BUND-Ökotipp: Wenn die Stadt glüht

(Symbolfoto: jplenio auf Pixabay)

Hitze stresst Mensch und Umwelt

Deutschland und weite Teile Europas ächzen unter extremer Hitze. Schon die vergangenen Jahre waren zu trocken, Hitzewellen werden häufiger. Die Aussichten für den Sommer 2026: die Trockenheit bleibt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) weist auf den Wert von Stadtgrün für Menschen, Tiere und Pflanzen hin. Christian Hönig, BUND-Abteilungsleiter Biodiversität, erklärt, was jeder und jede von uns für mehr Grün in der Stadt tun kann.


Stadtleben bei Trockenheit: Das hilft Tieren

„In der Stadt freuen sich Insekten, Reptilien, Säugetiere und Vögel immer über Wasserstellen. Das kann ein Gartenteich oder eine Wasserschale auf dem Balkon sein. Bei künstlich angelegten Trinkstellen ist es wichtig, die Trinkgefäße täglich sauber zu halten, weil sonst Keime übertragen werden können“, erklärt Hönig.

Insekten sollten darin durch Stöckchen oder andere Schwimmhilfen Rettungsinseln finden. Auch kühle, feuchte Versteckmöglichkeiten im Schrebergarten, Innenhof oder im Hausgarten werden von vielen Tieren geschätzt. „Der Laubhaufen in der Ecke, der Kompost im Garten, das undurchdringliche Gebüsch, aber auch das gemulchte Beet können Schatten, Feuchtigkeit und damit Rettung in der Trockenheit bedeuten“, so Hönig.

Stadtnatur umfasst sowohl Parks und Gärten, Brachflächen, begrünte Dächer und Fassaden, aber auch blühende Balkone. Sie ist vielfältig und überlebenswichtig. Die Möglichkeiten etwas für die Artenvielfalt zu tun, sind zahlreich. Blütenreiche heimische Pflanzen, Nisthilfen für Vögel, Insekten und Fledermäuse helfen Tieren in der Stadt. „Pflanzen Sie statt Rasen einen Streifen Blumenwiese und lassen Sie Totholz im Garten oder im Innenhof liegen. Das bietet Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten.“

Stadtbäume leiden stark unter Trockenheit

In Zeiten der Klimakrise, sind es vor allem die Bäume, die durch Verschattung oder Verdunstung die Temperatur in der Stadt reduzieren können. Am Extremstandort Straße mit wenig Wurzelraum und Bodenverdichtung leiden die Bäume jedoch stark unter der anhaltenden Trockenheit. Die Kommunen müssen große Anstrengungen unternehmen, damit sie nicht einfach absterben.

Hönig: „Wenn Bürger*innen in Nothilfe Bäume gießen, dann ist das ein toller Einsatz für die Natur. Wenn Sie gießen, dann bitte lieber einmal ausgiebig – 80-100 Liter, das sind acht bis zehn Gießkannen – als mehrmals wenig. So versickert das Wasser in den Wurzelraum, und verdunstet nicht an der Oberfläche.“

BUND-App “Mein Baum”: Hilf Stadtbäume schützen!

Wer einen aktiven Beitrag zum Naturschutz, insbesondere zum Baumschutz leisten möchte, kann dies mit der App „Mein Baum“ des BUND tun. Gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) laden der BUND und der BUND Naturschutz in Bayern Bürger*innen ein, zum Schutz von Stadtbäumen beizutragen. Über die gleichnamige kostenlose Smartphone- und Web-App können Nutzer*innen Bäume kartieren und Angaben zu Art, Zustand und Standort machen.
Neben den Bäumen wirken naturnahe Grünflächen, entsiegelte Höfe und sogar Dachbegrünung als natürlicher Klimaschutz. Außerdem sind sie unerlässlich, um im Lebensraum Stadt, Habitate und Biotope für Insekten und Tiere anzubieten. Hönig: „Reden Sie mit Ihren Vermieter*innen oder ihrer Wohnungsbaugenossenschaft und fragen nach, ob Sie ihren Innenhof begrünen und versiegelte Fläche aufbrechen dürfen. Oftmals gibt es auch lokale Fördermöglichkeiten, um kleine Projekte für die Stadtnatur zu finanzieren, beispielsweise Dachbegrünung oder die Aufstellung von Hochbeeten im Straßenraum. Auch eine Regentonne aufzustellen, um Wasser zum Gießen zu sammeln, ist eine gute Idee.
Naturliebhabende können sich auch bei ihrer Kommune melden, um die Baumscheibe vor dem eigenen Mietshaus zu begrünen. Wir raten dazu regionale Wildpflanzen auszusäen oder zu pflanzen, die eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten sind und oftmals besser mit den Bodenverhältnissen und Trockenheit klar kommen, als hochgezüchtete Pflanzen.“

Stimme erheben für mehr Stadtgrün

Die eigentliche Aufgabe besteht darin unsere Städte und Siedlungen fit für den Klimawandel zu machen. Neuer Wohnraum muss immer auch zusammen mit grünen Freiflächen entwickelt und (Regen)Wasser konsequent mitgedacht werden, etwa indem in der Stadtentwicklung das Prinzip der Schwammstadt angewendet wird.

Hönig: „Wir raten den Menschen: Setzen Sie sich in Bezirksversammlungen, Gemeindesitzungen oder bei anderen Treffen dafür ein, dass ihre Nachbarschaft grüner und naturnäher gestaltet wird. Oder werden Sie Mitglied in einem Umweltverband, finden eine aktive Gruppe und helfen so, unsere Lebensgrundlagen zu schützen.“

(Text: PM Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND))