Stadt Frankfurt sichert Hilfe für obdachlose Menschen

(Symbolfoto: José Manuel de Laá auf Pixabay)

Vier niedrigschwellige Unterkünfte ersetzen bisherige Notübernachtung

Die Stadt Frankfurt hat ihre Hilfen für obdachlose Menschen weiterentwickelt. An die Stelle der Notübernachtung am Eschenheimer Tor treten künftig vier feste, niedrigschwellige Unterkünfte. Sie verbinden einen unkomplizierten Zugang zu einem sicheren Schlafplatz mit leistungsfähiger Betreuung. Bereits im August sollen das Henriette-Fürth-Haus im Gutleutviertel und der Tagestreff Weser 5 im Bahnhofsviertel mehr als 70 Menschen aufnehmen. Im September folgen das Haus Lichtblick an der Eschersheimer Landstraße und eine Immobilie in der Innenstadt mit insgesamt rund 75 weiteren Schlafplätzen. Betrieben werden sämtliche Einrichtungen im Auftrag der Stadt von der Caritas Frankfurt und der Diakonie Frankfurt und Offenbach.


„Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie wichtig ein leistungsfähiges Hilfesystem ist, das auch in schwierigen Situationen handlungsfähig ist. Unser Ziel bleibt, dass jeder Mensch einen sicheren Schlafplatz findet“, sagt Elke Voitl, Dezernentin für Soziales und Gesundheit. „Uns war besonders wichtig, dass mit dem Ende der Notübernachtung am Eschenheimer Tor kein niedrigschwelliges Angebot in dieser Stadt verloren geht. Deshalb haben wir nicht einfach bestehende Einrichtungen aufgestockt, sondern die Gelegenheit genutzt, Unterkünfte zu schaffen, die ohne hohe Zugangshürden sind.“

Auslöser für die Neuordnung war die unerwartete Schließung der Notübernachtung am Eschenheimer Tor. Um die Versorgung ohne Unterbrechung zu gewährleisten, errichtete die Stadt übergangsweise eine Zeltunterkunft in der Bockenheimer Anlage. Parallel dazu wurden vier feste Unterkünfte für die niedrigschwellige Versorgung vorbereitet. Mit deren Inbetriebnahme kann die Zeltunterkunft wie geplant schrittweise zurückgebaut werden.

„Obdachlosenhilfe bedeutet mehr als ein Dach über dem Kopf für eine Nacht“, sagt Voitl. „Menschen brauchen Schutz, Orientierung und Perspektiven. Deshalb entwickeln wir unsere Hilfen kontinuierlich weiter und investieren in eine soziale Infrastruktur, die den unterschiedlichen Bedarfen gerecht wird. Seit Jahren arbeiten dazu die etablierten Träger Caritas, Diakonie und Frankfurter Verein mit der Stadt in einer eingespielten Kooperation zusammen.“

„Zunächst war eine schnelle Lösung wichtig, die wir durch den Schulterschluss der etablierten Träger mit der Stadt gefunden haben. Der Anspruch einer langfristigen Weiterentwicklung bleibt dabei erhalten“, sagt Caritas-Abteilungsleiter Ralph Rußmann.

Diakoniepfarrer Markus Eisele ergänzt: „Niemand sucht sich Obdachlosigkeit aus. Menschen ohne Obdach gehören zu unserer Stadtgesellschaft. Die Betroffenen müssen Schutz und Würde erfahren. Deshalb haben wir als Diakonie unmittelbar reagiert und helfen gerne. Zugleich braucht es dauerhafte Lösungen gegen die Wohnungslosigkeit.“

(Text: PM PP Stadt Frankfurt)