
Eine gute und eine schlechte Nachricht zugleich überbringt der Budgetbericht zum ersten Halbjahr, den die Gemeinde Eppertshausen in diesen Tagen veröffentlicht. Zwar reduzieren insbesondere die florierende Gewerbesteuer sowie Einsparungen das im Haushalt 2026 kalkulierte Defizit deutlich. Dennoch wird die finanziell lange solide aufgestellte Kommune diesmal nicht umhinkommen, zum Jahresende ein Millionen-Minus aus der Rücklage auszugleichen.
Stand 30. Juni rechnet das Rathaus damit, sein Erspartes bis Silvester um (gerundet) 2,2 Millionen Euro abschmelzen zu müssen, um das Missverhältnis von laufenden Erträgen und Aufwendungen zu bereinigen. In diesem Maße könnte man sich das noch drei, vier Jahre lang leisten: Mitte des Jahres standen der Gemeinde 8,3 Millionen Euro liquide Mittel zur Verfügung.
Das nun kalkulierte Defizit im Jahresergebnis ist im Vergleich zur Annahme vom Haushaltsbeschluss durch die (alte) Gemeindevertretung ein Lichtblick: In der Planung gingen Verwaltung und Politik noch von einem Fehlbetrag von 3,4 Millionen Euro aus. Nun sieht es rund ein Drittel günstiger aus. Dass (wie in den Vorjahren) Ende des Jahres sogar ein ausgeglichenes Ergebnis oder gar ein Überschuss stehen wird, ist diesmal jedoch nicht zu erwarten.
Die Verbesserung des Ergebnisses gegenüber dem Planansatz ergibt sich überwiegend aus höheren Gewerbesteuer-Erträgen. Aus allen Steuerarten zusammen – also beispielsweise auch unter Berücksichtigung der in Eppertshausen noch wichtigeren kommunalen Anteile an der Einkommenssteuer – rechnet der Fachbereich Finanzen der Gemeinde inzwischen mit Erträgen in Höhe von 12,6 Millionen Euro statt zunächst glatten 12 Millionen. Das Plus geht laut Rathaus ausschließlich auf die Gewerbesteuer zurück.
In kleinerem Maße positiv wirkt sich auf den Zwischenstand des Eppertshäuser Gemeinde-Etats eine Landeszuweisung aus. Einsparungen bei Aufwendungen für Personal sowie Sach- und Dienstaufwendungen könnten den Haushalt bis Ende des Jahres zudem um 800.000 Euro entlasten.
Mindereinnahmen verzeichnet die Gemeinde hingegen aus der Kinderbetreuung. Bei den Kita-Gebühren ging man im Sommer 2025 von einer Vollbelegung der Einrichtungen aus – tatsächlich aber gibt es aktuell freie Plätze. Auch die Nachfrage nach Mittagsbetreuung und Mittagessen (und damit entsprechende Erträge) hatte das Rathaus überschätzt.
(Text: jedö)
