
Schott in Kaskadenwehr eingesetzt
Ein wichtiger Meilenstein für den Hochwasserschutz am Innovationscampus Offenbach ist erreicht: Kürzlich wurde das zentrale Element des neuen Kaskadenwehrs eingebaut – ein 15 Zentimeter dickes Stahlschott. Es verhindert künftig, dass bei hohen Wasserständen Mainwasser in das Kanalnetz zurückstaut.
Das Kaskadenwehr wurde bereits im letzten Jahr bis zu zehn Meter tief in den Boden eingebracht und an den Regenwasser-Hauptkanal angeschlossen. Die hydraulisch betriebene Anlage wird künftig den Abfluss von Regenwasser stufenweise in den Main regulieren. Gleichzeitig kann sie bei Bedarf Wasser zurückhalten und so zur Entlastung des Entwässerungssystems beitragen.
Mit dem nun eingesetzten Stahlschott erhält die Anlage ihre zentrale Steuerungskomponente. Das rund 4 Meter hohe und 1,30 Meter breite Bauteil wurde im Inneren des Kaskadenwehrs installiert und fungiert künftig als verschließbares Absperrelement – vergleichbar mit einer überdimensionalen Rückstauklappe.
„Das Schott ist das Herzstück des Kaskadenwehrs. Mit seinem Einbau schaffen wir die Grundlage für den Hochwasserschutz“, sagt Tom Lang, Gesamtprojektleiter der OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH.
Im Regelbetrieb arbeitet das Schott vollautomatisch und kann je nach Wasserstand und Betriebsanforderung hydraulisch angehoben oder abgesenkt werden, um den Wasserfluss gezielt zu steuern. Auf diese Weise wird verhindert, dass bei hohen Wasserständen Mainwasser durch Rückstau in das Kanalsystem gelangt und Wasser auf das Gelände dringt. Bei Starkregen kann Regenwasser zeitweise zurückgehalten und kontrolliert abgelassen werden.
Zur Sicherstellung des dauerhaften Betriebs wurden im Vorfeld zusätzlich Spülrohre in das Bauwerk integriert. Sie ermöglichen es, Sedimentablagerungen gezielt auszuspülen und die Funktionsfähigkeit des Systems langfristig zu gewährleisten.
Hintergrund Innovationscampus Offenbach
Über hundert Jahre lang prägte die chemische Industrie Wirtschaft und Stadtbild Offenbachs. Danach lag der Großteil von 2009 bis 2020 als Brache. Im Masterplan Offenbach 2030 entstand 2016 die Idee, ihn zu einem Schlüsselprojekt der Wirtschaftsentwicklung zu machen. Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke nahm das Projekt nach seinem Amtsantritt als eines seiner wichtigsten Vorhaben in die Hand. 2019 konnte die Stadt sich nach zehn Jahren als Brache mit Clariant auf einen Kauf einigen. Dadurch entsteht heute auf dem ehemaligen Clariant-Gelände, einer 36 Hektar großen Industriebrache und der größten zusammenhängenden innerstädtischen Entwicklungsfläche in der Metropolregion Rhein-Main, mit dem Innovationscampus Offenbach ein zukunftsweisendes Industrie- und Gewerbequartier.
Strategisches Ziel des Oberbürgermeisters war von Anfang an, dass die Stadt große Flächen in ihren Besitz bringt, um aktiv Gewerbeansiedlungen vorantreiben zu können. Es sollten Unternehmen nach Offenbach geholt werden, die gut bezahlte Arbeitsplätze und dauerhaft Gewerbesteuereinnahmen sichern. Der Innovationscampus stärkt zudem auf Anregung der Planer mit einer neuen innerstädtischen Nord-Süd-Verbindung die Anbindung an den Main für den Rad- und Fußverkehr. Ergänzt wird auch eine neue mögliche Durchwegung von Ost nach West.
Im Auftrag der Stadt Offenbach wird das Areal von der Stadtwerke-Tochter INNO Innovationscampus Offenbach GmbH & Co. KG entwickelt, die dabei auf die langjährige Expertise der OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH etwa aus der Entwicklung des Hafenquartiers zurückgreift.
Weitere Infos online unter: Innovationscampus | Stadt Offenbach am Main
(Text: PM Stadtwerke Offenbach)

