Sein markanter Ruf und seine spektakulären Flugmanöver gehören seit Jahrhunderten zur Kulturlandschaft. Doch der Kiebitz (Vanellus vanellus) ist selten geworden. Der einst weit verbreitete Wiesenvogel gilt heute als stark gefährdet. Umso erfreulicher ist die Entwicklung im Landkreis Darmstadt-Dieburg: Dank des engagierten Zusammenwirkens der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises, der Landwirtschaft, ehrenamtlicher Naturschützerinnen und Naturschützer sowie weiterer Partner finden Kiebitze wieder geeignete Brutplätze – mit ersten erfolgreichen Nachzuchten.
Die sogenannten Hergershäuser Wiesen zwischen Münster und Hergershausen zählen inzwischen zu den bedeutendsten Kiebitz-Brutgebieten Hessens. Feuchte Wiesen und Ackerflächen bieten dem Bodenbrüter ideale Voraussetzungen für die Aufzucht seiner Jungen. Noch vor wenigen Jahrzehnten war der Kiebitz in der Feldflur des Landkreises selbstverständlich. Doch trockene Frühjahre, die Intensivierung der Landwirtschaft, der Verlust geeigneter Lebensräume und der steigende Druck durch Fressfeinde führten bundesweit zu einem dramatischen Bestandsrückgang. Zwischen 1980 und 2016 gingen die Bestände um rund 93 Prozent zurück.
„Der Kiebitz ist ein Symbol dafür, dass erfolgreicher Artenschutz nur gemeinsam gelingen kann. Als Kreisverwaltung setzen wir uns gemeinsam mit unseren Partnern dafür ein, wertvolle Lebensräume zu erhalten und konkrete Schutzmaßnahmen umzusetzen. Dass sich der Kiebitz im Landkreis Darmstadt-Dieburg wieder ansiedelt und erfolgreich brütet, ist ein großer Erfolg für den Naturschutz und zeigt, dass unser gemeinsames Engagement Wirkung entfaltet“, betont Vize-Landrat Lutz Köhler.
Eine besondere Rolle übernimmt dabei die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises. Sie koordiniert gemeinsam mit den beteiligten Akteuren die notwendigen Schutzmaßnahmen, stimmt diese mit den Flächeneigentümern und Bewirtschaftern ab und begleitet die Umsetzung fachlich.
So konnte auf einer landwirtschaftlichen Fläche in den Hergershäuser Wiesen nach Beginn einer Kiebitzbrut der Brutbereich in enger Abstimmung zwischen dem Landwirt, der Unteren Naturschutzbehörde, dem Landschaftspflegeverband Darmstadt-Dieburg mit einem mobilen Elektrozaun gesichert werden. Dadurch wurden Füchse, Waschbären und freilaufende Hunde von den Nestern ferngehalten. Wirtschaftliche Einbußen des Landwirts wurden über das hessische Agrarumweltprogramm HALM ausgeglichen.
Die tägliche Kontrolle des Elektrozauns und die Dokumentation der Anzahl der Jungvögel lübernahmen die ehrenamtlichen Naturschützer vom NABU Münster und der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON).
Der Schutz des Kiebitzes ist Teil des kontinuierlichen Engagements der Unteren Naturschutzbehörde für den Erhalt bedrohter Tier- und Pflanzenarten im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Dabei arbeitet die Kreisverwaltung eng mit dem Landschaftspflegeverband Darmstadt-Dieburg, den anerkannten Naturschutzverbänden sowie weiteren Fachbehörden zusammen. Der regelmäßige Austausch und die enge Abstimmung ermöglichen es, Schutzmaßnahmen fachlich zu begleiten und gemeinsam erfolgreich umzusetzen.
„Der Erfolg beim Kiebitz zeigt, wie wichtig die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Kreisverwaltung und ehrenamtlichem Naturschutz, Landwirtschaft und Jagd ist. Gemeinsam mit unseren Partnern schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass bedrohte Arten im Landkreis wieder eine Zukunft haben. Dieses Beispiel macht deutlich, dass engagierter Naturschutz konkrete Erfolge erzielen kann“, so Vize-Landrat Lutz Köhler.
(Text: PM Landkreis Darmstadt-Dieburg)


