
Im Sommer 2019 machte das Münsterer Hallenbad wegen technischer und baulicher Mängel dicht. Sieben Jahre später ist auf dem Gelände noch immer nichts passiert, sieht man einmal von der Einquartierung der Kita Sonnenblume ab. Eine millionenschwere Sanierung des alten Bads, wie sie auf Basis damaliger Zeitschätzungen heute bereits abgeschlossen sein könnte, lehnte die Lokalpolitik mehrheitlich ab. Stattdessen herrscht weiter grundsätzliche Einigkeit, das gemeindeeigene Grundstück zu verkaufen, das Bad abreißen und von privater Seite neu bebauen zu lassen. Nach der ersten Präsentation eines potenziellen Investors vor anderthalb Jahren – der Blumenauer Real Estate GmbH (Frankfurt) mit Immobilienökonom Gürcan Özkan – gibt es nun einen zweiten Interessenten.
Er kam im Juli mit der Ersten Beigeordneten Denise Hast (CDU) in Kontakt. Den Namen des möglichen Mitbewerbers von Gürcan Özkan, der als Erster seinen Hut in den Ring geworfen und Anfang 2025 sein Konzept von einem Komplex mit Hotel, Wohnungen, Gastronomie, Fitnessstudio, Kindertagesstätte und – ganz wichtig – einer öffentliche Schwimmhalle präsentiert hatte, ist noch geheim.
Hast verrät aber schon mal, dass der neue Interessent „für alles offen und nicht auf eine bestimmte Bebauung des Areals festgelegt“ sei. Er sei vielmehr bereit, sich die Präferenzen der Gemeinde und ihres Parlaments anzuhören. Klar sei generell aber: „Es geht immer um Investoren, die auf dem Grundstück auch wieder ein öffentliches Bad bauen.“ Die Sehnsucht nach den sechs Jahrzehnten, in denen Münster als eine der wenigen Ostkreis-Kommunen eine solche Sport- und Freizeitstätte als Alleinstellungsmerkmal besaß, haben viele im Ort trotz der langen Schließung noch nicht aufgegeben.
Wie nun aber den langen Stillstand des Projekts beenden? Aus Sicht von Hast könnte die Gemeindevertretung wieder Zug in die Sache bringen. Auf den bis Juni einzigen Interessenten Özkan sei man „nicht festgelegt, wir müssen nicht zum Kaufvertrag springen und können auch noch einen anderen Investor nehmen“. Sie persönlich sei prinzipiell „auch noch offen für jemanden dritten“.
Die Kita Sonnenblume als derzeit einziger Nutzer des Gebäudes habe derweil „noch bis 2028 das Nutzungsrecht für zwei Gruppen“. Danach könnte die kleine Einrichtung in anderen Münsterer Kitas aufgehen, wo es voraussichtlich genug freie Plätze geben wird.
(Text: jedö)

