Stadtpolizei Offenbach hatte auch in der Juli-Hitze viel zu tun

(Foto: Stadt Offenbach/Katja Lenz)

Der Juli startete für die Stadtpolizei Offenbach mit einem Rucksack voller Drogen und einem Videodreh, der nach einer Schlägerei aussah. Im Laufe des Monats gab es mehrere Einsätze zu Gewalt und Exhibitionismus.


Ruhestörungen

Der Sommer macht sich bemerkbar: Im Juli meldeten Bürgerinnen und Bürger zwischen 31 und 50 Ruhestörungen pro Woche in Gaststätten, Privathäusern und auf öffentlichen Plätzen.

Hilflose Personen

Die Stadtpolizei wird regelmäßig zu hilflos wirkenden Menschen gerufen. Im Juli waren das zwischen vier und zwölf Personen pro Woche. Einige davon hatten zu viel Alkohol getrunken und waren so in eine hilflose Lage geraten.

Verkehr

Die Verkehrspolizei kontrollierte pro Woche an bis zu 33 verschiedenen Orten die Geschwindigkeit und leitete pro Woche im Schnitt rund 104 Verfahren wegen Überschreitens der Höchstgeschwindigkeit ein.

Besonders viele Knöllchen wegen Falschparkens gab es in der letzten Juliwoche, es waren 1.247. Bis zu 27 Fahrzeuge pro Woche wurden aufgrund erheblicher Verkehrsbehinderungen abgeschleppt.

Für die Zulassungsstelle Offenbach wurden 240 Fahrzeuge zur zwangsweisen Abmeldung erfasst. Dies betrifft in der Regel Fahrzeuge, für welche die Versicherung oder die Steuer nicht gezahlt wurde oder die aufgrund erheblicher Mängel nicht mehr verkehrssicher sind.

Um die Verantwortlichen von Geschwindigkeitsverstößen festzustellen, führte die Stadtpolizei zwischen einer und fünf Ermittlungen pro Woche an der jeweiligen Wohnadresse von Fahrzeughalterinnen und –haltern durch oder befragte deren Nachbarschaft.

Streifendienst und Gefahrenabwehr

In der ersten Juliwoche meldete eine Zeugin drei Personen, die sich im Bereich des Hafengartens prügeln würden. Nach kurzer Zeit fanden die Streifen die Personen, darunter eine mit deutlich blutverschmierter Nase. Schnell stellte sich heraus, dass es sich nicht um eine echte Verletzung, sondern um Kunstblut handelte. Die Personen erklärten, dass sie lediglich ein Video gedreht hätten.

In der gleichen Woche fiel einer Streife ein Mann mit einem großen Rucksack in der Innenstadt auf, der beim Erblicken des Streifenwagens schlagartig weglief. Die Streife verfolgte den Flüchtigen durch mehrere Straßen bis in einen Hinterhof. Als ihn ein Stadtpolizist auf einem Nachbargrundstück stellte, ballte er beide Hände zu Fäusten und lief bedrohlich auf den Stadtpolizisten zu. Dieser verwendete das dienstliche Pfefferspray und traf ihn im Gesicht. Er fixierte und durchsuchte ihn nach Ausweisdokumenten sowie gefährlichen Gegenständen. Dabei fiel auf: Der Rucksack des Mannes war nicht mehr auffindbar. Die Streife fand ihn schließlich in einer Mülltonne versteckt. Er enthielt eine erhebliche Menge verschiedenster Betäubungsmittel.

Die Leitstelle der Verkehrsbetriebe meldete in der zweiten Juliwoche, dass ein Busfahrer ein junges Mädchen allein an einer Bushaltestelle angetroffen und in Obhut genommen hatte. Beim Abholen ihres Kindes sagten die Erziehungsberechtigten aus, ihre Wohnung zum Einkaufen kurz verlassen zu haben. Die Stadtpolizei sensibilisierte sie bezüglich ihrer Aufsichtspflicht.

Auch in dieser Woche kontrollierte eine Streife den Friedrichsweiher auf Badegäste. Dabei berichtete eine Zeugin, dass die etwa 15 Jugendlichen auf dem Fußball- und Basketballplatz eine Pfeffer- oder Gaspistole bei sich hätten. Gemeinsam mit weiteren Kräften der Stadt- und Landespolizei durchsuchte die Streife die Jugendlichen und ihre Taschen. Sie fanden eine angebrochene Dose Tierabwehrspray in einer Bauchtasche. Ein Jugendlicher sagte, dass er das Spray gefunden habe. Die Einsatzkräfte entleerten es vor Ort. Einen pistolenähnlichen Gegenstand fanden sie nicht.

Einer Streife fiel in der dritten Juliwoche eine Person auf, die am Gürtel erkennbar ein Messer mit sich führte. Sie sprach den Mann an und kontrollierte ihn. Das Messer war ein sogenannter Kirpan, ein religiöser Dolch bzw. Säbel. Der Mann erklärte, dass er den Gegenstand lediglich zu religiösen Zwecken bei sich trage. Da dies jedoch nach dem deutschen Waffengesetz verboten ist, wurde der Gegenstand der Waffenbehörde übergeben.

In der gleichen Woche meldete eine Zeugin einen Mann im Dreieichpark, der im Bereich des Spielplatzes sexuelle Handlungen an sich selbst ausführte. Gemäß der Personenbeschreibung fand die Streife kurze Zeit später einen bereits bekannten obdachlosen Mann und kontrollierte ihn. Eine Abfrage im polizeilichen Fahndungsprogramm ergab, dass er bereits wegen Exhibitionismus aufgefallen war. Zudem bestand eine Aufenthaltsermittlung einer Staatsanwaltschaft, welche die Streife im Nachgang bearbeitete. Der Mann erhielt einen Platzverweis für den gesamten Dreieichpark.

In der darauffolgenden Woche meldete jemand Kinder im Gleisbereich des Bahnhofes in Bieber. Eine Streife fuhr sofort hin, parallel ließ die Leitstelle Stadtpolizei den Bahnverkehr stoppen. Die Streife traf vor Ort drei Kinder an, die auf dem danebenliegenden Bolzplatz spielten und vorher einen Ball in die Büsche neben den Bahngleisen geschossen hatten. Die Kinder waren eine Sicherheitstreppe neben den Gleisen heruntergestiegen, um den Ball zu holen. Sie hatten aber nicht die Gleise betreten. Die Einsatzkräfte sensibilisierten die Kinder und informierten eine der Mütter.

Ende Juli sprach eine Frau eine Streife der Verkehrspolizei auf der Straße an. Sie trug keine Schuhe und sagte, sei geschlagen worden. Trotz der blutigen Wunden im Gesicht wollte die Frau ihren Lebenspartner nicht anzeigen, weil er sie mit dem Tode bedroht hatte. Die Streife riet ihr, eine Anzeige zu stellen und zog die Landespolizei hinzu. Der Landespolizei war die Frau wegen nahezu täglichen Streits bereits bekannt.

Häusliche Gewalt beschäftigte die Stadtpolizei auch in der letzten Juliwoche. Als eine Streife nach einer Meldung über das Polizeirevier vor Ort eintraf, kam ihr eine Frau am Hoftor entgegen. Sie hatte Hämatome an beiden Armen sowie Schmerzen im Kopf- und Nasenbereich. Die Streife rief einen Rettungswagen und übergab den Beschuldigten der Landespolizei.

In der gleichen Woche wurde über das Polizeirevier gemeldet, dass eine Personengruppe am Marktplatz öffentlich sexuelle Handlungen vornehme. Die Landespolizei war vor Ort, als die Stadtpolizisten zwecks Unterstützung ankamen. Die angetroffenen Männer und eine Frau waren betrunken, die Frau wurde vorsorglich in eine Klinik gebracht. Die Stadtpolizei unterstützte bei der Sachverhaltsermittlung und nahm die Personalien der Personen auf.

Während die Frau im Krankenhaus behandelt und befragt wurde, entstand der Verdacht, dass die gemeldeten sexuellen Handlungen möglicherweise nicht einvernehmlich waren. Die Stadtpolizei unterstützte die Landespolizei bei den weiteren Ermittlungen und bei der Sicherung des Tatortes. Zudem nahm die Stadtpolizei die Tatverdächtigen noch am selben Tag fest, um sie der Landespolizei zu übergeben. Die Beschuldigten wurden einem Haftrichter zugeführt. Die weiteren Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft übernommen.

Ein Zeuge meldete der Stadtpolizei telefonisch mehrere Cannabispflanzen in einem Vorgarten. Er zeigte der Streife vor Ort sieben Cannabispflanzen ohne Blüten auf einem abgesperrten Grundstück. Die Streife übermittelte den Sachverhalt an das Polizeirevier.

Eine Frau meldete der Stadtpolizei telefonisch einen Mann, der nach einem Sturz nicht wieder aufstand. Vor Ort traf die Streife auf einen stark betrunkenen Mann, der auf dem Boden lag. Er stand auf und sagte laut, dass er keine Maßnahmen von der Polizei wünsche. Auf die Frage nach Ausweisdokumenten reagierte er mit Geschrei und zog sich die Hose bis zu den Knien herunter. Die Streife musste ihn mehrmals auffordern, die Hose wieder hochzuziehen. Wie eine Prüfung ergab, war der Mann bereits polizeilich bekannt, vor allem wegen Widerstandshandlungen gegen Polizeikräfte. Während der Kontrolle war er aggressiv und schrie die Streife und Passanten an. Er erhielt einen Platzverweis und eine Anzeige.

Aufenthaltsermittlungen

Die Stadtpolizei musste auch im Juni zwischen drei und 27 Aufenthaltsermittlungen pro Woche durchführen. Hierbei geht es in erster Linie um die Überprüfung ehelicher Lebensgemeinschaften und um Fälle, in denen dringende behördliche Post aufgrund fehlender Briefkästen oder Klingeln nicht zugestellt werden konnte.

Hintergrund

Die Stadtpolizei gehört zum Offenbacher Ordnungsamt und berichtet auf dem städtischen Internetauftritt unter www.offenbach.de/stadtpolizei wöchentlich über ihre Einsätze. Darüber hinaus gibt sie einmal im Monat über den Presse-Newsletter einen kurzen Überblick über die Einsätze im vorherigen Monat.

Wer sich für die ausführlichen Wochenberichte interessiert, kann alle unter www.offenbach.de/stadtpolizei-berichte nachlesen.

Mehr zur Erreichbarkeit der Stadtpolizei: www.offenbach.de/stadtpolizei-kontakte

(Text: PM Stadtpolizei Offenbach)