Das gute Wetter bescherte der Stadtpolizei viele Ruhestörungen. Darunter eine Familie, die durch ihren Lärm andere Hotelgäste vergrault hatte. Gefordert war sie auch bei vielen anderen Einsätzen: Ein Junge wurde von einem Jugendlichen bedroht und getreten, aus einem Hotel kamen Hilferufe, die auf einen Streit zwischen Mutter und Sohn zurückgingen, sowie viele Falschparker.
Ruhestörungen
Im Mai meldeten Bürgerinnen und Bürger zwischen 23 und 34 Ruhestörungen pro Woche in Gaststätten, Privathäusern und auf öffentlichen Plätzen.
Bei einer Ruhestörung trafen die Einsatzkräfte auf zwei Männer, die neben einer Musikbox saßen und einen Joint rauchten. Die Streife fand neben Haschisch auch eine Crackpfeife und einen Behälter mit Pillen, der nach Angabe der Männer Amphetamine beinhalten würde. Einer der Männer war einschlägig bekannt. Eine Streife der Landespolizei wurde hinzugezogen und übernahm die weiteren Maßnahmen.
Eine weitere Ruhestörung führte die eingesetzte Streife in ein Hotel. Sie nahm bereits auf der Straße laute Musik und Streit wahr. Die Frau an der Rezeption erzählte, dass bereits einige Gäste abgereist wären, weil es wiederholt Probleme mit einer untergebrachten Familie gebe. Im Hotelzimmer waren vier Personen, darunter ein betrunkener Mann. Dieser reagierte nicht auf die Aufforderung, die Musik leiser zu stellen oder auszuschalten. Die Musikbox musste die Streife schließlich mitnehmen. Doch der Lärm ging danach weiter: Bereits beim Einladen der Musikbox in den Streifenwagen hörten die Einsatzkräfte erneut lauten Streit und Musik. Im Hotelzimmer angekommen, sahen sie, wie sich die Familie mit geöffneten Getränkedosen und weiteren Gegenständen bewarf. Da die Stimmung aufgeladen war, forderten sie eine Streife der Landespolizei an. Als diese erschien, hatte sich die Lage erstmal beruhigt. Doch kaum hatten die Streifen das Hotelzimmer verlassen, hörte man wieder Streit und laute Musik. Diesmal ließ der Mann über sein Mobiltelefon Musik laufen und sang lautstark mit. Die Streife nahm ihm das Mobiltelefon ab.
Hilflose Personen
Die Stadtpolizei wird regelmäßig zu hilflos wirkenden Menschen gerufen. Im Mai waren das zwischen vier und acht Personen pro Woche. Einige davon hatten zu viel Alkohol getrunken und waren so in eine hilflose Lage geraten.
Verkehr
Die Verkehrspolizei kontrollierte pro Woche an bis zu 22 verschiedenen Orten die Geschwindigkeit und leitete pro Woche im Schnitt rund 110 Verfahren wegen Überschreitens der Höchstgeschwindigkeit ein.
Besonders viele Knöllchen wegen Falschparkens gab es in der ersten Maiwoche, es waren 1.212. Bis zu 41 Fahrzeuge pro Woche wurden aufgrund erheblicher Verkehrsbehinderungen abgeschleppt. Besonders viele waren es in der dritten Maiwoche, weil Anwohnende in der Feldstraße und Parkende am Stadion sich nicht an die fristgerecht aufgestellten Haltverbote gehalten hatten.
Für die Zulassungsstelle Offenbach wurden 209 Fahrzeuge zur zwangsweisen Abmeldung erfasst. Dies betrifft in der Regel Fahrzeuge, für welche die Versicherung oder die Steuer nicht gezahlt wurde oder die aufgrund erheblicher Mängel nicht mehr verkehrssicher sind.
Stadtpolizei und Landespolizei kontrollierten gemeinsam an einem Tag 13 Taxen und Mietwagen. Es gab insgesamt 35 Verstöße, darunter mangelhafte Bereifung und der Verdacht auf eine nicht angemeldete Beschäftigung. Begleitet wurde die Kontrolle durch die zuständige Mitarbeiterin der Fachabteilung.
Streifendienst und Gefahrenabwehr
Zweimal begleitete die Stadtpolizei einen Rettungswagen, einmal sollte eine junge Frau in die Jugendpsychiatrie nach Frankfurt. Auf dem Weg dorthin bemerkten die Einsatzkräfte eine bewusstlose Frau auf der Fahrbahn und leisteten Erste Hilfe, während ein weiterer Rettungswagen angefordert wurde. Währenddessen versuchte die junge Frau zu fliehen, biss und schlug dabei eine angehende Stadtpolizistin. Diese alarmierte über den Notrufknopf des Funkgeräts die anderen Einsatzkräfte, die schließlich die Flucht der jungen Frau verhinderten. Die junge Frau wurde schließlich in die Psychiatrie gebracht und die aufgefundene bewusstlose Frau kam in die Universitätsklinik Frankfurt. Auch der Transport eines Pflegeheimbewohners in die Psychiatrie verlief nicht ganz reibungslos. Er versuchte die Einsatzkräfte zu schlagen und bespuckte sie. Er bekam schließlich eine Spuckschutzhaube aufgesetzt und musste im Rettungswagen fixiert werden.
Mehrfach rückten Streifen aus, weil Personen in der Bismarckstraße und dem Hessenring illegal Scheiben putzten. Die Einsatzkräfte durchsuchten diese nach Bargeld und zogen insgesamt knapp 200 Euro ein. Die Personen erhielten Platzverweise.
Bei einem gemeldeten Streit und Hilferufen aus einem Hotel handelte sich um einen Streit zwischen einer Mutter und ihrem Sohn. Ein hinzu gerufener Verwandter hatte vergeblich versucht, den Streit zu schlichten. Die Streife erfuhr, dass es täglich Streit gab und kontaktierte das Jugendamt. Die zuständige Mitarbeiterin entschied schließlich, dass der Sohn die Nacht bei seinem Onkel verbringen sollte. Das Jugendamt prüfte den Sachverhalt am Folgetag.
Ein Jugendlicher erschien mit einem Freund auf der Stadtwache, um eine Körperverletzung anzuzeigen. Er berichtete, dass er in einem Bus von einem weiteren Jugendlichen mit Schlägen bedroht worden war. Am Marktplatz angekommen, trat der Jugendliche dem Jungen in den Rücken. Der Täter hatte zudem ein Pfefferspray dabei und trug einen mutmaßlich schusswaffenähnlichen Gegenstand im oder am Rucksack. Er war anschließend mit einem Bus in Richtung Rumpenheim gefahren. Die Streifen nahmen die Fahndung nach dem Linienbus auf und stoppten ihn in der Mainstraße. Der Beschuldigte befand sich aber nicht mehr im Bus. Da der Geschädigte minderjährig war, brachte ihn eine Streife zur Anzeigenaufnahme auf das Polizeirevier. Die Landespolizei nahm den Sachverhalt auf und brachte den Jungen nach Hause.
Bei einem Fall von häuslicher Gewalt trafen die Einsatzkräfte auf eine Frau und ihr neugeborenes Baby. Ihr Lebenspartner war im Wohnzimmer. Beide hatten frische Verletzungen. Die Streife forderte den Rettungsdienst sowie die Landespolizei an und dokumentierte den Vorfall. Der Fall wurde schließlich an die Landespolizei übergeben.
Eine Streife bemerkte ein unbeleuchtetes Auto, bei dem vorne das Kennzeichen fehlte. Bei der Kontrolle fiel ein Messer in einem Holster auf, welches sich griffbereit zwischen Fahrersitz und Mittelkonsole befand. Die Streife stellte das Messer mit einer Länge von etwa 19 bis 20 Zentimeter sicher und meldete es der Waffenbehörde. Der Fahrer erhielt eine Ordnungswidrigkeitsanzeige.
Ein Autofahrer zeigte sich uneinsichtig, als er eine Anzeige erhielt, weil er verbotenerweise auf dem Gehweg geparkt hatte. Er kam hinzu, als eine Streife die Anzeige aufnahm und weigerte sich, das Auto zu entfernen mit der Begründung, dass er den Parkplatz nun bezahlt hätte. Erst als die Streife ihm drohte, das Auto abschleppen zu lassen, war er dazu bereit. Die Aufforderung sich auszuweisen, ignorierte er und stieg einfach in sein Fahrzeug, um loszufahren. Die Streife verhinderte die Anfahrt. Der Fahrer war weiterhin gereizt und gab seine Anschrift erst an, nachdem er belehrt wurde, dass er ansonsten eine weitere Ordnungswidrigkeitsanzeige erhalten würde.
Uneinsichtig war auch ein Bürger, der das Bürgerbüro trotz Aufforderung nicht verlassen wollte, nachdem er eine Mitarbeiterin beleidigt hatte. Eine Streife musste ihm erstmal erklären, dass das Bürgerbüro das Hausrecht habe und eine Dienstleistung auch verweigern dürfe.
In der vorletzten Maiwoche musste eine Streife einem Kioskmitarbeiter zu Hilfe eilen, der einen randalierenden Mann meldete. Dieser trat gegen das Einsatzfahrzeug, noch bevor die Stadtpolizisten aussteigen konnten. Der Kiosk war verwüstet und Waren lagen verstreut auf dem Boden. Als die Streife ausstieg, ging der Mann aggressiv auf diese zu und pöbelte sie in einer unverständlichen Sprache an. Mehrfach mussten die Einsatzkräfte ihn zurückstoßen. Da er sich nicht ausweisen wollte, durchsuchten sie ihn nach Dokumenten. Zuerst versuchte der Mann zu entweichen, plötzlich drehte er sich um und schlug mit der Faust in Richtung eines Stadtpolizisten, verfehlte diesen jedoch. Die Streife brachte ihn zu Boden und fixierte ihn. Aufgrund diverser Tatbestände wurde er an die Landespolizei übergeben.
Bei dem Versuch eine Katze aus einer verbotenen Schlagfalle zu retten, entwich diese. Die Falle wurde schließlich in der Nähe gefunden. Die Katze hatte sich bei der Flucht wohl selbst befreit. Da es sich um ein verbotenes Tellereisen für Marder und Waschbären handelte, nahm die Streife dieses mit und übergab die weitere Ermittlung an das Veterinäramt.
In der letzten Maiwoche holte die Stadtpolizei zusammen mit dem Veterinäramt zwei Vögel und eine Katze aus einer stark vermüllten Wohnung, nachdem deren Bewohnerin aufgrund eines Notfalls in eine Klinik musste.
In der gleichen Woche erschien ein Mann auf der Stadtwache und erzählte, er gehöre einer Spezialeinheit an uns müsse dringend in ein „Safe-House“ gebracht werden. Um ihn besser verstehen zu können, wurde ein Übersetzer hinzugezogen. Diesem erzählte der Mann, dass er Stimmen ihm Kopf hörte, die ihm sagen würden, er sollte mit einem Flugzeug in ein Gebäude stürzen und alle Personen töten. Daraufhin verließ der Mann die Stadtwache. Eine Streife folgte ihm unverzüglich, zugleich wurde die Landespolizei alarmiert und ein Rettungswagen gerufen, um den Mann in die Psychiatrie zu bringen. Der Mann ging in ein Café gegenüber der Stadtwache. Eine Mitarbeiterin der Landespolizei übernahm die Gesprächsführung, da sie dessen Muttersprache konnte. Die Landespolizei übernahm die weiteren Maßnahmen.
Ein Jugendlicher wollte sich einer Kontrolle entziehen und fuhr mit seinem E-Roller, der ohne Kennzeichen war, davon. Die Streife stellt ihn jedoch in der Tiefgarage am Marktplatz und nahm ihn mit auf die Stadtwache. Da er minderjährig war, benachrichtigte die Stadtpolizei seine Eltern. Währenddessen meldete sich der Eigentümer des Rollers. Dieser musste ebenfalls zusammen mit seinen Eltern auf die Stadtwache kommen, da sich herausgestellt hatte, dass der Roller verbotenerweise eine Höchstgeschwindigkeit von über 50 Kilometer pro Stunde erreicht. In beiden Fällen gab es Strafanzeigen.
Ein wohl betrunkener E-Roller-Fahrer stürzte vor dem Rathaus, zwei Stadtpolizisten leisteten Erste-Hilfe. Als die Rettungskräfte eintrafen, machten sie zudem einen Atemalkoholtest, der einen Wert von 3,27 Promille ergab. Da der Mann Verletzungen im Gesicht hatte und laut Zeugen kurz bewusstlos gewesen war, kam er ins Krankenhaus. Die weitere Sachbearbeitung, darunter einen Bluttest, übernahm dann die Landespolizei.
Aufenthaltsermittlungen
Die Stadtpolizei musste auch im Mai zwischen zehn und 31 Aufenthaltsermittlungen pro Woche durchführen. Hierbei geht es in erster Linie um die Überprüfung ehelicher Lebensgemeinschaften und um Fälle, in denen dringende behördliche Post aufgrund fehlender Briefkästen oder Klingeln nicht zugestellt werden konnte.
Hintergrund
Die Stadtpolizei gehört zum Offenbacher Ordnungsamt und berichtet auf dem städtischen Internetauftritt unter www.offenbach.de/stadtpolizei wöchentlich über ihre Einsätze. Darüber hinaus gibt sie einmal im Monat über den Presse-Newsletter einen Überblick über die Einsätze im vorherigen Monat. Im Monatsbericht kann nur eine gekürzte Auswahl der Einsätze aufgenommen werden. Wer sich für die ausführlichen Wochenberichte interessiert, kann alle unter www.offenbach.de/stadtpolizei-berichte nachlesen.
(Text: PM Stadt Offenbach)

