Schwalbenfreundliches Haus in der Friedrich-Ebert-Straße in Ober-Roden

Rüdiger Werner, der Vorsitzende der NABU-Ortsgruppe, seine Stellvertreterin Ute Eckenbach und Schatzmeister Oskar Kumfert brachten die Plakette im Beisein der Ersten Stadträtin Andrea Schülner beim Haus der Familie Vogel/Kern an. Gisela Kern, Steffen Kern, Christine Vogel und Ariane Vogel freuten sich über die Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“. (Foto: PS)

Nach zweijähriger Pause hat der NABU Rödermark mal wieder die Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus” verliehen. Sie ging an die Familie Vogel/Kern in der Friedrich-Ebert-Straße in Ober-Roden. Rüdiger Werner, der Vorsitzende der Ortsgruppe des Naturschutzbundes, seine Stellvertreterin Ute Eckenbach und Schatzmeister Oskar Kumfert brachten die Plakette im Beisein der Ersten Stadträtin Andrea Schülner an.


Am Hauseingang der Familie ist nun unverkennbar, dass hier Schwalben willkommen sind. Die Auszeichnung für Häuser, die mit Hilfe der Eigentümer mehrere Schwalbennester beherbergen, ist mehr als gerechtfertigt. Da hat der NABU das richtige Haus ausgewählt. „Wir haben hier schon Schwalben, seit ich denken kann“, sagte Hausbewohnerin Christine Vogel. „Schön, dass an uns gedacht wurde.“ Vor drei Jahren war der NABU schon einmal vor Ort und hatte Kästen erneuert und Kotbretter angebracht.

Die Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ gibt es bundesweit seit über 25 Jahren, der NABU Rödermark verleiht die Auszeichnung seit zehn Jahren. In diesem Zusammenhang schaute sich die Ortsgruppe auch mal genauer an, wie viele Schwalbennester es vor Ort gibt. Insgesamt könne man sagen, dass die Schwalbenbestände in den vergangenen relativ konstant sind, meinte Rüdiger Werner. Bei den Mehlschwalben wurden zwischen 100 und 120 Brutpaare und 200 Nester erfasst. Nicht jedes Nest ist jedes Jahr besetzt. Es gibt etwa jeweils 100 Natur- und 100 Kunstnester, die Besetzungsquote ist bei den Naturnestern höher. Die Kunstnester bei der Familie Vogel/Kern werden aber sehr gut angenommen. Es ist die siebte Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“, die der NABU verliehen hat.

Vor rund 50 Jahren, als der damalige NABU-Vorsitzende Werner Weber mit seinen Mitstreitern schon einmal eine Schwalbenzählung gemacht hatte, waren es deutlich mehr. „Wir haben in etwa die Hälfte verloren im Vergleich zu den Nachkriegsjahren“, sagt Rüdiger Werner. Der Schwalbenbestand hängt stark mit der Verfügbarkeit von Nahrung, Stichwort „Insektenschwund“, ab. Da die Fluginsekten in den vergangenen 40 Jahren um 80 Prozent abgenommen haben, fehlt entsprechend viel Nahrung. Eine Bestandsreduzierung um die Hälfte bei den Schwalben, die reine Insektenfresser sind, sei daher gar nicht so schlecht, berichtete Werner bei der Übergabe der Auszeichnung. „Es hätte noch viel schlimmer kommen können.“ Die Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ sei auch dazu da, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Neben dem Nahrungsmangel haben die Schwalben in der heutigen Zeit auch mit dem Mangel an Nistmaterial zu kämpfen.

Die Schwalbe gilt als ein Charaktervogel, den fast jeder noch kennt. Er ist einer der wenigen Vögel, die die Leute noch unterscheiden können. Daher eignet er sich gut, um auf Probleme aufmerksam zu machen.

(Text: PS)