Magistrat Offenbach verabschiedet Kommunale Wärmeplanung

(Symbolfoto: Thomas Breher auf Pixabay)

Fahrplan zur klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2045 vorgelegt

Der Magistrat hat in seiner jüngsten Sitzung die Kommunale Wärmeplanung verabschiedet und zur weiteren Beratung den Stadtverordneten vorgelegt. Bürgermeisterin und Klimadezernentin Sabine Groß: „Die Kommunale Wärmeplanung für Offenbach zeigt mögliche Wege auf, wie eine nachhaltige und zukunftsfähige Wärmeversorgung im Stadtgebiet bis zum Jahr 2045 gestaltet werden könnte. Wichtig ist: Der Wärmeplan legt noch keine Verpflichtungen für einzelne Eigentümerinnen und Eigentümer fest und ersetzt keine individuelle Beratung.“


Ausgangslage: Hoher Sanierungsbedarf und starke Abhängigkeit von fossilen Energieträgern

Aktuell wird die Wärmeversorgung der Stadt noch überwiegend durch fossile Energieträger geprägt. Erdgas stellt dabei mit über 50 Prozent den größten Anteil. Gleichzeitig wurden und 65 Prozent der Gebäude vor 1978 errichtet. Das deutet auf einen erheblichen Sanierungsbedarf hin, um Energie einzusparen und die Heizkosten langfristig zu senken.

Fernwärme als wichtiger Baustein

Die Offenbacher Strategie setzt auf mehrere Säulen: den Ausbau und die Umstellung der Fernwärme, dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen sowie eine bessere Energieeffizienz in Gebäuden.

Das Fernwärmenetz, das seit 1968 besteht und rund 95 Prozent seines jährlichen Absatzes von etwa 520 GWh (Gigawattstunden, einer Maßeinheit für die Energiemenge) mittels Kraft-Wärme-Kopplung bereitstellt, wird als Rückgrat der zukünftigen Wärmeversorgung betrachtet. Die EVO plant bereits, den Kohleausstieg bis spätestens 2030 umzusetzen und das Netz zu verdichten. Bis 2045 soll die Fernwärme zunehmend aus klimafreundlichen Quellen wie Abwärme aus der thermischen Abfallbehandlung (52 Prozent) und aus Rechenzentren (41 Prozent) gespeist werden. Diese umweltfreundliche Fernwärme soll dann etwa 60 Prozent des gesamten Wärmebedarfs decken.

Für Gebiete ohne Fernwärme werden insbesondere Wärmepumpen mit rund 38 Prozent an der gesamten Wärmeversorgung als mögliche Lösung gesehen. Der Ausbau der Photovoltaik auf Dächern kann dazu beitragen den wachsenden Strombedarf für Wärmepumpen zu decken.

Energie sparen senkt Kosten und Emissionen

Ein Schwerpunkt liegt auf der Sanierung bestehender Gebäude. Durch Maßnahmen wie Dämmung, effizientere Heiztechnik und Optimierung in Unternehmen könnte der Wärmebedarf bis 2045 um 19 Prozent sinken. Gleichzeitig würden die Treibhausgas-Emissionen im Wärmebereich drastisch von etwa 236.000 Tonnen im Basisjahr auf rund 9.300 Tonnen im Jahr 2045 sinken.

„Die Wärmewende wird für viele Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer eine Herausforderung sein. Deshalb wollen wir als Stadt Orientierung bieten, Wissen vermitteln und konkrete Unterstützung ermöglichen, damit jede und jeder die passende klimafreundliche Lösung finden kann“, sagt Bürgermeisterin Sabine Groß.

Die Leiterin des Amtes für Umwelt und Klima Wiebke Fiebig ergänzt: „Viele Menschen fragen sich, welche Heizung künftig sinnvoll ist und welche Schritte sie zuerst angehen sollten. Deshalb setzen wir auf kostenlose Energieberatungen, detaillierte Mustersanierungssteckbriefe und informative Veranstaltungen um den Übergang zu einer nachhaltigen Wärmeversorgung so einfach und transparent wie möglich gestalten. Wir wollen auch die Durchführung von Machbarkeitsstudien für Nahwärmenetze finanzieren.“

Wärmeplanung wird regelmäßig überprüft und aktualisiert

Der Wärmeplan ist kein endgültiger Fahrplan, sondern ein Wegbegleiter. Er soll regelmäßig überprüft und weiterentwickelt werden, um auf neue technische Entwicklungen, gesetzliche Rahmenbedingungen und Erfahrungen aus der Praxis reagieren zu können. Die erste Fortschreibung in Offenbach ist spätestens bis Ende 2031 geplant und soll auch das Thema Kälteplanung berücksichtigen.

Zudem wird ein starker Fokus auf die tiefergehende Betrachtung der sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Wärmewende gelegt, um sozialverträgliche Lösungen und mögliche Förderprogramme für einkommensschwache Haushalte zu entwickeln.

Weitere Informationen zur Kommunalen Wärmeplanung der Stadt Offenbach am Main gibt es unter www.offenbach.de/waermeplanung.

(Text: PM Stadt Offenbach)