Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat der Entsiegelung und Begrünung des Quartiersplatzes in der Lincoln-Siedlung zugestimmt. Das Projekt greift einen Antrag in der Stadtverordnetenversammlung aus dem Jahr 2023 auf und zeigt, dass die Stadt Bürgerwünsche ernst nimmt und klimagerechte Lösungen umsetzt.
Klimaschutzdezernent Michael Kolmer unterstreicht die doppelte Wirkung des Vorhabens: „Hier geht es um mehr, als nur um Bäume und Bänke. Wir handeln im Sinne der Klimaanpassung, um Hitzeinseln zu reduzieren und die Lebensqualität der Bewohnerschaft zu stärken. Mit diesem Projekt senken wir perspektivisch die Temperatur im Bereich des Quartiersplatzes um bis zu 5° Celsius an heißen Tagen. Gleichzeitig reagieren wir auf die Wünsche aus der Bürgerschaft nach mehr Aufenthaltsqualität, Schatten und Natur. Zugleich berücksichtigen wir mit einer lernenden Planung, wie sich die Nutzung der Freiflächen auf Lincoln entwickelt hat. Mit diesem Projekt beweisen wir: Darmstadt hört zu und handelt.“
Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Barbara Akdeniz betont die soziale und gesundheitliche Dimension: „Die Lincoln-Siedlung ist ein lebendiges, weltoffenes Quartier mit einer starken Gemeinschaft. Gerade hier brauchen wir Orte, an denen Menschen sich abkühlen, bewegen und begegnen können. Dieses Projekt stärkt den Zusammenhalt und schützt die Gesundheit – besonders für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen.“
Mobilitätsdezernent Paul Georg Wandrey hebt die verkehrliche Einbindung hervor: „Der Quartiersplatz bleibt auch nach der Begrünung ein wichtiger Knotenpunkt im Quartier. Die Durchgängigkeit für Fußgänger und Radfahrer zwischen Schule und Nahversorger ist gesichert, und die befestigten Flächen bleiben für Märkte und Feste nutzbar. So bleibt der Platz ein lebendiger Ort für alle.“
Die Entsiegelung von Pflasterflächen und die Pflanzung von 19 Bäumen sind Maßnahmen, um die hitzebedingte Belastung im dicht bebauten Quartier zu verringern. Durch die Kühlung aufgrund der Verdunstung senken Bäume und wassergebundene Wegedecken die Temperatur im Sommer. Gleichzeitig schaffen die neuen Baumhaine natürliche Rückzugsorte mit Schatten, die besonders für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen wichtig sind. Nicht zuletzt tragen heimische Arten wie Traubeneiche oder Feldahorn zur Verbesserung der Luftqualität bei, indem sie Feinstaub filtern und Insekten und Vögeln Lebensräume bieten.
Ein Symbol für Demokratie und Geschichte bilden zwei Scharlach-Eichen – der offizielle Baum der US-Hauptstadt Washington D.C. –, die an die Vergangenheit Lincolns als US-Army-Siedlung erinnern. „Genau 250 Jahre nach der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung sind sie auch ein Zeichen für die Stärke demokratischer Werte – gerade in Zeiten, in denen diese weltweit unter Druck stehen“, so Akdeniz, Kolmer und Wandrey gemeinsam.
Die Planung entstand im Dialog mit der Bürgerschaft. Bei einer Nachbarschaftsrunde im September 2025, organisiert von der Quartierswerkstatt Lincoln, wurden die ersten Entwürfe vorgestellt. Die konkreten Anregungen der Anwohnerschaft, etwa nach mehr Sitzgelegenheiten und Spielflächen, flossen direkt in die finale Planung ein.
„Die Bürgerinnen und Bürger haben uns klar gesagt: Wir brauchen mehr Grün, mehr Schatten und mehr Orte zum Verweilen. Genau das setzen wir jetzt um. Das ist gelebte Partizipation – und ein Beispiel dafür, wie wir in Darmstadt Stadtgestaltung leben: mit den Menschen, nicht über sie hinweg“, so Akdeniz, Kolmer und Wandrey abschließend.
Die Planungen sollen bis zum Ende des Sommers abgeschlossen sein, die Bauvergabe ist für Herbst 2026 vorgesehen.
(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)


