„Manege frei!“ hieß es am Ende einer ereignisreichen Ferienwoche beim Mitmachzirkus „Piccolo“ der Sportfreunde Rodgau. Statt professioneller Artisten standen bei der großen Abschlussvorstellung die Kinder selbst im Mittelpunkt und präsentierten im festlich geschmückten Zweimastzelt mit sichtbarem Stolz ihr neu erlerntes Können. Eltern, Großeltern und zahlreiche weitere Besucher belohnten die jungen Künstler mit langanhaltendem Applaus.
Bereits zum dritten Mal hatten die Sportfreunde Rodgau den Kinderzirkus in der ersten Ferienwoche angeboten. Insgesamt nahmen 65 Kinder teil, darunter zehn Kinder mit Handicap. Ihnen standen 15 engagierte Betreuerinnen und Betreuer sowie fünf erfahrene Artisten zur Seite, die täglich von 9 bis 15 Uhr die verschiedenen Zirkusdisziplinen vermittelten. Das Besondere an dem Konzept: Alles geschah nach dem Motto „Jeder kann, keiner muss“. Die Kinder konnten frei entscheiden, welche Kunststücke sie ausprobieren wollten. Ob als Clown, Jongleur, Trapezkünstler, Seiltänzer, Bodenakrobat oder Zauberer – jeder fand seine Rolle und konnte sich nach seinen Interessen entfalten.
Dass dieses offene Konzept hervorragend funktionierte, zeigte sich eindrucksvoll bei der Abschlussvorstellung. Mit großer Begeisterung präsentierten die jungen Artistinnen und Artisten im Scheinwerferlicht ihr Erlerntes und wuchsen dabei sichtbar über sich hinaus. In den Zuschauerreihen verfolgten viele Eltern und Verwandte die Darbietungen ihrer Kinder mit viel Freude. Bevor das Ferienprojekt überhaupt beginnen konnte, galt es allerdings noch eine unerwartete Herausforderung zu meistern. Ursprünglich sollte das Zirkuszelt auf der Freizeitanlage an der Gänsbrüh aufgebaut werden. Nachdem dort jedoch Eichenprozessionsspinner entdeckt worden waren, musste kurzfristig ein neuer Standort gefunden werden. In einer gemeinsamen Kraftanstrengung wurde das Zweimastzelt schließlich auf dem Gelände neben der EVO-Sportfabrik aufgebaut, sodass der Mitmachzirkus wie geplant starten konnte.
Auch hinter den Kulissen war der organisatorische Aufwand groß. Ein zehnköpfiges Küchenteam kümmerte sich während der gesamten Woche um das leibliche Wohl der Kinder. Das Mittagessen wurde von zahlreichen Sponsoren aus Gastronomie und Handel gespendet, zwischendurch gab es immer wieder kleine Snacks. „Die Kinder hatten eigentlich immer Hunger“, sagte Organisatorin Hannah Sahm mit einem Lächeln. Zu den Gästen der Abschlussvorstellung gehörte auch der Vorsitzende des Sportkreises Offenbach, Jörg Wagner, der sich beeindruckt von dem Projekt zeigte. Für die Sportfreunde Rodgau war der Mitmachzirkus wieder erneut ein voller Erfolg – nicht nur wegen der gelungenen Aufführung, sondern vor allem, weil die Kinder eine Woche voller Bewegung, Kreativität, Gemeinschaft und unvergesslicher Erlebnisse genießen konnten.
(Text: ah)

