30 Jahre Institut der Kasseler Stottertherapie: Wenn Wissenschaft Leben verändert

Im Bild (v.l.): Daniel Rudenko, Dr. Alexander Wolff von Gudenberg, Esther Dilcher, Herbert Frosch und Norbert Bender. (Foto: KST)

Mit rund 80 Gästen feierte das Institut der Kasseler Stottertherapie (KST) sein 30-jähriges Bestehen. Zu den Gästen zählten unter anderem der Bürgermeister von Bad Emstal, Daniel Rudenko, der Vorstandsvorsitzende der Bundesvereinigung Stottern und Selbsthilfe e. V. (BVSS), Norbert Bender, sowie die Bundestagsabgeordnete Esther Dilcher, MdB (SPD). „Das Jubiläum hat eindrucksvoll gezeigt, welche Bedeutung die Kasseler Stottertherapie in den vergangenen drei Jahrzehnten für Betroffene und die Fachwelt gewonnen hat“, erklärt Herbert Frosch, Geschäftsführer des KST Instituts.


Fachliche Anerkennung und persönliche Erfolgsgeschichten

Berichte der beiden ehemaligen Patienten. (Foto: KST)

Die Veranstaltung unterstrich die besondere Stellung der Kasseler Stottertherapie im deutschsprachigen Raum. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistete Prof. Dr. Katrin Neumann von der Universität Münster. In ihrem Vortrag präsentierte sie Studienergebnisse aus 30 Jahren KST und verdeutlichte die wissenschaftliche Fundierung der Therapiearbeit. Zu den Höhepunkten der Veranstaltung gehörten ebenfalls die Berichte zweier ehemaliger Patienten. Sie schilderten, wie die Therapie ihren Lebensweg beeinflusst hat. Einer der beiden berichtete, dass er ohne die Unterstützung der KST weder ein Studium aufgenommen noch seinen heutigen Beruf als Zahnarzt ergriffen hätte. Der zweite Patient erklärte, dass er ohne die Therapie nicht die berufliche Position erreicht hätte, die er heute als Prokurist innehat. „Die Geschichten der beiden Patienten zeigen, dass erfolgreiche Stottertherapie weit über die Verbesserung des Sprechens hinausgeht und ganze Lebenswege positiv beeinflussen kann“, sagt Dr. Alexander Wolff von Gudenberg, selbst Betroffener und ärztlicher Leiter des KST Instituts.

Beitrag von Norbert-Bender der Einblicke in seine Stasi Akte zeigt. (Foto: KST)

Einen persönlichen Beitrag lieferte auch Norbert Bender. Er gewährte den Gästen Einblicke in seine Stasi-Akte und schilderte, wie stark seine Stottersymptomatik damals stigmatisiert wurde. Sein Vortrag machte deutlich, welchen Vorurteilen Menschen mit Stottern in der Vergangenheit begegneten und welche Folgen dies für ihr Leben haben konnte. Einen Rückblick auf die Geschichte der Kasseler Stottertherapie gab Dr. Wolff von Gudenberg. Er zeichnete die Entwicklung der Einrichtung nach und berichtete von den Herausforderungen, Erfolgen und Meilensteinen der vergangenen drei Jahrzehnte. Das Jubiläum bot damit nicht nur Anlass für einen Rückblick, sondern auch für den Austausch über die zukünftige Weiterentwicklung der Stottertherapie.

Weitere Informationen unter www.kasseler-stottertherapie.de.

Kurzprofil

Das Institut der Kasseler Stottertherapie (KST) wurde 1996 von dem selbst betroffenen Dr. Alexander Wolff von Gudenberg gegründet und zählt heute zu den führenden Einrichtungen für die Behandlung von Stottern in Europa. Seit 2022 wird die KST Institut GmbH von Herbert Frosch geleitet. Am Standort im hessischen Bad Emstal arbeitet das Institut mit rund 30 auf Stottertherapie spezialisierten Therapeutinnen und Therapeuten wissenschaftlich fundiert und zugleich konsequent praxisnah. Zum Einsatz kommen innovative Therapiekonzepte in Präsenz, online und in hybriden Formaten, sowie modernste Therapie-Software. Die strukturierten Intensivkurse mit systematischer Nachsorge richten sich an Kinder ab drei Jahren gemeinsam mit ihren Eltern sowie an Jugendliche und Erwachsene mit dem Ziel eines dauerhaft flüssigeren Sprechens. Bis heute haben mehr als 4.500 Patienten die krankenkassenfinanzierte Therapie erfolgreich durchlaufen. Damit ist das KST Institut die größte Einrichtung seiner Art in Europa.

(Text: PM Kasseler Stotertherapie)