Nach Brand: Eppertshäuser Familie sucht dringend Wohnung

In diesem Mehrfamilienhaus der Gemeinde brannte es am 26. April. Die Familie Antoni wohnte im ersten Stock links in der Wohnung mit dem fehlenden Fenster. Nun sucht sie eine feste Bleibe und muss viele Dinge erneuern. (Foto: jedö)

An den 26. April 2026 wird sich die Eppertshäuser Familie Antoni wohl ihr Leben lang erinnern: An diesem Sonntag – die Eltern Lukas und Sabrina sowie ihre drei Kinder Mia, Zoe und Marlon waren gerade auf einer Konfirmation – entflammte in ihrer Mietwohnung in einem Mehrfamilienhaus in der Nieder-Röder-Straße ein Brand. Ursache war offenbar ein heißes Bügeleisen, die Folge verheerend: Feuer, Ruß und Rauch zerstörten sämtliches Hab und Gut, das die Familie zurückgelassen hatte.


Auf den Schicksalsschlag, vorerst ohne feste Bleibe dazustehen und materiell in diverser Hinsicht von vorn beginnen zu müssen, folgte aber auch ein Lichtblick: Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung, die sich in einer von Sonja Schrodt angeleierten Benefizaktion zeigt, ist seither groß. Vor allem ein neues Dach über dem Kopf fehlt aber noch, wofür sich auch die Gemeinde engagiert.

Schrodt ist eine Freundin der Familie. Sie weiß von der „Hilflosigkeit“ und den „Schuldgefühlen“, die Lukas und Sabrina Antoni seit einigen Tagen plagen. „In den Nächten liegen sie wach und machen sich Gedanken“, berichtet sie, die mit den Betroffenen abgestimmt hat, öffentlich über das Befinden der Familie, ihre Sorgen und die nun entstandenen Bedarfe sprechen zu dürfen.

Die Feuerwehr habe ihr schon am Tag des Brands, als sie persönlich vor Ort war, gesagt, dass „nichts mehr zu retten“ sei, blickt Schrodt zurück. Auch da, wo die Flammen nicht unmittelbar gewütet hätten, sei kein Einrichtungsgegenstand mehr zu gebrauchen: „Der Staub setzt sich überall rein.“ Beispielsweise den Fernseher könne man nicht mehr verwenden.

Auch Kleidung und Schulmaterialien sind futsch. Diesbezüglich ging es nach Bekanntwerden der Katastrophe und ihrer Opfer schnell: „Mit Kleidung sind sie schon ganz gut aufgestellt, da kam rasch eine Riesenmenge zusammen.“ Neue Ranzen für die Kinder (die älteste Tochter geht auf die Aue-Schule in Münster, die beiden jüngeren Kids noch auf die Eppertshäuser Stephan-Gruber-Schule) sowie Schulmaterialien konnten bereits dank einer großzügigen Spende des FVCA Eppertshausen neu angeschafft werden. Auch das Eppertshäuser Geschäftshaus Sperl stellte der Familie einen Schulranzen zur Verfügung. Im Laden ist außerdem eine Spendenbox aufgestellt.

Weitere Sachspenden machten hingegen „im Moment noch keinen Sinn, weil unklar ist, wo die Familie künftig wohnen wird“, sagt Sonja Schrodt. Deshalb helfen derzeit eher Geldspenden. Dafür hat Schrodt eine Sammlung auf der Internet-Plattform GoFundMe eingerichtet, die dort leicht über den Suchbegriff „Wohnungsbrand“ zu finden ist. Bis Dienstagmittag kamen bereits 15.000 Euro zusammen. 345 Spenden gingen auf diesem Weg bislang ein.

Aktuell lebt die Familie in einer Wohnung eines Angehörigen von Lukas Antoni in Dieburg, wo sie sich zu fünft ein Zimmer teilen. Der Familienvater stammt selbst aus Dieburg, seine Frau ist waschechte Eppertshäuserin. „Die Familie würde auch künftig gern in Eppertshausen leben, auch wegen der schulischen Situation ihrer Kinder“, gibt Schrodt weiter.

Ihre ausgebrannte Mietwohnung befand sich in einem Haus, das der Gemeinde Eppertshausen gehört. Bürgermeister Stephan Brockmann (CDU) sagt, die anderen Wohnungen im Objekt seien unbeschädigt geblieben, lediglich in die Tapete einer weiteren Wohnung sei etwas Löschwasser eingedrungen. Während die anderen Bewohner also weiter in der Immobilie in der Nieder-Röder Straße bleiben, können und wollen die Antonis dorthin nicht zurück.

Das Rathaus suche nach einer Lösung, so Brockmann. Hoffnung macht er momentan nur ganz vorsichtig: „Eventuell zieht demnächst jemand aus einer größeren Wohnung der Gemeinde in der Lessingstraße in die Seniorenwohnanlage um.“ Diese könnte dann womöglich die Familie Antoni beziehen. Sonja Schrodt wünscht sich, dass Eppertshäuser bei bestehenden Leerständen geeignete Wohnungen anbieten: „Die Familie ist da auch überhaupt nicht anspruchsvoll“, versichert sie.

(Text: jedö)