
Mit einem festlichen Gottesdienst, zahlreichen Ehrengästen und einem besonderen Geschenk an seine Gemeinden hat Pfarrer Norbert Hofmann aus Obertshausen seinen 70. Geburtstag gefeiert. Rund 500 Gläubige kamen in der St.-Thomas-Morus-Kirche zusammen, um gemeinsam mit dem langjährigen Seelsorger diesen besonderen Tag zu begehen. Musikalisch gestaltet wurde die Feier vom Kirchenchor, einem Bläserensemble, der Gemeindeband Resound sowie Ministrantinnen und Ministranten aus Obertshausen und Viernheim.
Mitglieder verschiedener kirchlicher Gruppierungen zogen mit ihren Fahnen feierlich in die Kirche ein. Im Mittelpunkt des Jubiläums stand nicht der Jubilar selbst, sondern einmal mehr sein langjähriges Herzensanliegen: die enge Verbundenheit mit der spanischen Wallfahrtsstadt Caravaca de la Cruz. Nach dem Gottesdienst wurde auf dem Pilgerplatz eine aus weißem Stein gefertigte Statue des heiligen Johannes vom Kreuz enthüllt, die Pfarrer Hofmann den Gemeinden Herz Jesu und St. Thomas Morus zum Geburtstag schenkte. Die Skulptur entstand nach dem Vorbild des Originals in Caravaca und ergänzt das bereits vor zehn Jahren errichtete doppelarmige Kreuz, das als größtes seiner Art außerhalb des spanischen Wallfahrtsortes gilt. Im Anschluss wurde die Statue von Pfarrer Tomás Álvarez Sánchez und Jesús López Baquero von der Bruderschaft in Caravaca feierlich gesegnet. Mit der Schenkung unterstrich Hofmann erneut seine tiefe Verbundenheit mit der spanischen Partnerstadt. Über sein Johannes-vom-Kreuz-Hilfswerk unterstützt er dort die berufliche Ausbildung junger Menschen. In einem Museum lernen sie, kunstvolle Gewänder für die traditionsreichen Weinpferde anzufertigen – ein Handwerk, das früher ausschließlich in Klöstern gepflegt wurde und nun in Caravaca selbst fortgeführt werden kann. Bereits im Mai hatte Hofmann für dieses Projekt 12.000 Euro übergeben sowie weitere 2.000 Euro für Kinder- und Jugendprojekte bereitgestellt. Auch zu seinem Geburtstag bat er anstelle persönlicher Geschenke um Spenden für das Hilfswerk. Norbert Hofmann kam im Advent 1987 nach Obertshausen und prägte das kirchliche Leben der Gemeinde in den vergangenen Jahrzehnten entscheidend mit.
Vor 15 Jahren erhob er die St.-Thomas-Morus-Kirche mit einer Blutreliquie des heiligen Papstes Johannes Paul II. zur Pilgerkirche. Wenige Jahre später entstand durch die Verbindung zu Caravaca ein weiterer geistlicher Schwerpunkt seiner Arbeit. Der heilige Johannes vom Kreuz sei auch für junge Menschen von großer Bedeutung, da seine Schriften Orientierung in schwierigen Lebenssituationen geben könnten, etwa bei Ausgrenzung oder seelischen Belastungen. Zugleich zeigte sich Hofmann zuversichtlich mit Blick auf die Zukunft der Kirche. Er sehe wachsende Chancen, wenn Menschen offen aufeinander zugingen und Begegnung vor Verkündigung stehe. Zahlreiche Grußworte würdigten das Wirken des Jubilars. Der Bürgermeister von Caravaca de la Cruz, José García Fernández, ließ seine Glückwünsche übermitteln und bezeichnete die Statue als sichtbares Zeichen des Glaubens, der Völkerfreundschaft sowie der Hoffnung und des Friedens.
Auch Obertshausens Erster Stadtrat Michael Möser gratulierte im Namen der Stadt und würdigte Hofmann als verlässlichen Seelsorger, der über viele Jahre Brücken zwischen Menschen, Gemeinden und Nationen gebaut habe. Neben einer Spende für das Hilfswerk überreichte er dem Jubilar eine eigens gestaltete Tasse der Stadt sowie eine Fotocollage mit Erinnerungen an gemeinsame Stationen. Weitere Glückwünsche kamen aus Viernheim, von den evangelischen Kirchengemeinden sowie aus den Pfarrgremien. Sie hoben insbesondere Hofmanns außergewöhnliche Nähe zu den Menschen hervor. Mit jährlich rund 1.500 Hausbesuchen, seinem offenen Wesen und seinem unermüdlichen Engagement sei er weit über die Grenzen der katholischen Kirche hinaus zu einem geschätzten Begleiter vieler Bürgerinnen und Bürger geworden. Sichtlich bewegt bedankte sich der Jubilar für die zahlreichen Zeichen der Verbundenheit. Obertshausen sei für ihn längst zur Heimat geworden. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Gemeinden, der Stadt und vielen Wegbegleitern empfinde er als großes Geschenk. Gerade dieses Miteinander gebe ihm die Kraft und Freude, seinen Dienst auch weiterhin mit ganzer Überzeugung auszuüben.
(Text: ah)

