Wie viel Flüssigkeit benötigen Babys und Kleinkinder bei Hitze?

(Symbolfoto: bule auf Pixabay)

Mit steigenden Temperaturen stellen sich Eltern regelmäßig die Frage, wie viel ihr Kind trinken sollte und wie sie es vor Hitze schützen können. Das Netzwerk Gesund ins Leben gibt Tipps.

An heißen Tagen sind Babys und Kleinkinder gut im Schatten und an kühleren Orten aufgehoben. Und wie sieht es mit dem Flüssigkeitshaushalt aus, wenn es heiß ist und die Kinder mehr schwitzen? Sollen sie dann mehr trinken? Das hängt vom Alter ab: Erst ab dem dritten Brei benötigen Babys tendenziell zusätzliche Flüssigkeit.


„Auch bei großer Hitze brauchen gesunde Babys, ob gestillt oder mit Säuglingsanfangsnahrung ernährt, kein zusätzliches Wasser oder andere Getränke. Häufiges Stillen oder Füttern nach Bedarf reicht völlig aus und ist für den empfindlichen Mineralhaushalt sicherer“, weiß Kathrin Herold, Beauftragte für Stillen und Ernährung des Deutschen Hebammenverbandes. Erst später, mit Einführung des dritten Breis, brauchen sie zusätzliche Flüssigkeit.

Essen Kleinkinder zunehmend am Familientisch und bekommen nach und nach weniger Mutter- bzw. Flaschenmilch, lernen sie das Trinken. Tatsächlich trinken Kleinkinder durchschnittlich nur etwa die Hälfte der empfohlenen Menge von rund sechs kleinen Bechern. Besonders bei hohen Temperaturen sollte ihnen vermehrt Wasser angeboten werden – sowohl zum Essen als auch zwischendurch.

Fakten und Tipps zum Thema Trinken und Hitze für Babys und Kleinkinder

• Nach Bedarf stillen: Bei großer Hitze möchten Babys vielleicht häufiger gestillt werden und sollten nach Bedarf angelegt werden. Extra Wasser benötigen sie nicht.

• Ausreichend trinken: Kleinkindern, die bereits feste Nahrung zu sich nehmen, ausreichend Wasser anbieten. Als Regel gilt: Ein- bis vierjährige Kinder sollten rund 820 Milliliter am Tag trinken. Je nach Größe sind das ca. sechs kleine Becher. Bei hohen Temperaturen oder stärkerer körperlicher Aktivität steigt der Flüssigkeitsbedarf.

• Am besten Wasser: Kleinkinder bekommen am besten Wasser zu trinken – ob Leitungs- oder Mineralwasser ist egal. Auch ungesüßte, zuckerfreie Getränke wie Kräuter- oder Früchtetee können zusätzlich zu Wasser angeboten werden. Bei Kräutertees möglichst verschiedene Sorten abwechselnd anbieten.

• Diese Getränke vermeiden: Getränke mit Koffein wie Cola, Kaffee, Grün- und Schwarztee sowie Eistee und Energydrinks sind tabu. Limo und Fruchtsäfte enthalten viel Zucker und sollten vermieden werden, da sie das Risiko für Übergewicht und Karies steigern. In einem kleinen Glas Apfelsaft (150 Milliliter) zum Beispiel stecken von Natur aus 15 Gramm Zucker; das entspricht fünf Stück Würfelzucker.

• Ab in den Schatten: Die zarte Babyhaut verträgt keine direkte Sonne und Hitze kann den kleinen Körper überfordern. Daher sollte sich das Baby entsprechend leicht gekleidet an einem luftigen Schattenplatz aufhalten. Kleinkinder ab einem Jahr gut mit einer Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30 eincremen. Am stärksten ist die Sonne zwischen 10 und 15 Uhr – in dieser Zeit sollten Kleinkinder die direkte Sonne meiden. Gut aushalten lässt es sich dann in schattigen Parks oder kühleren Innenräumen.

Hintergrund

Das Netzwerk Gesund ins Leben ist ein Zusammenschluss von Institutionen, Fachgesellschaften und Verbänden zur Förderung der frühkindlichen Gesundheit – von der Zeit vor der Schwangerschaft bis ins Kleinkindalter. Alle Akteure dieses Netzwerks unterstützen Familien beim gesunden Aufwachsen ihrer Kinder. Basis dafür sind die fachlich gesicherten, konsentierten Handlungsempfehlungen.

Das Netzwerk stellt Informationen für Fachkreise, Familien und Presse zur Verfügung: Auf der Webseite, auf Instagram, per Newsletter, durch Fortbildungen, auf Veranstaltungen und in Informationsmaterialien. Darüber hinaus wirkt das Netzwerk auf strukturelle Rahmenbedingungen ein, um Familien und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Alltag zu unterstützen.

Das Netzwerk Gesund ins Leben ist Teil des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH).

(Text: Pm Netzwerk Gesund ins Leben)