Gleich drei Gorillas aus dem Zoo Rotterdam sind seit letztem Freitag im Menschenaffenhaus Borgori-Wald zu sehen: Aya und ihr Nachwuchs Ayba und Ayabu. Die Frankfurter Gruppe ist damit auf acht Tiere angewachsen.
Westliche Flachland-Gorillas (Gorilla gorilla gorilla) leben in Haremsgruppen von bis zu 20 Tieren. Die Gruppenzusammensetzung ist dynamisch, sowohl in der Natur als auch in Zoos. So hat die neunjährige und damit fast ausgewachsene Wela Anfang März ihre Frankfurter Geburtsgruppe verlassen, um in den Nyíregyháza Zoo in Ungarn umzuziehen. Die Frankfurter Gorilla-Gruppe schrumpfte damit auf fünf Individuen.
„Die drei neuen Gorillas werden die Frankfurter Gruppe bereichern und mit dem etwa gleich alten Ayabu erhält unser Frankfurter Arco einen neuen Spielgefährten“, sagt Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft. „Gorillas sind bei den Zoobesucherinnen und Zoobesuchern beliebt und ideale Boschafter für den Schutz des afrikanischen Regenwalds. Auf den interaktiven Tafeln im Borgori-Wald kann man viel über den Lebensraumverlust der sanften Riesen erfahren und auch darüber, was man selber zum Schutz der Tiere beitragen kann.“
Für die 31 Jahre alte Aya und ihren Nachwuchs war die Eingewöhnung in der neuen Umgebung gemeinsam leichter. Die ersten vier Wochen haben die drei Neuankömmlinge hinter den Kulissen verbracht, am 8. Mai sind sie in eine der beiden Gorilla-Anlagen gezogen, zunächst noch ohne direkten Kontakt zur Frankfurter Stammgruppe. „Die Integration in die Stammgruppe, die von Silberrücken Viatu angeführt wird, erfolgt behutsam und mit Geduld. Viatu bekommt mit Aya und Ayba gleich zwei neue Weibchen in seinen Harem. Das wird eine Herausforderung, denn die Gruppe muss sich neu strukturieren. Mit der 43-jährigen Rebecca haben wir glücklicherweise ein sehr ausgleichendes Weibchen dabei, das schon bei mehreren Integrationen die Emotionen geglättet hat“, sagt Zoodirektorin Dr. Christina Geiger.
Gorillas können in Zoos gut mit anderen Tierarten vergesellschaftet werden. In Frankfurt teilen sie sich die Anlage mit einer Gruppe Rotscheitelmangaben. „Die neun Rotscheitelmangaben mischen die Gorilla-Gruppe auf. Obwohl sie viel kleiner und schlanker als die Gorillas sind, lassen sie sich von ihren Mitbewohnern nichts gefallen“, sagt Geiger.
Die Gorilla-Zoopopulation wird durch ein EAZA Ex-situ-Programm (EEP) und ein Internationales Zuchtbuch (ISB) gemanagt. Das Gorilla-ISB wird in Frankfurt geführt.
Der Bestand der Westlichen Flachland-Gorillas im natürlichen Lebensraum ist durch Besiedlung und Rodung der Urwälder stark bedroht. In der Roten Liste der Internationalen Organisation über vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten (IUCN) werden die imposanten Tiere als „vom Aussterben bedroht“ geführt.
(Text: PM Zoo Frankfurt)

