50 Jahre Kleingärtnerverein Hausen: Gemeinschaft, Garten und ein Stück Zuhause

Glückwünsche vom Bürgermeister Manuel Friedrich und dem Ersten Stadtrat Michael Möser. (Foto: ah)

Ein halbes Jahrhundert Kleingärtnerverein Hausen – das musste gefeiert werden. Auf dem Vereinsgelände an der Schwarzbachstraße blickten Mitglieder und Gäste auf 50 Jahre Vereinsgeschichte zurück und richteten zugleich den Blick nach vorn. Trotz hochsommerlicher Temperaturen war die Stimmung bestens.


Vorsitzende Juliane Auth begrüßte die Gäste und machte gleich zu Beginn deutlich, was den Verein für sie ausmacht: „Ein Kleingartenverein besteht nicht einfach aus Gärten. Er besteht aus Menschen.“ Auth, die den Vorsitz vor drei Jahren übernommen hat, erinnerte an die vielen Generationen von Pächterinnen und Pächtern, die über Jahrzehnte Gärten bewirtschaftet, die Anlage gepflegt und sich ehrenamtlich engagiert haben. Was heute selbstverständlich erscheine, sei über viele Jahre gewachsen: Wege, Vereinsheim und die gesamte Anlage seien durch Planung, Arbeit und den Einsatz zahlreicher Mitglieder entstanden. Dabei sei der Kleingarten längst mehr als ein Stück Land. Er biete Ausgleich zum Alltag, Raum für Familien und Freunde und die Möglichkeit, Natur unmittelbar zu erleben. Gleichzeitig entstehe durch die Nachbarschaft ein Miteinander, bei dem Werkzeug verliehen, Ernte geteilt und sich gegenseitig geholfen werde. „Man kommt vielleicht wegen eines Gartens hierher, aber man bleibt auch wegen der Menschen“, fasste Auth zusammen.
Dass das Interesse am kleingärtnern ungebrochen ist, zeigt die Bewerberliste des Vereins: Knapp 50 Interessenten warten derzeit auf eine Parzelle. Auch das Engagement für Natur und Umwelt gehört zur Vereinsgeschichte. Für seinen Einsatz wurde der Kleingärtnerverein Hausen bereits mit dem Umweltpreis der Stadt Obertshausen ausgezeichnet.

Bürgermeister Manuel Friedrich gratulierte im Namen der Stadt und erinnerte daran, dass der Verein 1976 aus einer Idee engagierter Menschen entstanden sei. Aus dieser Idee sei ein lebendiger Ort für Natur, Erholung, Nachbarschaft und Gemeinschaft geworden. Besonders würdigte er die Gründungsmitglieder sowie die zahlreichen Helferinnen und Helfer, die zum Gelingen des Jubiläumsfestes beitrugen. Als Geburtstagsgeschenk überreichte Friedrich eine finanzielle Unterstützung der Stadt in Höhe von 500 Euro.

Auch der Stadt- und Kreisverband der Kleingärtner gratulierte zum 50-jährigen Bestehen. Er würdigten den Verein als wichtigen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Obertshausen und überreichten ebenfalls ein Geschenk. Glückwünsche kamen zudem vom fünf Jahre älteren Kleingartenverein Obertshausen, der sein eigenes 50-jähriges Jubiläum wegen der Corona-Pandemie nicht hatte feiern können.

Der offizielle Teil fiel bewusst kurz aus – schließlich sollte der runde Geburtstag vor allem gemeinsam und in entspannter Atmosphäre gefeiert werden. Für Unterhaltung sorgten der Chor Canto Felice und die Tanzgruppe Megas Alexandros. Später übernahm Sänger und Gitarrist Corrado La Rosa die musikalische Begleitung. Eine Fotocollage mit historischen Bildern und Zeitungsausschnitten erinnerte an die vergangenen fünf Jahrzehnte. In einem Gästebuch konnten Besucher ihre persönlichen Grüße hinterlassen.

Am Ende blieb vor allem eine Erkenntnis: Ein Garten lässt sich anlegen, Wege und Gebäude lassen sich bauen – Gemeinschaft aber muss wachsen. Der Kleingärtnerverein Hausen hat dafür in den vergangenen 50 Jahren den Boden bereitet. Nun gilt es, dieses gewachsene Miteinander an die nächste Generation weiterzugeben.

(Text: ah)