Das gute Wetter bescherte der Stadtpolizei Offenbach mehr Ruhestörungen als im Vormonat. Gefordert war sie auch bei vielen anderen Einsätzen: Eine Person meldete einen vermissten Nachbarn. Eine Frau sah Katzen in der Wohnung, die nicht da waren. Ein Mann beschädigte in einem scheinbar psychischen Ausnahmezustand eine Bushaltestelle und eine weitere Frau zog in einem Bus ein Messer.
Ruhestörungen
Im April meldeten Bürgerinnen und Bürger zwischen elf bis 34 Ruhestörungen pro Woche in Gaststätten, Privathäusern und auf öffentlichen Plätzen.
Bei einer Ruhestörung traf die eingesetzte Streife auf einen betrunkenen Mann, der auf der Tanzfläche tanzte und sein Mobiltelefon mit einer Musikbox verbunden hatte. Er gab sich als verantwortliche Person aus und stellte die Musik erst nach mehrmaliger Aufforderung ab. Kurz darauf gab sich eine Frau ebenfalls als zuständige Person aus. Sie erzählte, dass ihr Chef aufgrund eines Notfalls die Bar kurzfristig verlassen hatte. Sie konnte keine eindeutigen Angaben zu den Kontaktdaten ihres Chefs machen und auch nicht klar darlegen, dass sie in der Bar regulär beschäftigt war. Die Bar musste erstmal schließen.
Hilflose Personen
Die Stadtpolizei wird regelmäßig zu hilflos wirkenden Menschen gerufen. Im April waren das zwischen vier und acht Personen pro Woche.
Bei einer hilflosen, mutmaßlich dementen Frau fragte das Revier der Landespolizei um Mithilfe an. Nachbarn hätten die Frau nachts um drei im Garten liegend aufgefunden. Eine Streife fuhr zur Wohnung und traf die Frau mit zwei Nachbarn im Treppenhaus an. Ihre Kleidung war nass und verdreckt, zudem war die Frau unterkühlt. Sie hatte sich zudem ausgeschlossen. Die Streife konnte die Wohnungstür öffnen. Da der Enkel nicht erreichbar war und der Pflegedienst nicht sofort kommen konnte, brachte die Streife die Frau in ihr Bett. Die Fachabteilungen wurden entsprechend informiert.
Verkehr
Die Verkehrspolizei kontrollierte pro Woche an bis zu 30 verschiedenen Orten die Geschwindigkeit und leitete pro Woche rund 67 Verfahren wegen Überschreitens der Höchstgeschwindigkeit ein.
Besonders viele Knöllchen wegen Falschparkens gab es in der vorletzten Aprilwoche, es waren 1.196. Bis zu 17 Fahrzeuge pro Woche wurden aufgrund erheblicher Verkehrsbehinderungen abgeschleppt.
Für die Zulassungsstelle Offenbach wurden rund 222 Fahrzeuge zur Entstempelung erfasst. Dies betrifft in der Regel Fahrzeuge, für welche die Versicherung oder die Steuer nicht gezahlt wurde oder die aufgrund erheblicher Mängel nicht mehr verkehrssicher sind.
Streifendienst und Gefahrenabwehr
Schon der Monatsanfang hatte es in sich: Eine Frau meldete einen Nachbarn, den sie seit zwei Wochen nicht mehr gesehen hatte. Sein Auto stünde in der Tiefgarage und die Rollläden wären geschlossen. Nachdem eine Abfrage in den Krankenhäusern kein Ergebnis lieferte, fuhr eine Streife zur Wohnung. Die Rollläden waren geschlossen und der Briefkasten nicht geleert. Die Einsatzkräfte befragten die Nachbarn. Der Mann hatte wohl einen Schlaganfall gehabt und befand sich in einer Reha-Maßnahme.
Bei einer in einem Bus gemeldeten Frau mit einem Messer, handelte es sich um eine bereits bekannte Person gegen die ein Mitnahmeverbot in Bussen bestand. Diese hatte trotzdem einen Bus bestiegen und kramte in ihrer Tasche, aus der sie schließlich ein Messer zog. Ein Busfahrer außer Dienst, der die Frau kannte und beobachtet hatte, reagierte sofort und entriss ihr das Messer. Daraufhin griff die Frau nach dem Nothammer, um eine Fensterscheibe einzuschlagen. Auch das konnte der Mann verhindern. Gegenüber der Stadtpolizei erzählte die Frau, dass sie sich am Mittag des Tattages über das Verhalten eines Busfahrers ihr gegenüber so aufgeregt hatte, dass sie zuhause ein Küchenmesser geholt hatte und damit den Busfahrer dazu bringen wollte, sich bei ihr zu entschuldigen. Die Frau wurde in eine psychiatrische Fachklinik eingewiesen.
Ebenfalls in den ersten Apriltagen bat eine Café-Betreiberin um Hilfe. Trotz Hausverbots hatten fünf Männer ihr Lokal betreten. Auf ihre Aufforderung zu gehen, reagierten sie aggressiv und drohten mit Gewalt. Als der Sohn der Inhaberin ihr zu Hilfe kam, schlug einer der Männer ihm ins Gesicht. Als die Einsatzkräfte eintrafen, hatten die Männer bereits den Ort verlassen. Die Landespolizei übernahm die weiteren Ermittlungen.
Der Finder eines Handys forderte Geld für die Herausgabe des Fundes. Die Eigentümerin und ihr Partner boten ihm einen Finderlohn an, der diesem aber wohl zu wenig war. Erst als die Frau die Stadtpolizei aufsuchte, gab er das Handy heraus. Hier prüft die Stadtpolizei, ob ein Strafantrag gestellt werden kann.
Ein Abschleppdienst bat um Unterstützung. Ein Auto sollte im Auftrag der Landespolizei Frankfurt aufgrund mutmaßlicher Fälschungsmerkmale auf dem Kennzeichen abgeschleppt werden. Der Mann wollte die Herausgabe seines Fahrzeugs erzwingen. Der Aufforderung das Gelände zu verlassen, kam er nicht nach. Die Streife musste ihn schließlich durch Zwang aus dem Gebäude bringen und sprach einen Platzverweis aus.
Die Stadtpolizei wurde mehrmals zu betrunkenen Personen gerufen. Einmal bat der Rettungsdienst bei einer betrunkenen Frau um Hilfe. Ein andermal die Leitstelle der Polizei aufgrund eines herumpöbelnden Mannes in der Schloßstraße. Gegen ihn lag ein Haftbefehl aufgrund illegalen Aufenthalts vor. Bei einem nackten Mann in einer Bank konnten seine Daten nicht klar verifiziert werden, deswegen wurde er an die Landespolizei übergeben. Ein weiterer betrunkener Mann verlor sein Gleichgewicht und stürzte zusammen mit einem mobilen Haltverbotsschild auf die Fahrbahn. Verletzt wurde er dabei nicht. Eine Streife nahm ihn mit zur Wache, wobei sie ihn stützen musste. Da der Mann zu betrunken war, um alleine nach Hause zu kommen, wurde er zur Ausnüchterung in Gewahrsam genommen.
Der Rettungsdienst begleitete einen 15-jährigen Jungen auf die Stadtwache. Zwei Personen hatten ihn mit Pfefferspray attackiert, zuvor hatten sie versucht, ihm sein Mobiltelefon abzunehmen. Passanten hatten dem Jungen Erste Hilfe geleistet und einen Rettungswagen gerufen. Die Stadtpolizei benachrichtigte die Mutter, die sofort erschien. Sie nahm die Namen und Anschrift der Tatverdächtigen auf und empfahl der Mutter eine Strafanzeige zu stellen. Die Landespolizei erhielt einen Bericht.
Auch Mitte und Ende April gab es einige ungewöhnliche Einsätze. Eine Frau meldete sich bei der Feuerwehr, weil bei ihr zuhause drei Katzen wären, die ihr nicht gehörten. Eine Streife der Stadtpolizei fuhr zur Wohnung. Die Frau gab an, dass die drei Katzen Schäden in ihrer Wohnung verursachen würden. Die Stadtpolizisten konnten aber keine Katzen finden. Da die Frau ein auffälliges Hämatom im Gesicht hatte, das wohl durch einen Sturz am Vortrag verursacht worden war, rief die Streife einen Rettungswagen. Die Frau kam in eine Klinik.
Der sozial-psychiatrische Dienst des Stadtgesundheitsamtes bat die Stadtpolizei nach einer Frau zu schauen, die sich aus der stationären Behandlung einer Klinik entfernt hatte. Die Frau empfing die Streife sehr wohlwollend und erzählte, dass zwei Freundinnen zu Besuch wären. Vor Ort waren aber keine weiteren Personen, die Frau unterhielt sich mit ihrem Spiegelbild. Eine Amtsärztin wurde schließlich hinzugezogen, die die Frau davon überzeugte, wieder in die Klinik zu gehen.
Ebenfalls in eine Klinik kam ein Mann, der die Glasscheibe einer Bushaltestelle im Starkenburgring beschädigt hatte. Anhand einer Personenbeschreibung fanden die Einsatzkräfte den Mann in einer Sportanlage. Dieser gab an, an dem Tag mehrere Gegenstände beschädigt und seine Medikamente nur unzureichend eingenommen zu haben. Da eine Eigen- und Fremdgefährdung nicht ausgeschlossen werden konnte, kam er in eine Klinik.
Beschwerden über Jugendliche, die mit sehr schnellen E-Rollern in einer Grünanlage fuhren, führten zu einer Kontrollaktion von Stadtpolizei und Landespolizei. Dabei trafen sie auf einen Jugendlichen mit einem unzulässigen Roller der Marke L2 Max DualMotor und einem selbst ausgedruckten Kennzeichen. Er gab an, dass der Roller bis zu 65 Kilometer pro Stunde fuhr. Der Roller wurde beschlagnahmt, den Jugendlichen erwartet eine Strafanzeige.
Die Stadtpolizei half zudem unter anderem bei einem Wohnungsbrand mit der Absperrung der Wohnung, kümmerte sich um einen leckenden Motorroller, der gestohlen war, um abgesackte Gehwegplatten, um einen Angler ohne entsprechenden Fischerei- und Berechtigungsschein und um einen Jungen, der sich verlaufen hatte.
Aufenthaltsermittlungen
Die Stadtpolizei musste auch im April diverse Aufenthaltsermittlungen durchführen. Hierbei geht es in erster Linie um die Überprüfung ehelicher Lebensgemeinschaften und um Fälle, in denen dringende behördliche Post aufgrund fehlender Briefkästen oder Klingeln nicht zugestellt werden konnte.
Hintergrund
Die Stadtpolizei gehört zum Offenbacher Ordnungsamt und berichtet auf dem städtischen Internetauftritt unter www.offenbach.de/stadtpolizei wöchentlich über ihre Einsätze. Darüber hinaus gibt sie einmal im Monat über den Presse-Newsletter einen kurzen Überblick über die Einsätze im vorherigen Monat.
Wer sich für die ausführlichen Wochenberichte interessiert, kann alle unter www.offenbach.de/stadtpolizei-berichte nachlesen.
Mehr zur Erreichbarkeit der Stadtpolizei: www.offenbach.de/stadtpolizei-kontakte
(Text: PM Stadtpolizei Offenbach)


