Fahrzeug erfasst den Zustand der Straßen in Offenbach

Symbolbild Schlagloch (Foto: Matt Hoffman auf Unsplash)

Stadtservice lässt regelmäßig die Schäden auf den Fahrbahnen in einem Kataster hinterlegen

Wer sich aktuell auf einer Offenbacher Straße von einem orangefarbenen Transporter mit Kameraausrüstung verfolgt fühlt, kann entspannt bleiben: Die Objektive des Fahrzeugs sind nur nach unten auf die Straße gerichtet. Sie erfassen im Auftrag des Stadtservices der Stadtwerke Offenbach den Zustand nahezu aller Fahrbahnen im Stadtgebiet. So soll ermittelt werden, wo Straßen beschädigt sind und Reparaturen besonders dringend sind. Insgesamt werden rund 325 Kilometer befahren. Ausgenommen sind die noch nicht endgültig ausgebauten Straßen in den Neubaugebieten.


Etwa alle sechs Jahre lassen die Stadtwerke Offenbach den Straßenzustand professionell erfassen. Dafür beauftragen sie ein Consulting-Büro, das wiederum ein zertifiziertes Unternehmen mit dem Messfahrzeug einsetzt. Nach Abschluss der Befahrung erhält der Stadtservice eine detaillierte digitale Auswertung. „Diese Angaben helfen uns dabei, die vorhandenen knappen Mittel für Fahrbahnreparaturen gezielt und möglichst effizient einzusetzen“, sagt Stadtkämmerer und zuständiger Dezernent Martin Wilhelm.

Die Ergebnisse fließen in einen Straßenzustandsbericht ein. Darin steht unter anderem, wie stark eine Straße beschädigt ist und wie dringend dort gehandelt werden muss. Außerdem enthält der Bericht Empfehlungen, wie die Straßen am besten erhalten werden können, sowie eine Einschätzung, wie sich ihr Zustand künftig entwickeln könnte und den Umfang notwendiger Mittel. Im Jahr 2021 wurde dabei ermittelt, dass für die mittelfristige Erhaltung insgesamt rund 30 Millionen Euro in die Fahrbahnen investiert werden müssten, kurzfristig sah das Gutachten einen Bedarf von rund 68 Millionen Euro. Durch die finanziell extrem angespannte Situation muss jedoch stark priorisiert und Mittel gezielt eingesetzt werden.

Die Fahrten können sich je nach Witterung über mehrere Wochen hinziehen. Geplant ist der Einsatz bis Mitte August. Danach erhält der Stadtservice unter anderem ein Straßenkataster, auf denen der Zustand der jeweiligen Fahrbahn farbig markiert ist: Von blau (gut) bis rot (schlecht) sind es fünf verschiedene absteigende Kategorien. Danach und nach der Nutzung der Straßen legt die Abteilung Tiefbau ihre Prioritätenliste für die nächste Saison der Asphaltarbeiten aus.

„Die regelmäßige Untersuchung des Straßenzustands ist für Kommunen gesetzlich vorgeschrieben“, sagt Heiko Linne, Betriebsleiter der ESO Stadtservice GmbH. „Diese Pflicht wird in Offenbach bereits durch den Einsatz der Straßengeher erfüllt, die pro Jahr alle Straßen je nach Nutzungsdruck unterschiedlich häufig unter die Füße nehmen. Sie richten allerdings ihren Blick vor allem auf Schäden. Die Kameraauswertung dagegen liefert einen breiten Zustandsbericht auch im Vergleich der Entwicklung zu vorherigen Untersuchungen. Sie zeigt auch die Fahrbahnerneuerungen der vergangenen Jahre und gibt so einen digital aufbereiteten Gesamtüberblick.“

(Text: PM Stadt Offenbach)