Obertshausen startet gemeinsame Erklärung für ein respektvolles Miteinander

Bürgermeister Manuel Friedrich und Erster Stadtrat Michael Möser als Erstunterzeichner der Erklärung. (Foto: ah)

Mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung im Familienzentrum hat Obertshausen am Wochenende einen wichtigen Meilenstein gesetzt: die Vorstellung der „Erklärung über ein gemeinsames Obertshausen – Zuhause in Vielfalt“. Diese Erklärung dient allen Menschen als Leitfaden, die privat oder beruflich mit Obertshausen verbunden sind und das Leben in der Stadt mitgestalten möchten. Sie ist Impuls und Vision für ein gelingendes Zusammenleben und formuliert zentrale Werte wie Akzeptanz, Offenheit, Demokratie, Kommunikation, Empathie, Menschlichkeit und Respekt. Vor zahlreich erschienenen Gästen präsentierten Lena Exner und Rachim Hoffmann vom kommunalen Integrationsmanagement das Ergebnis eines langjährigen, partizipativen Prozesses – ein Wertekanon von A wie Akzeptanz bis W wie Wertschätzung, der künftig das Zusammenleben in der Stadt prägen soll. Diese Erklärung ist mehr als ein Dokument – sie ist Arbeitsgrundlage und Herzstück unseres gemeinsamen Handelns“, betonte Lena Exner.


Entwickelt in Workshops mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern, spiegelt die Erklärung die Werte wider, die in Obertshausen gelebt werden sollen. Jeder Wert wird durch einen „Wir-Satz“ konkretisiert und in einer Ausstellung im Familienzentrum visualisiert. Hinter jedem QR-Code auf den Ausstellungstafeln verbirgt sich ein kurzes Video von Obertshäuser, die am Prozess mitgewirkt haben. Sebastian Leinweber, Fachdienstleiter für soziale Leistungen, blickt auf den Beginn des Prozesses im Oktober 2022 zurück: „Damals starteten wir mit dem Landesprogramm ‚Wir‘ und dem Ziel, ein kommunales Integrations- und Vielfaltskonzept zu entwickeln.“ Seitdem entstanden Steuerungsgruppen, Runde Tische und zahlreiche Beteiligungsformate. „Was heute präsentiert wird, ist das Ergebnis eines echten Gemeinschaftsprozesses“, so Leinweber. Bürgermeister Manuel Friedrich hob hervor, dass die Erklärung nicht „von oben“ verordnet, sondern von der Stadtgesellschaft selbst getragen wird: „Es ist beeindruckend, wie viele Menschen sich eingebracht haben.“ Der Runde Tisch Teilhabe und Vielfalt sei mittlerweile ein fester Bestandteil des Obertshausener Miteinanders. „Diese Erklärung ist kein Blatt Papier, sondern ein lebendiger Aufruf, Verantwortung zu übernehmen – heute und jeden Tag“, appellierte Friedrich. Er rief alle Anwesenden auf, die Werte aktiv in Vereinen, Freundeskreisen und im privaten Umfeld zu leben und weiterzutragen. Erster Stadtrat Michael Möser ergänzte: „Ein Wertebild muss mehr sein als schöne Worte. Es soll Raum schaffen, damit sich jeder in seiner Individualität gesehen fühlt.“

Die Stadt wolle mit Projekten und Aktionen die Werte in die Gesellschaft tragen und lädt alle ein, als Multiplikatoren mitzuwirken. Die Gäste hatten Gelegenheit, die Erklärung als Erstunterzeichnende zu bekräftigen – symbolisch auf einer Leinwand oder digital per QR-Code. Wer für einen Verein unterschrieb, konnte eine Urkunde und ein Plakat mitnehmen. Kreativ werden konnte man an der Button- und Malstation oder in der Fotobox, wo persönliche Botschaften festgehalten wurden. Die Ausstellung im Flur des Familienzentrums lädt zum Verweilen ein: Jeder Wert wird durch einen „Wir-Satz“ und ein Video von Engagierten erlebbar gemacht. „Ihre Ideen und Perspektiven sind entscheidend“, betonte Lena Exner. Der Runde Tisch Teilhabe und Vielfalt tagt alle zwei Monate – alle Interessierten sind herzlich eingeladen, mitzuwirken. „Gemeinsam gestalten wir unser Obertshausen“, so Exner. Die Erklärung sei kein Abschluss, sondern der Startschuss für ein lebendiges, vielfältiges Miteinander. Mit der symbolischen Versiegelung der Unterschriften-Leinwand endete die Auftaktveranstaltung – doch der Prozess geht weiter. Obertshausen hat sich auf den Weg gemacht, Vielfalt nicht nur zu erklären, sondern täglich zu leben.

(Text: ah)