Fundsachenversteigerung im Obertshäuser Rathaus

Verwaltungsfachkraft Sandra Köhler präsentierte die Zweiräder und drehte zudem mit Kinderrollern ihre Runden vor dem Publikum. (Foto: ah)

Schnäppchenjäger kamen am Mittwoch bei der Fundsachenversteigerung im Obertshäuser Rathaus auf ihre Kosten. Insgesamt 45 Artikel, die im Rathaus abgegeben und innerhalb der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist nicht abgeholt worden waren, kamen unter den Hammer. Weil Regen drohte, wurde die Versteigerung kurzerhand vom Freien ins Foyer des Rathauses an der Schubertstraße verlegt. Den Zuschlag erteilten diesmal abwechselnd Bürgermeister Manuel Friedrich und Erster Stadtrat Michael Möser.


Die feuchte Witterung war möglicherweise auch der Grund dafür, dass lediglich rund 40 Interessierte den Weg zur Auktion fanden. Die Anwesenden konnten dafür umso günstigere Schnäppchen machen. Denn häufig mussten die Auktionatoren die Preise zunächst nach unten korrigieren, ehe sich überhaupt ein Käufer fand. „Fünf Euro? Vier? Drei? Zwei?“ hieß es nicht selten, bevor ein Fundstück schließlich doch noch für einen Euro den Besitzer wechselte.

Besonders groß war wieder das Angebot an Fahrrädern: Insgesamt 28 Drahtesel standen zur Versteigerung bereit. Verwaltungsfachkraft Sandra Köhler präsentierte die Zweiräder und drehte zudem mit Kinderrollern ihre Runden vor dem Publikum. Jedes Fahrrad wurde dabei ausführlich beschrieben. „Schwarz-silber, funktionsfähig, Beleuchtung vorhanden, Klingel, Schloss mit Schlüssel“, pries der Auktionator eines der Modelle an. Während einfache Räder oft schon für wenige Euro weggingen, sorgten hochwertige Mountainbikes für deutlich mehr Spannung. Ein besonders gut erhaltenes und umfangreich ausgestattetes Modell erzielte mit 222 Euro den Höchstpreis des Abends – und damit fast die Hälfte der Gesamteinnahmen von 531,50 Euro. „Der Trend geht zu hochwertigen Rädern“, stellte der Erste Stadtrat fest.

Gefragt war außerdem ein Werkzeugkoffer mit Bohrmaschine und zwei Akkus, der 31 Euro einbrachte. Deutlich weniger Interesse fanden hingegen Kinderroller, ein buntes Barbie-Dreirad mit Ablagekorb oder Schlittschuhe samt Tasche – sie wechselten meist für einen Euro oder sogar nur 50 Cent den Besitzer. Vollkommen unbeachtet blieben dagegen zwei Krücken.

Nicht versteigerte Gegenstände werden nun an Hilfsorganisationen abgegeben oder verschrottet. Bei einigen Besuchern entstand ohnehin der Eindruck, dass sie weniger auf der Suche nach einem Schnäppchen waren, sondern vielmehr das unterhaltsame Spektakel der Versteigerung erleben wollten.

(Text: ah)