Laufen für den guten Zweck in Münster

Hielt trotz früher Wadenkrämpfe durch: Der Münsterer Lutz Roßkopf ist zugunsten der Tierfreunde Dieburg 105 Runden im Gersprenzstadion gelaufen. (Foto: jedö)

Der Münsterer Lutz Roßkopf ist im Gersprenzstadion seinen ersten Marathon gelaufen

Bislang war Lutz Roßkopf „nur“ als Initiator und Organisator dabei gewesen – diesmal stieg er auch selbst in die Laufschuhe: Zum vierten Mal hat im Gersprenzstadion ein Spendenmarathon für die gute Sache stattgefunden, Gaudi neben der Laufbahn inklusive. Unter dem Motto „Ein Mann. Eine Krise.“ stellte sich der 29-jährige Münsterer der Herausforderung, auf der Tartanbahn 42,195 Kilometer zu absolvieren, also mehr als 105 Runden. Weil Roßkopf trotz eifrigen Trainings schon zur Hälfte der Strecke Krämpfe bekam, wurde das Unterfangen zur echten Tortur. Dennoch zog er durch, und am Ende stand sogar ein Rekorderlös.


Aus dem spaßigen Veranstaltungszusatz „Er geht ans Limit. Wir gehen zum Bierstand.“ sollte für Roßkopf bei sommerlichen Bedingungen Ernst werden. Denn der erste Marathon seines Lebens wurde noch härter als gedacht. „Es war auf der Bahn ziemlich heiß“, berichtet er von seiner Challenge. „Das hatte ich unterschätzt.“ Als Folge sei sein „Puls ziemlich hoch gewesen“, höher als im Training, mit dem der Münsterer nach der bis dato dritten Auflage des Benefizevents im Sommer 2025 begonnen hatte. „Während der ersten Hälfte hatte ich Spaß“, lässt er den sportlich bislang härtesten Nachmittag seines Lebens Revue passieren. „Als dann die Krämpfe kamen, ging es erstmal nur darum, durchzuhalten. Da war ich im Tunnel.“

Erst habe die linke Wade gekrampft, dann die rechte. Ein unangenehmes Gefühl, das Roßkopf aus den Trainingsläufen so nicht kannte. „Ich bin zwei- bis dreimal die Woche gejoggt“, blickt er auf die Vorbereitung zurück. „Am Anfang war mein langer Lauf fünf Kilometer weit, am Ende 35.“ Dennoch schlug der berüchtigte „Mann mit dem Hammer“ zu, und das besonders früh.

Aus der angepeilten Zeit von unter vier Stunden wurde deshalb deutlich nichts. Mit seinen 4:36 Stunden, in denen Roßkopf unter dem Gejohle Dutzender Fans finishte, war er freilich im Reinen: „Beim Halbmarathon lag ich noch gut in der Zeit. Durch den kleinen Einbruch wegen der Krämpfe bin ich aber zufrieden, dass ich es überhaupt gepackt habe.“ Dabei begleiteten ihn einige Runden lang unter anderem Einradfahrer des Vereins Radsport Münster, „auch Freunde und einige Hunde sind ein paar Runden mitgelaufen“. Ein Begleiter absolvierte neben dem Hauptwettkämpfer sogar einen Halbmarathon.

Wichtiger als die Zielzeit waren Lutz Roßkopf freilich der gesellige und der wohltätige Aspekt des Spendenmarathons. Der brachte noch etwas mehr Geld zusammen als beim Rekord der bisherigen drei Jahre. 1.700 Euro kamen durch den Verkauf von Speisen und Getränken im Stadion oder über kleinere Zuwendungen zusammen. Überdies spendete der Münsterer Medizintechnik-Spezialist Osartis 500 Euro direkt an die Tierfreunde Dieburg. Sie waren diesmal der Nutznießer des Ereignisses und bekamen insgesamt 2.200 Euro für ihre Vereinsarbeit. „Mir war wichtig, dass eine lokale Organisation das Geld erhält“, so Roßkopf.

2027 will er das Format für die gute Sache fortführen. Derzeit überlege er, ob man dabei mehr Leuten die direkte sportliche Beteiligung ermöglichen könnte. Auch der Gedanke, die Ausrichtung formal einem Verein zu übertragen, der Spendenquittungen ausstellen kann, erwäge er. Nach dem Event wolle er übrigens weiterlaufen, sagt Lutz Roßkopf, der damit zuvor wenig am Hut hatte: „Das hat mir mehr gegeben, als ich gedacht hatte. Ich habe abgenommen und fühle mich hundertmal besser!“

(Text: jedö)