Blühende Oasen am Gehwegrand in Offenbach

Brigitte Koenen bepflanzt und pflegt ein Beet in der Löwenstraße. (Foto: Stadtwerke Offenbach)

Grünpatinnen und -paten bereichern mit ihrem ehrenamtlichen Engagement die Aufenthaltsqualität in der Stadt

Zwischen grauem Asphalt und Baumscheiben mit festgetretener Erde oder etwas öden Bodendeckern gibt es in Offenbach immer mehr Grünflächen am Straßenrand, die mit blühendem und frischem Grün ins Auge fallen. Diese sind oft engagierten Bürgerinnen und Bürgern zu verdanken, die sich ehrenamtlich als Grünpaten einsetzen. Koordiniert und unterstützt werden die Grünpatinnen und -paten vom Stadtservice der Stadtwerke Offenbach. Die Abteilung Qualitätssicherung hilft bei der Erstanlage eines Beetes, kauft dafür auch in Absprache die ersten Pflanzen und berät bei der Pflege.


„Die Straßen werden dank dieses Engagements viel attraktiver“, sagt Stadtkämmerer und zuständiger Dezernent Martin Wilhelm. „Und wir spüren alle, dass die Sommer immer heißer werden, gerade die Innenstädte heizen sich dann auf. Deshalb ist es wichtig, dass wir viele Grünflächen haben, auf denen Büsche und Bäume wachsen, die Schatten spenden, in denen aber auch bei Starkregen das Wasser versickern kann. Deshalb leisten hier die Grünpatinnen und -paten einen wertvollen Beitrag für das Gemeinwohl.“

Die Gründe für das Engagement der ehrenamtlichen Gärtnerinnen und Gärtner sind unterschiedlich: Wer seinen eigenen Garten mit viel Liebe und grünem Daumen pflegt, so dass alles wächst, gedeiht, sprießt und sich vermehrt, dem wird das eigene Grundstück bald zu klein und setzt das Gärtnern vor der Haustür fort. Oder es gibt keinen eigenen Garten und die Betreuung einer Fläche vor dem Haus ersetzt in der Innenstadt das eigene Beet.

Dagmar Frank und Brigitte Stieneke beispielsweise setzen ihr glückliches Händchen für alles, was grünt und blüht, nicht nur im eigenen Garten ein, sondern auch davor am Rand des Gehwegs in der Weikertsblochstraße. Dort haben sie nach und nach bis zur nächsten Querstraße alle Grünflächen entlang der Straße in grüne und blühende Oasen verwandelt. „Wir haben vor 27 Jahren damit angefangen“, erzählt Brigitte Stieneke, „damals haben wir uns mit dem Grünflächenamt der Stadt abgesprochen. Seit 2008 sind wir jetzt offiziell Grünpatinnen bei den Stadtwerke Offenbach.“ Rund 200 Offenbacher Grünpatinnen und -paten engagieren sich inzwischen für die bepflanzten Flächen vor ihrer Haustür.

Seit zwei Jahren ist auch Brigitte Koenen dabei. Für sie sind die inzwischen auf 20 Meter ausgeweiteten Grünflächen vor ihrer Wohnung in der Löwenstraße ein Garten-Ersatz. „Mich hat die Bepflanzung des Mittelstreifens auf der Mühlheimer Straße inspiriert“, sagt Koenen. Dort hat der Stadtservice vor fünf Jahren angefangen, attraktive Stauden als Blickfang und Nahrung für Insekten anzupflanzen. Je nach Witterung investiert Brigitte Koenen rund zwei Stunden Pflege wöchentlich in ihre liebevoll angelegten Beete.

„Beim Wässern helfen mir oft die Nachbarn, damit ich nicht die schweren Kannen schleppen muss, in der Erde wühle ich aber allein“, sagt Koenen. Damit es nicht zu viele volle Kannen sind, die aus dem Hof ihres Wohnhauses über den Gehweg zu den Stauden, Büschen und Bäumen getragen werden müssen, sucht sie mit Hilfe von Tobias Milbrat von der Qualitätssicherung des Stadtservices Pflanzen aus, die wenig Wasser verbrauchen, aber auch winterhart und insektenfreundlich sind. Tobias Milbrat ist gelernter Gärtner und erster Ansprechpartner für die Grünpatinnen und -paten.

Brigitte Koenen freut sich nicht nur über die blühenden Beete vor ihrer Haustür, sie zieht noch einen weiteren Vorteil aus ihrem ehrenamtlichen Engagement. „Man bekommt so viel Kontakt zu anderen Leuten, wenn man hier auf den öffentlichen Flächen gärtnert“, erzählt sie. „Viele Nachbarn kommen dann auf einen Plausch heraus und bringen auch mal ein Getränk mit. Und immer wieder bleiben Menschen stehen, die ich bis dahin nicht kannte, und es entwickelt sich ein kleines Gespräch.“.

„Wer ebenfalls ehrenamtlich vor der Haustür gärtnern möchte, kann sich auch ohne Vorkenntnisse gerne bei uns melden“, sagt Abteilungsleiterin Katrin Kaiser. „Wir unterstützen gerne. Wichtig ist nur, dass die Leute sich regelmäßig kümmern. Das bedeutet auch, die Pflanzen bedarfsgerecht auch durch die immer längeren trockenen Phasen im Hochsommer zu gießen und bei Bedarf auch eine Urlaubsvertretung organisieren, sowie Müll, Unkraut, überstehende Zweige und Triebe sowie gegebenenfalls auch Hundekot zu entfernen.“

„Damit haben wir zum Glück wenig Probleme“, sagt Dagmar Frank. „Unsere Flächen sind so gut eingewachsen, dass hier Unkraut wenig Platz findet und die Hunde beziehungsweise die Hundehalter respektieren offenbar, dass sich hier jemand Mühe mit den Beeten gibt.“ Andere Tiere sind in den Beeten sehr willkommen: Auf Lavendel, Sedum, Margariten, Wolfsmilch und vielen anderen Blühgewächsen findet man Insekten aller Art. „Wir achten sehr darauf, dass wir hier Pflanzen haben, die Tieren Nahrung bieten“, sagt Brigitte Stieneke. Für Vögel haben die beiden Grünpatinnen Nistkästen in den selbst gepflanzten Büschen und Bäumen aufgehängt. Inzwischen müssen sie keine Pflanzen mehr nachkaufen, Nachschub bieten Setzlinge aus dem eigenen Garten. „Unsere Palmlilie haben wir immer wieder geteilt und auch verschenkt, die findet man inzwischen an vielen Stellen im Stadtgebiet.“

Wer eine Grünflächenpatenschaft übernehmen möchte, kann sich unter www.offenbach.de/gruenpaten informieren. Dort finden Interessenten auch ein Kontaktformular für Nachfragen oder eine Anmeldung.

(Text: PM Stadtwerke Offenbach)