Hitzesommer 2026 in Frankfurt

(Symbolfoto: jplenio auf Pixabay)

Dezernentin Zapf-Rodríguez fordert Konsequenzen für eine hitzeresiliente Stadt

Der Hitzesommer 2026 hat gezeigt, wie ernst die Folgen der Klimakrise für Frankfurt bereits heute sind. Menschen sind an den Folgen der extremen Hitze gestorben, wochenlange Hitze und Trockenheit haben Tiere und Pflanzen massiv unter Stress gesetzt, Bäume und Grünflächen geschädigt und den Stadtwald vor große Herausforderungen gestellt. Frankfurt war in diesem Sommer wiederholt einer der Hitze-Hotspots.


Für Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen, ist deshalb klar: Die Stadt muss bei der Klimaanpassung schneller, strategischer und konsequenter handeln. „Dieser Sommer war kein Ausnahmefall, den wir einfach abhaken können. Er war ein Vorgeschmack auf das, was auf uns zukommt: längere, heißere und häufigere Extremphasen. Wenn wir jetzt nicht entschlossen handeln, wird die Anpassung an die Klimakrise selbst zur Überforderung“, sagte Zapf-Rodríguez am Freitag, 21. August.

Dabei dürften Klimaschutz und Klimaanpassung nicht gegeneinander ausgespielt werden. „Wir brauchen beides: Wir müssen die Ursachen der Klimakrise bekämpfen und gleichzeitig mit ihren Folgen umgehen. Eine begrünte und entsiegelte Stadt hilft dabei gleich mehrfach: Sie kühlt, bindet CO2 und kann Regenwasser aufnehmen und speichern.“

Dabei müsse auch die Frage der Wirtschaftlichkeit neu gestellt werden. „In Zeiten der Klimakrise kann es sich als die teuerste Entscheidung erweisen, heute aus Kostengründen nicht zu handeln. Die Schäden durch Hitze, Dürre und Extremwetter haben ihren Preis – und je später wir handeln, desto höher wird er.“

Stadtgrün unter Stress

Die Folgen des Sommers sind bereits sichtbar. Rasen und Wiesen, Bäume und Pflanzen haben unter der Kombination aus Hitze und Trockenheit gelitten. Besonders betroffen sind Jungbäume sowie stark sonnenexponierte Standorte. Gleichzeitig war der Aufwand für die Bewässerung über Wochen enorm. Bei Bäumen können sich Schäden zudem erst in den kommenden Jahren zeigen.

„Die Lehre daraus ist klar: Wir können unser Stadtgrün nicht allein durch mehr Bewässerung durch immer heißere Sommer bringen. Wir müssen die Bedingungen verändern, unter denen Stadtgrün wächst. Dazu gehören geeignete Baumarten, bessere Pflanzstandorte und größere Baumbeete ebenso wie moderne Bewässerungstechnik“, sagte Zapf-Rodríguez.

Der Sommer zeigt zugleich, wie wichtig ein sorgsamer Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist. Klimaanpassung bedeutet deshalb auch, Wasser und andere Ressourcen effizienter zu nutzen und die Stadt widerstandsfähiger gegenüber längeren Trockenphasen zu machen.

Aus den Erfahrungen dieses Sommers leitet Zapf-Rodríguez konkrete politische Forderungen und Maßnahmen ab. Dazu gehören mehr Grün und Stadtbäume, der Schutz bestehender Grünstrukturen, mehr Entsiegelung an Hitzehotspots sowie ein deutlicher Ausbau von Dach- und Fassadenbegrünung. Auch Schattenplätze müssen auf städtischen Plätzen und Kinderspielanlagen stärker zum Standard werden.

Darüber hinaus wird sich die Dezernentin für mehr kostenlose Kühlangebote, insbesondere in sozial benachteiligten Stadtteilen, sowie einen weiteren Ausbau der öffentlichen Trinkbrunnen einsetzen. Für Beschäftigte in besonders hitzeexponierten Arbeitsbereichen wie Grünflächenamt, StadtForst und Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) müsse der Hitzeschutz für die Beschäftigten weiter verbessert werden.

„Wir müssen schneller werden in der Umsetzung, koordinierter vorgehen und die notwendigen Maßnahmen finanziell absichern. Gerade beim Stadtgrün reicht es nicht, immer nur auf den nächsten trockenen Sommer zu reagieren“, sagte Zapf-Rodríguez. „Wir setzen deshalb auch auf ein positives Ergebnis der Debatte auf Bundesebene mit der Verankerung des Hitzeschutzes im Grundgesetz und den damit verbundenen Fördermöglichkeiten für die Kommunen.“

Für die Finanzierung schlug die Dezernentin unter anderem einen ressortübergreifenden „Hitze-Topf“ vor, über den Hitzeschutzprojekte verschiedener Dezernate finanziert und auch Vereine, kleinere Unternehmen und private Initiativen unterstützt werden könnten. Entscheidend sei dabei eine gemeinsame Kraftanstrengung: „Es geht nur gemeinsam – im Magistrat, in der Stadtverwaltung, mit der Wirtschaft und mit der Zivilgesellschaft. Wir wollen nicht nur auf den nächsten Hitzesommer reagieren. Wir wollen Frankfurt so verändern und voranbringen, dass die Stadt auch in einer heißeren Zukunft lebenswert bleibt.“

(Text: PM Stadt Frankfurt)