Darmstadt erhält Bundesförderung für Demokratie und Vielfalt

Staatssekretär Michael Brand (v.r.) übergibt im Raum Nahariya den Förderbescheid für das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ an Oberbürgermeister Hanno Benz und Dr. Raimund Wirth vom Evangelischen Dekanat Darmstadt. (Foto: Wissenschaftsstadt Darmstadt, Amt für Kommunikation, Tamara Bäsener)

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist in das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) aufgenommen worden. Als neue „Partnerschaft für Demokratie“ erhält die Stadt Fördermittel, um ein starkes Netzwerk für Vielfalt, Toleranz und ein respektvolles Miteinander aufzubauen.


Michael Brand, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBFSFJ, betonte bei der offiziellen Übergabe des Förderbescheids in Darmstadt: „Unsere Demokratie ist stark, doch sie muss weiter verteidigt werden. ‚Demokratie leben!‘ leistet einen wichtigen Beitrag, um unseren demokratischen Rechtsstaat zu stärken. Mit den Partnerschaften für Demokratie fördern wir gemeinsam mit den Kommunen die demokratische Teilhabe – vor Ort, analog und digital.“

Oberbürgermeister Hanno Benz unterstrich die Bedeutung der Förderung: „Wir freuen uns außerordentlich über die Wiederaufnahme in das Bundesprogramm, die ein wichtiges Signal gegen Extremismus und Intoleranz sendet. Nach der anfänglichen Nichtberücksichtigung konnten wir Anfang des Jahres mit einem überarbeiteten Konzept als Nachrücker überzeugen. Diese Mittel ermöglichen es uns, das Engagement lokaler Vereine ab sofort wieder maßgeblich zu stärken.“

Bewährte Strukturen stärken und ausbauen Darmstadt kann auf eine erfolgreiche Teilnahme am Bundesprogramm zurückblicken. Über die Jahre entstanden in der Stadt wertvolle Netzwerke und Strukturen, die die Wirksamkeit lokaler Demokratiearbeit belegen. „Diese etablierten Gruppen und Initiativen bilden das Fundament unserer Arbeit. Wir wollen sie im neuen Förderzeitraum einbinden und von ihren Erfahrungen profitieren“, erklärte Benz.

Angesichts wachsender Herausforderungen gerät unsere Demokratie zunehmend unter Druck, so Hanno Benz: „Unsere Werte stehen unter Druck. Wir dürfen nicht bloß auf Krisen reagieren, sondern müssen das demokratische Fundament im Alltag aktiv festigen. Genau hier setzt das Programm an: Es stärkt den Zusammenhalt dort, wo Menschen täglich zusammenkommen – ob auf dem Sportplatz, in der Feuerwehr, im Betrieb oder in der Schule. Die gezielte Stärkung dieser alltäglichen Bereiche ist von zentraler Bedeutung, um Extremismus den Boden zu entziehen. Gleichzeitig weitet der Ansatz den Blick auf die digitale Welt, um Hetze im Netz entschieden entgegenzutreten und digitale Zivilcourage nachhaltig zu verankern. Zum Beispiel wenn es um die Frage von israelbezogenem Antisemitismus geht.“

Demokratische Mitte im Alltag fördern

Ein zentrales Ziel des Bundesprogramms ist die Stärkung der demokratischen Mitte. Es setzt dort an, wo das Leben stattfindet.

Mit den Bundesmitteln richtet Darmstadt eine koordinierende Fachstelle ein und schafft einen lokalen Aktions- und Initiativfonds. Aus diesem Fonds können Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Schulen Gelder für Projekte beantragen – von interkulturellen Festen über Demokratie-Workshops bis hin zu Aufklärungskampagnen. Das Evangelische Dekanat Darmstadt übernimmt die Fachstelle. Dekan Dr. Raimund Wirth
erklärte: „Als evangelische Kirche stehen wir für die Würde jedes Menschen und ein friedliches Zusammenleben. Wir freuen uns, Verantwortung zu übernehmen, Brücken zu bauen und den Dialog in unserer Stadt zu stärken.”

Bündnis für Demokratie

Zusätzlich wird ein Bündnis für Demokratie, das Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung umfasst, gebildet. Dieses Gremium entscheidet über die Förderung von Projekten und legt Schwerpunkte fest. „Demokratie lebt vom Mitmachen“, betonen Oberbürgermeister Benz und Dekan Dr. Wirth. „Wir laden alle ein, sich einzubringen und unsere Stadt aktiv mitzugestalten. Um eine breite Wirkung zu erzielen, hoffen wir auf rege Beteiligung aus allen Lebensbereichen.“ Eine erste Informationsveranstaltung für interessierte Bürgerinnen und Vereine ist bereits in Planung.

Hintergrund „Demokratie leben!“

Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ stärkt Demokratiebildung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Extremismusprävention. Es unterstützt Kommunen, Länder und andere Akteure bei der Stärkung und Verteidigung unserer Demokratie und hilft bei Prävention und Bekämpfung von Radikalisierung. Mit der Reform des Programms ab 2027 setzt die Bundesregierung besondere Schwerpunkte bei Schulen, Vereinen, der Arbeitswelt sowie im digitalen Raum.

„Partnerschaften für Demokratie“

Die Partnerschaften für Demokratie bilden das Herzstück des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Bundesweit sind schon jetzt 355 kommunale Partnerschaften jedes Jahr in tausenden Projekten aktiv. Die Demokratie-Partnerschaften bringen Kommunen, Vereine, Schulen, Jugendverbände, Feuerwehren, Kultur- und Sporteinrichtungen zusammen.

Dadurch soll insbesondere die breite demokratische Mitte der Gesellschaft gestärkt und Menschen dort erreicht werden, wo der demokratische Dialog im Alltag tatsächlich auch stattfindet.

(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)