Bürgermeisterwahl in Münster: Erwin Vogl zieht zurück und unterstützt Marcus Milligan

Hat erst die Wählergemeinschaft klar! verlassen und verzichtet jetzt auf seine Bürgermeister-Kandidatur: Erwin Vogl, der stattdessen Bewerber Marcus Milligan unterstützen will. (Foto: jedö)

Erwin Vogl tritt doch nicht zur Bürgermeister-Wahl in Münster an. Wenn am 9. August mehr als 10.000 Wahlberechtigte aus der Gersprenz-Gemeinde per Kreuz für den neuen Verwaltungschef – oder angesichts zweier Kandidatinnen erstmals eine Verwaltungschefin – votieren dürfen, wird der Name des 62-Jährigen fehlen. Mitte Mai hatte Vogl zunächst seinen Austritt bei der Wählergemeinschaft klar! und kurz darauf seine unabhängige Kandidatur für die Nachfolge des im April verstorbenen Joachim Schledt verkündet. Am Wochenende gab er nun bekannt, auf seine Bewerbung zu verzichten und stattdessen den ebenfalls parteilosen, mittlerweile aus der CDU ausgetretenen Marcus Milligan zu unterstützen.


Milligan hat seine Unterlagen inzwischen im Rathaus eingereicht. Da der 39-Jährige diesmal nicht von einer Partei nominiert wurde – anders noch als im vorangegangenen Wahlkampf im Herbst 2025 -, musste er unter anderem 74 Unterschriften wahlberechtigter Münsterer abliefern. Eine Hürde, an der auch Vogl nach eigenen Angaben nicht gescheitert wäre: „Ich habe mehr als 90 Unterstützerunterschriften erhalten“, betont er. Dennoch habe er sich „nach reichlicher Überlegung entschieden, nicht anzutreten“.

Als Grund nennt Vogl, er wolle „einem Kandidaten, den ich zu hundert Prozent unterstützen möchte, keine wichtigen Stimmen wegnehmen“. Dieser Kandidat ist für ihn Marcus Milligan. „Marcus ist mit Münster tief verwurzelt“, sagt Vogl. „Er kennt die Menschen, die Vereine, die Themen und die Entwicklungen unserer Gemeinde seit vielen Jahren. Er lebt nicht nur hier, sondern engagiert sich auch seit langer Zeit aktiv für Münster und seine Ortsteile. Wer ihn kennt oder Sitzungen verfolgt hat, weiß, dass er ruhig, sachlich und respektvoll mit Menschen umgeht.“ Nach „mehreren persönlichen Gesprächen“ sei er „zu der Überzeugung gekommen, dass Marcus zuhören kann, Entscheidungen abwägt und Münster langfristig voranbringen möchte“. Zudem trete er „mittlerweile parteilos an und stellt für mich klar die Interessen der Gemeinde über Parteipolitik“.

Einen möglichen Sieg Milligans will Vogl nicht mehr durch eine eigene Kandidatur, die den Mitbewerber womöglich schwächen könnte, im Wege stehen. „Man darf bei so einer wichtigen Entscheidung nicht egoistisch sein. Marcus ist deutlich jünger und hat die Möglichkeit, das Amt über mehrere Perioden hinweg auszuüben.“

(Text: jedö)