Raum für Förderung und mehr warme Mahlzeiten in Offenbach

In der Wilhelmschule wurde eine Wand herausgerissen, damit die Kinder genügend Platz zum Essen haben. (Foto: Stadtwerke Offenbach)

In den Ferien wurde in den Grundschulen die Vorbereitung für die Ganztagsbetreuung getroffen

Die jetzt eingeschulten Erstklässlerinnen und Erstklässler sind der erste Jahrgang, der das Recht auf einen Betreuungsplatz hat. Dieser Anspruch gilt für sie und alle folgenden Jahrgänge für die gesamte Grundschulzeit. Nach der letzten regulären Schulstunde sollen die teilnehmenden Kinder sinnvoll betreut, gefördert und weitergebildet werden. Dafür müssen in den Schulen geeignete Räume zur Verfügung stehen und – mindestens genauso wichtig – viele kleine hungrige Mägen mittags mit einer warmen Mahlzeit gefüllt werden.


Bereits seit Anfang des Jahres liefen dafür in Offenbach die Vorbereitungen. Dazu sind die GBM Service GmbH, eine Tochter der Stadtwerke Offenbach, mit dem Offenbacher Stadtschulamt und dem städtischen Amt für Planen und Bauen in enger Abstimmung. „Die Betreuungszahlen werden in den kommenden Jahren mit jeder neuen ersten Klasse weiter steigen“, sagt Helena Wolf, Schul- und Jugenddezernentin, die auch für die GBM zuständig ist. „Dafür braucht es gute Planung, Absprachen und Umsetzung. Wie viel zusätzlichen Raum brauchen die Kleinen in der Betreuung zum Spielen, Lernen, Hausaufgaben machen, wie kann dieser in den Schulgebäuden geschaffen werden? Wie können die Mensen so ertüchtigt werden, dass jedes Kind zügig ein warmes Mittagessen auf seinem Teller hat und dann auch ausreichend Tische und Stühle zum Hinsetzen zur Verfügung stehen? In den nächsten drei Jahren müssen mit jedem ersten Jahrgang weitere Kinder betreut und mit Essen versorgt werden – diese zusätzlichen Kapazitäten müssen heute schon mitgedacht werden.“

Das Stadtschulamt liefert die Schülerzahlen, auf deren Basis das Amt für Planen und Bauen die Schulgebäude auf ihre Kapazitäten überprüft und die notwendigen Veränderungen für die zusätzliche Auslastung einplant. Die GBM ist für das bauliche, infrastrukturelle und kaufmännische Gebäudemanagement von rund 100 Liegenschaften der Stadt Offenbach zuständig, darunter auch die Schulen und Kindertagesstätten, und setzt dann die Arbeiten um.

Vorbereitungen liefen bereits im abgelaufenen Schuljahr. Jetzt in den Sommerferien folgte der Endspurt. An der Wilhelmschule legte die GBM in Absprache mit der Schulgemeinde während der Sommerferien zwei kleinere Räume zu einem größeren für die Betreuungsstunden zusammen. Dafür wurde eine Zwischenwand herausgebrochen. Anschließend erhielt der Raum einen neuen Bodenbelag, Kabel wurden neu verlegt und die Wände gestrichen.

Auch die Essensausgaben in den Schulen wurden auf die höhere Zahl an Kindern vorbereitet. Die zur Betreuung angemeldeten Grundschülerinnen und -schüler der Erich-Kästner-Schule wurden bisher in der Mensa der Eichendorffschule mitversorgt. Für die Betreuung in beiden Schulen sind zum neuen Schuljahr mehr Kinder angemeldet. Deshalb wurde für die Erich-Kästner-Schule eine eigene Essensausgabe geschaffen, damit alle satt werden und genug Energie für das weitere Programm haben. Außerdem wurden weitere Räume so hergerichtet, dass hier die Jungen und Mädchen essen können und der Platz auch für die kommenden Jahrgänge reicht. Für die Waldschule Tempelsee wurde außerdem ein neuer Konvektomat bestellt, an der Uhlandschule wird überprüft, welche Vorbereitung für die weiteren Jahrgänge notwendig sind.

Auch an der Emmy-Noether-Schule, einem Gymnasium, brauchen die älteren Schülerinnen und Schüler ein Mittagessen. Da auch hier die Zahlen steigen, hat die GBM die Anschlüsse für neue Küchenelektrogeräte hergestellt, um den Ablauf in der Essensausgabe zu optimieren.

„Wir planen bereits die nächsten Jahre mit“, sagt Stefan Tischberger, Geschäftsführer der GBM Service GmbH. „An der Anne-Frank-Schule beispielsweise wird im kommenden Jahr die Mensa komplett mit neuen Geräten ausgestattet, um mehr Essen für die Schülerinnen und Schüler ausgeben zu können. Deshalb prüfen wir jetzt schon, ob die Stromversorgung für das Gebäude dann noch ausreichend ist. Sollte dies nicht der Fall sein, haben wir noch genügend Zeit, hier einen neuen Anschluss zu legen.“

Hintergrund: Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter

Der Rechtsanspruch tritt am 1. August 2026 in Kraft und gilt zunächst für alle 1. Klassen. Er wird jedes Jahr um die nächste erste Klassenstufe erweitert, so dass bis zum Schuljahr 2029/30 alle Grundschülerinnen und Grundschüler nach dem offiziellen Schulschluss betreut werden können. Der Anspruch umfasst bis zu acht Stunden an Werktagen. Die Teilnahme ist freiwillig. Laut Webseite des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend soll die Ganztagsbetreuung Kinder in einer kindgerechten Umgebung unterstützen, indem sie ihre schulischen, sozialen, sprachlichen und motorischen Fähigkeiten fördert. Infos unter www.recht-auf-ganztag.de

(Text: PM Stadtwerke Offenbach)