
Am gestrigen Dienstagabend, 11. August, erlebte die Frankfurter Innenstadt eine außergewöhnliche Transformation. Im Rahmen der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 (WDC) wurde die über 200 Quadratmeter große Netzskulptur „A Sky Full of Hope – Earthtime 1.78 Frankfurt“ der US-amerikanischen Künstlerin Janet Echelman offiziell eingeweiht.
Gut 3000 Menschen versammelten sich auf dem Plateau der Konstablerwache, um die feierliche Illumination mitzuerleben. Schon nachmittags waren fast alle Liegestühle unter dem Kunstwerk besetzt. Im Laufe des Abends füllte sich der Platz immer mehr. Die Stimmung an diesem lauen Sommerabend war bis zum Schluss friedlich und entspannt. Auf die Reden des Oberbürgermeisters, der Kulturdezernentin, des Sprechers der Marktbetreiber und der Künstlerin folgte die eigentliche Eröffnung des Kunstwerks, die die Menschen gebannt verfolgten. Die eigens kuratierte Licht- und Klangkomposition sorgte gemeinsam mit einem zarten Wind, der das filigrane, aus Seilen geknüpfte Netz leicht bewegte, für eine fast magische Atmosphäre auf dem ansonsten eher tristen Platz.
Oberbürgermeister Mike Josef, der die Skulptur gemeinsam mit der Künstlerin offiziell an die Stadtgesellschaft übergab, sagte: „In Zeiten globaler Krisen, Missständen an jeder Ecke und Polarisierung kann man sich schon fragen: Wer braucht da noch Kunst? Friedrich Schiller hatte eine simple aber sehr einleuchtende Antwort dazu: ,Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit’.“ Die Kunst dokumentiere Geschichte, kritisiere Missstände, zeige Werte und Normen auf, ermögliche Selbstreflexion und entwerfe Zukunftsvisionen. Durch ihre Vielfalt und Ausdrucksstärke bleibe Kunst ein unverzichtbarer Spiegel der Gesellschaft.
„Man kann sicherlich über die Bedeutung einzelner Kunstwerke diskutieren. Man kann aber nicht darauf verzichten, denn Kunst spielt eine wichtige Rolle im Kampf gegen Intoleranz gegenüber anderen Kulturen und Meinungen, Rassismus und anderen Formen gesellschaftlicher Abgrenzung“, sagte der Oberbürgermeister. „Ich freue mich, dass ,A Sky Full of Hope’ nun zu Frankfurt gehört und wünsche mir, dass die Menschen dieses Werk offen und neugierig annehmen und miteinander ins Gespräch kommen.“
Ein neues Raumerlebnis mitten in der Stadt
Für die Eröffnungsinszenierung wurde die Konstablerwache in eine atmosphärische Freiluft-Bühne verwandelt. In Liegestühlen konnten sich die Besucherinnen und Besucher zurücklehnen und den Blick nach oben auf das schwebende Gewebe richten – ein Gemeinschaftserlebnis, das den öffentlichen Raum auf eine neue Art erfahrbar machte.
Um 21.30 Uhr begann die von Janet Echelman kuratierte Illumination der Skulptur. Durch eine eigens für das Werk entwickelte Lichtpartitur wurde das Gewebe in der Dunkelheit eindrucksvoll zum Leben erweckt. Parallel dazu entfaltete sich die räumliche Klanginszenierung des Komponisten, Musikproduzenten und Sounddesigners Parviz Mir Ali zu einer lebendigen Skulptur. Seine neoklassische Komposition, eine vielschichtige Verbindung aus analogen Instrumenten und elektronischen Klangwelten, wurde über ein spezielles 360-Grad-Audiosystem auf dem Platz wiedergegeben. Im Zusammenspiel mit fließenden Lichtwellen und atmosphärischen Klängen entfaltete das in über sieben Metern Höhe schwebende Kunstwerk so seine dynamische Wirkung am Frankfurter Nachthimmel.
Vom Durchgangsort zur lebendigen Bühne
Mit der Eröffnung des Kunstwerks beginnt für die Konstablerwache eine neue Phase: Für die kommenden drei Jahre überspannt das farbintensive Netz, dessen unzählige, fest verknüpfte Fasern symbolisch die diverse Stadtgesellschaft Frankfurts mit ihren 178 Nationalitäten widerspiegeln, den Platz. Ab sofort sind alle Menschen dazu eingeladen, diesen zentralen, hochfrequentierten, aber auch spannungsreichen Ort neu für sich zu entdecken und vielfältig zu nutzen.
Internationale Vorbilder aus Metropolen wie London, Sydney oder Vancouver belegen bereits, welch verbindende Kraft von Janet Echelmans Installationen ausgeht: Dort eigneten sich die Menschen den Raum unter dem schwebenden Gewebe für vielfältige kulturelle, sportliche und gemeinschaftliche Aktivitäten an. Auch in Frankfurt sind solche Bespielungen des Platzes angedacht und erwünscht, an denen sich die Stadtgesellschaft, die Kulturszene aber auch Sportvereine oder andere Interessierte beteiligen können. In Kombination mit etablierten Institutionen wie dem wöchentlichen Erzeugermarkt wächst unter dem Netz so ein zentraler, pulsierender Ort des Miteinanders heran, der Frankfurts gelebte Vielfalt eindrucksvoll unterstreicht.
Bilder vom Kunstwerk und von der Eröffnung finden sich unter A Sky Full of Hope.
(Text: PM Stadt Frankfurt)

