Hitzeschutz: Stadt Wiesbaden sorgt vor und sensibilisiert für verantwortungsvolles Handeln

(Symbolfoto: Immo Wegmann auf Unsplash)

Die Stadt Wiesbaden bereitet sich auf künftige Hitzewellen vor und ruft die Bevölkerung dazu auf, sich über Hitzeschutz zu informieren und aufeinander zu achten. Das teilten Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, der Sachgebietsleiter Rettungsdienst und Medizinische Gefahrenabwehr, Norbert Hagner, sowie die stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Katharina Ferrari-Kühne, bei einer Pressekonferenz mit.


Der Deutsche Wetterdienst hat im Klimprax-Projekt auch das Stadtklima von Wiesbaden untersucht. Die Modelle zeigen: Bis 2060 nehmen Sommertage, heiße Tage und Tropennächte in Wiesbaden deutlich zu.

“Durch eine Hitzewelle kommen wir nur gemeinsam”

„Die Stadt trifft Vorkehrungen für heiße Tage – doch gut durch eine Hitzewelle kommen wir nur gemeinsam“, sagte Oberbürgermeister Mende. „Hitzeperioden werden uns künftig häufiger begegnen. Deshalb appelliere ich eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger: Achten Sie auf sich und aufeinander. Schauen Sie nach Ihren Nachbarinnen und Nachbarn, Freunden und Angehörigen und unterstützen Sie sie, wo immer Sie können – sei es beim Einkauf, mit regelmäßigen Anrufen oder Besuchen. Mir ist dabei wichtig, dass es nicht bei einem einzigen Mal bleibt: Gerade an heißen Tagen kommt es darauf an, regelmäßig nachzufragen und in Kontakt zu bleiben. So können wir Schlimmeres verhindern und gemeinsam gut durch die heißen Tage kommen.“

Wie kann ich mich auf Hitzewellen vorbereiten? Wie kann ich anderen Menschen während einer Hitzewelle helfen? Worauf ist bei Schwangeren, Babys und Kindern besonders zu achten und worauf bei älteren Menschen? Unter www.wiesbaden.de/hitze stehen Antworten auf diese und weitere Fragen sowie Hintergründe zu Hitzewellen und zum Hitzeschutz. Sollte eine extreme Wetterlage eintreten, informiert die Stadt unter www.wiesbaden.de/krisenfall.

Oberbürgermeister Mende verwies darauf, dass unter www.wiesbaden.de/hitze auch bekannte Hinweise zu finden sind: „Es wird empfohlen, ausreichend und regelmäßig Wasser zu trinken und körperliche Anstrengungen zu vermeiden oder in die kühleren Morgen- und Abendstunden zu verlegen. Die Erfahrung der vergangenen Tage hat gezeigt, dass genau diese Maßnahmen dazu beitragen, gut durch die Hitze zu kommen und die Einsatzkräfte zu entlasten.“

Extreme Hitze fordert die Notfallversorgung

Wie stark extreme Hitze die Notfallversorgung fordert, zeigt der Vergleich des zurückliegenden Hitzewochenendes Ende Juni dieses Jahres mit Höchsttemperaturen von 39 bis 41 Grad Celsius mit einem Wochenende Ende Juni 2025 mit 30 bis 34 Grad Celsius: Die Rettungsdiensteinsätze stiegen um rund 42 Prozent, die Krankenhauszuweisungen um 30 Prozent. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei den schwer erkrankten Patientinnen und Patienten aus, ein Plus von 162 Prozent. Die Zahl der rettungsdienstlichen Todesfeststellungen stieg von 3 auf 33 Fälle. Nicht jeder einzelne Fall lässt sich unmittelbar auf die Hitze zurückführen. Die deutliche Häufung während der extremen Temperaturen macht jedoch sichtbar, wie stark große Hitze insbesondere ältere und gesundheitlich vorbelastete Menschen gefährdet.

„Solche Hitzewellen bringen den Rettungsdienst und auch die Krankenhäuser an ihre Grenzen“, sagte Norbert Hagner, Sachgebietsleiter Rettungsdienst und Medizinische Gefahrenabwehr. „Wenn die Einsätze sprunghaft ansteigen und immer mehr schwer erkrankte Menschen versorgt werden müssen, ist das eine enorme Anstrengung für alle Einsatzkräfte. Umso wichtiger ist es, dass jede und jeder mithilft, Notfälle von vornherein zu vermeiden. So bleiben unsere Kräfte für die wirklich kritischen Fälle einsatzbereit.“

Eigenes Verhalten entscheidend

Das eigene Verhalten ist entscheidend. Darauf wies Dr. Katharina Ferrari-Kühne, stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes, hin: „Jede und jeder Einzelne kann mit einfachen Maßnahmen dazu beitragen, gut durch die Hitze zu kommen. Passen Sie nicht nur Ihr eigenes Verhalten an die Temperaturen an, sondern achten Sie auch auf besonders gefährdete Mitmenschen – auf Ältere, Kinder sowie gesundheitlich vorbelastete Personen – und suchen Sie den Kontakt zu ihnen. Und lassen Sie Menschen und Tiere niemals in abgestellten Fahrzeugen zurück, hier können schon wenige Minuten lebensgefährlich werden.“

Auch die Stadt selbst bereitet sich auf künftige Hitzewellen vor und hat dazu einen Verwaltungsstab eingerichtet. Er arbeitet dezernats- und ämterübergreifend, koordiniert alle städtischen Aktivitäten rund um den Hitzeschutz und prüft, welche Maßnahmen zum Schutz und zur Vorsorge der Wiesbadener Bevölkerung nötig und möglich sind, um sie anschließend umzusetzen.

Ein erstes Ergebnis ist die kurzfristige Bereitstellung eines kühlen Ortes mit Sitzgelegenheiten und Trinkwasser: der klimatisierte Raum 22 im Erdgeschoss des Rathauses, Schlossplatz 6. Er steht an Tagen, für die Temperaturen ab 30 Grad Celsius angekündigt sind, für Bürgerinnen und Bürger offen – zunächst montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr sowie samstags von 9 bis 15 Uhr. Bei Bedarf werden diese Zeiten angepasst. Darüber hinaus wurde ein Hitze-Telefon eingerichtet: Unter (0611) 319090 beantworten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ab Mittwoch, 8. Juli, Fragen rund um das Thema Hitze, montags bis freitags zwischen 8 und 16 Uhr. Außerdem hat die Stadt einen Flyer mit Tipps zum richtigen Verhalten bei Hitze erstellt. Dieser wird in den kommenden Tagen postalisch an die Wiesbadener Haushalte verteilt.

Eine Übersicht aller ausgewiesenen kühlen Orte und Refill-Stationen sowie die Hinweise des Hitzeaktionsplans sind ebenfalls unter www.wiesbaden.de/hitze zu finden.

(Text: PM Landeshauptstadt Wiesbaden)