Drücken statt zögern: 250 Schülerinnen und Schüler werden zu Lebensrettern

Rund 250 Schülerinnen und Schüler aus ganz Hessen waren mit dabei am Aktionstag und lernten die richtige Durchführung einer Herzdruckmassage, den Einsatz eines automatisierten externen Defibrillators (AED) und das richtige Verhalten bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand.(Foto: Asklepios)

Rotary Club Offenbach-Dreieich, Kinderhilfestiftung e. V. und Asklepios Klinik Langen veranstalten am 26. August Aktionstag „Kids Save Lives“

Bei einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Bereits nach wenigen Minuten ohne ausreichende Sauerstoffversorgung können schwere Hirnschäden entstehen. Umso wichtiger ist es, dass Menschen in der unmittelbaren Umgebung wissen, was im Notfall zu tun ist. Genau hier setzt die Initiative „Kids Save Lives“ an: Der Rotary Club Offenbach-Dreieich, die Kinderhilfestiftung e. V. und die Asklepios Klinik Langen luden am 26. August 2026 erneut zu einem gemeinsamen Aktionstag rund um plötzlichen Herzstillstand und Laienreanimation ein.


Schirmherren der Veranstaltung sind Landrat Oliver Quilling und Prof. Dr. Jan Werner, Bürgermeister der Stadt Langen. Die Begrüßung übernahm Landrat Quilling. Im Anschluss informierten unter anderem Prof. B. Böttger vom Deutschen Rat für Wiederbelebung (GRC) über die Bedeutung des Projekts, Holger Adler, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Kreises Offenbach, über das Voraus-Helfer-System und Dr. Michael Schütz, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Interdisziplinäre Intensivmedizin der Asklepios Klinik Langen, über die Grundlagen der Laienreanimation.

Im Mittelpunkt stand die praktische Ausbildung von Schülerinnen und Schülern, insbesondere der Schulsanitätsdienste. Rund 250 Schülerinnen und Schüler aus ganz Hessen waren mit dabei und lernten die richtige Durchführung einer Herzdruckmassage, den Einsatz eines automatisierten externen Defibrillators (AED) und das richtige Verhalten bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand.

„Die Fähigkeit, im Notfall zu helfen, ist keine angeborene Begabung, sondern eine Kompetenz, die erlernt werden kann“, betonte Landrat Oliver Quilling. „Genau an dieser Stelle setzt die Initiative ‚Kids Save Lives‘ an. Denn wer die richtigen Abläufe früh einübt, entwickelt zugleich Verantwortungsbewusstsein und Zivilcourage. Mit dem Wissen, das sich die Schülerinnen und Schüler heute aneignen, können sie eines Tages den entscheidenden Unterschied machen, wenn es darum geht, ein Leben zu retten.“

Am Nachmittag wird aus Theorie praktische Hilfe

Der besondere Schwerpunkt des Aktionstages lag am Nachmittag: Unter fachlicher Anleitung von Tutoren der Asklepios Klinik Langen und des DRK Kreis Offenbach trainierten die Schulsanitätsdienste an Übungspuppen die Wiederbelebung – von der korrekten Herzdruckmassage bis zum Einsatz eines AED. Damit werden die Schulsanitäter zugleich zu Multiplikatoren. Im Sinne des Peer-Teaching sollen sie das Erlernte anschließend an Mitschülerinnen und Mitschüler weitergeben – „von Schülern für Schüler“. „Genau darin liegt für uns die besondere Stärke von Kids Save Lives“, erklärt Ralph Sauer, Präsident des Rotary Clubs Offenbach-Dreieich. „Wir wollen nicht nur einzelne Schülerinnen und Schüler schulen, sondern Strukturen schaffen, in denen Wiederbelebung regelmäßig geübt und das Wissen weitergegeben wird. Schulsanitäter sind dafür ideale Multiplikatoren.“

Auch Dr. Michael Henning, Vorstand der Kinderhilfestiftung e. V., unterstrich die langfristige Bedeutung: „Wer in jungen Jahren lernt, im Notfall zu helfen, nimmt dieses Wissen mit ins Erwachsenenleben. So kann aus einer Schulung eine dauerhafte Kompetenz werden, von der Familien, Freunde, Vereine und letztlich die gesamte Gesellschaft profitieren.“

„Wir erleben in der Klinik immer wieder Notfallpatienten, die bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes gar nicht oder nur unzureichend reanimiert wurden und dadurch schwerste Langzeitschäden davontragen“, sagte Dr. Michael Schütz, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Interdisziplinäre Intensivmedizin der Asklepios Klinik Langen. „Dabei ist die Herzdruckmassage eine Maßnahme, die jeder lernen kann und die im entscheidenden Moment Leben retten kann. Deshalb engagieren wir uns gemeinsam mit unseren Partnern für Kids Save Lives und möchten die Schulsanitätsdienste langfristig begleiten.“

Wiederbelebung soll selbstverständlich werden

Mehr als 120.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. In vielen Fällen sind Ersthelferinnen und Ersthelfer in der Nähe, doch die Laienreanimationsquote in Deutschland ist auch im Vergleich zum europäischen Ausland weiterhin ausbaufähig.
Der Deutsche Rat für Wiederbelebung empfiehlt deshalb, Wiederbelebung bereits in der Schule zu vermitteln. Regelmäßiges Training kann dazu beitragen, dass Menschen auch im Erwachsenenalter häufiger und schneller helfen.

„Unser Ziel ist, dass niemand mehr zögert, wenn ein Mensch plötzlich zusammenbricht“, so Dr. Schütz. „Prüfen, Hilfe rufen, drücken – diese einfachen Schritte müssen genauso selbstverständlich werden wie das Anlegen eines Verbandes. Wenn wir das bereits in der Schule vermitteln, können wir langfristig eine ganze Generation zu potenziellen Lebensrettern machen.“

Mit dem Aktionstag setzten Rotary Club Offenbach-Dreieich, Kinderhilfestiftung e. V. und Asklepios Klinik Langen gemeinsam mit den beteiligten Schulen genau hier an: Wissen vermitteln, praktisch üben und dieses Wissen weitertragen – von Schülerinnen und Schülern für Schülerinnen und Schüler und damit für die gesamte Gesellschaft.

(Text: PM Asklepios Klinik Langen)