Stadt Offenbach stärkt die Kindertagespflege

(Symbolfoto: Pixabay)

Die Stadt Offenbach am Main hat nach einem konstruktiven Dialog mit Kindertagespflegepersonen eine umfassend überarbeitete Satzung zur Betreuung von Tagespflegekindern beschlossen. Vorbehaltlich der Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung können sich die rund 80 Offenbacher Tagespflegepersonen ab Juli 2026 über eine Verbesserung ihrer Rahmenbedingungen freuen.


Bürgermeisterin Sabine Groß begrüßt die gemeinsam erarbeiteten Verbesserungen: „Die neue Satzung ist ein klares Bekenntnis zur hohen Bedeutung der Kindertagespflege in Offenbach. Uns war wichtig, den Tagespflegepersonen nicht nur bessere und sicherere Arbeitsbedingungen zu schaffen, sondern auch den Familien ein flexibles und qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot zu stabilen Kosten zu sichern.“

Stadt erhöht Zuschüsse

Die Satzungsänderung war seit längerem in Planung, um auf rechtliche und organisatorische Veränderungen zu reagieren und dabei auch viele Forderungen der Tagespflegepersonen aufzugreifen. Nachdem die ursprüngliche Vorlage zur Neufassung der Satzung im Januar von den Stadtverordneten an das Jugendamt rücküberwiesen wurde, hat die Verwaltung den Entwurf im konstruktiven Dialog mit den Tagespflegepersonen und einer Elternvertreterin erneut überarbeitet. Die Stadt erhöht ihre Zuschüsse für die Tagespflege um weitere 30.000 Euro, sodass insgesamt 150.000 Euro zusätzlich für die Verbesserungen zur Verfügung stehen. Dies hat die Umsetzung weiterer Projekte und Forderungen der Tagespflege ermöglicht. Finanziert werden sie über nicht belegte Betreuungsplätze, da wie im gesamten U3-Bereich auch in der Tagespflege eine rückläufige Nachfrage zu verzeichnen ist. Es gab von Seiten der Kindertagespflegepersonen auch Forderungen, die in dieser Fassung nicht berücksichtigt werden konnten. Zum einen fehlt in der aktuellen Haushaltssituation das erforderliche Budget, zum anderen gibt es auch rechtliche Hürden

Konkret steigen die Sachkosten pro Betreuungsstunde auf 1,94 Euro (bisher 1,80 Euro) und der Zuschlag für die Betreuung in Randzeiten wird beibehalten, um die Flexibilität für berufstätige Eltern noch besser zu unterstützen. Die Überarbeitung des Entwurfs enthält auch eine weitergehende Übernahme der Beiträge der Tagespflegepersonen zur gesetzlichen Unfallversicherung und bietet den Tagespflegepersonen zusätzliche Absicherung. Die Satzung nimmt zudem verbindlich die regelmäßige Überprüfung der Kostensätze auf, was für langfristige Planungssicherheit und eine stetige Anpassung an aktuelle Entwicklungen sorgt.

Darüber hinaus bleiben folgende, bereits in der ersten Fassung vorgesehene, Verbesserungen bestehen, wie eine verbindliche Fortzahlung der laufenden Geldleistung, wenn Eltern ihre Kinder kurzfristig aus der Tagespflege nehmen. Für die wichtige Vorbereitung auf die Betreuung der Kinder wird eine monatliche Pauschale von 40 Euro eingeführt. Die oft sensible und zeitintensive Eingewöhnungszeit der Kinder wird künftig vollständig refinanziert. Zudem steigt der Zuschuss für Fortbildungen von 5 Euro auf 6 Euro pro Unterrichtseinheit.

Die Elternbeiträge bleiben bewusst auf dem bestehenden Niveau und damit unter dem der Kindertagesstätten. Dies soll dazu beitragen, die Nachfrage nach der qualifizierten Betreuung in der Kindertagespflege zu stabilisieren und Offenbacher Familien finanziell nicht weiter zu belasten. Die frühere Begrenzung der Betreuung für bestimmte Tageszeiten wurde aufgehoben, was Kindertagespflegepersonen mehr Spielraum bei der Gestaltung der Kinderbetreuung bietet.

„Mit der Änderung der Satzung stärken wir die Tagespflege, gerade in einer Zeit in der die Nachfrage sinkt. Es ist mir ein wichtiges Anliegen, die Tagespflege, die ein wichtiger Bestandteil des Bildungs- und Betreuungsangebots für die Kinder unserer Stadt ist, zu unterstützen“, so Bürgermeisterin Groß.

(Text: PM Stadt Offenbach)