses Ziel am Sonntag auch ein halbes Dutzend weiterer Münsterer Vereine, die Jugendarbeit betreiben: Mit 30 Helfern bei der ersten Auflage des Kinderrechte-Tags dabei sind der SV Münster, der Turnverein, der Angelsportverein, der Verein Radsport, die Georgspfadfinder und der Musikverein.

Letzterer umrahmt den Auftakt mit jungen Instrumentalisten. Bei den Radsportlern sitzen zu diesem Zeitpunkt die ersten jungen Besucher schon auf dem Einrad. Das Entenangeln oder weite Auswerfen der Angelrute gen Zielbereich steht beim ASV hoch im Kurs. Kinder, die an allen sieben Stationen mitmachen, werden schließlich mit einer Urkunde und Naschereien belohnt. Als nach einer Stunde die ersten durch sind, ist Initiatorin und Organisatorin Leandra Hardt bereits am Strahlen: „Das Event ist jetzt schon ein Erfolg!“, konstatiert sie mit Blick auf die vielen Dutzend Familien auf dem Gelände. Manche essen Kuchen und spenden dabei; wie vier Sponsoren tun diese Gäste damit auch noch finanziell etwas Gutes. Denn der gesamte Erlös des Münsterer Tags der Kinderrechte fließt an den Verein für krebskranke und chronisch kranke Kinder Darmstadt/Rhein-Main-Neckar.

(Text: jedö)