
Trotz Regen, Wind und kühler Temperaturen haben die Sportfreunde Rodgau an Christi Himmelfahrt erneut einen erfolgreiche Radtourentag auf die Beine gestellt. Das traditionsreiche Event, das jedes Jahr am Vatertag stattfindet und längst weit über die Region hinaus bekannt ist, lockte auch diesmal zahlreiche Teilnehmer an die EVO-Sportfabrik.
Sogar Glühwein wurde ausgeschenkt, um die Radfahrer nach ihrer Tour wieder aufzuwärmen. Dabei hatten die Organisatoren zu Wochenbeginn noch große Sorgenfalten. „Am Montag haben wir den Wetterbericht geschaut und im Strahl gekotzt“, sagte einer der Verantwortlichen mit einem Schmunzeln. Eine Absage stand dennoch nie ernsthaft zur Debatte. „Wenn wir sagen, wir machen das, dann machen wir das auch.“ Stattdessen wurde kurzfristig umgeplant: Das Bühnenprogramm wanderte wegen des Wetters in die Halle, auf eine große Außenbühne verzichtete der Verein. Die Entscheidung zahlte sich aus.
Zwar blieben bei teils heftigem Regen und niedrigen Temperaturen am Vormittag einige Teilnehmer zu Hause, dennoch gingen rund 700 Radfahrer auf die verschiedenen Strecken. Im Vorfeld hatten sich mehr als 1250 Teilnehmer angemeldet – ein neuer Rekord für die mittlerweile 44. Auflage der Veranstaltung. Besonders gefragt waren erneut die beiden Radmarathons über 203 und 248 Kilometer. Allein dafür lagen rund 300 Voranmeldungen vor. „150 sind den Marathon tatsächlich gefahren. Das ist bei den Bedingungen richtig stark“, freute sich der Veranstalter.
Das Wetter zeigte sich dabei regional völlig unterschiedlich. Während es in Rodgau zeitweise trocken blieb, warteten andernorts Fahrer unter Brücken auf bessere Bedingungen. Viele Teilnehmer kämpften sich dennoch durch – erschöpft, aber glücklich. „Die meisten finden es geil, dass sie es geschafft haben“, berichtete ein Helfer. Ein Teilnehmer aus der Eifel habe nach der Zielankunft kaum noch seine Finger bewegen können, sich aber direkt fürs kommende Jahr angekündigt.
Die Beliebtheit der Veranstaltung zeigt sich längst auch an den weiten Anreisen. Teilnehmer kamen unter anderem aus Hamburg, Bielefeld, der Schweiz und der Eifel nur wegen der Rodgauer Radtourenfahrt. „Auf anderen Veranstaltungen hören wir inzwischen oft: Euch kennen wir sowieso.“
Im Angebot standen diesmal vier Rennradtouren, zwei Radmarathons, Cross- und Mountainbike-Strecken. Dazu kamen geführte Touren und eine Familienradtour. Die Gravel-Touren wurden allerdings abgesagt. Entlang der Strecken sorgten fünf Genussstationen für Verpflegung – darunter erstmals auch warme Getränke.
Auch im Zielbereich herrschte trotz des Wetters beste Stimmung. Neben Live-Musik und Vorführungen von Tanzgruppen in der Halle gab es ein Vatertagsfest, eine After-Bike-Party und einen Laufradparcours für Kinder. Über 200 ehrenamtliche Helfer waren für die Veranstaltung im Einsatz. Genau dieses Engagement macht die Radtourenfahrt der Sportfreunde Rodgau seit Jahren zu einem festen Termin im Veranstaltungskalender vieler Radfans.
(Text: ah)
